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- 29.04.2004 -

 

 

 


 

Weniger Arbeit für Umweltspezialisten

Die Chancen für Umweltspezialisten auf dem Arbeitsmarkt haben sich deutlich verschlechtert.

(vv) - Mit rund 1,5 Millionen Beschäftigten ist der Arbeitsmarkt Umweltschutz einer der dynamischsten in Deutschland und er wächst weiter. Dennoch: Zwischen 2001 und 2003 nahm die Nachfrage nach Umweltspezialisten deutlich ab, stellten die Arbeitsmarkt-Experten des Wissenschaftsladen Bonn nun in einer Auswertung fest.

"Die Zahl der Stelleninserate in den Printmedien, in denen nach Umweltexperten gesucht wird, hat sich von 2001 auf 2003 praktisch halbiert.", sagt Norbert Steinhaus, Arbeitsmarkt-Experte im Wissenschaftsladen Bonn. Der Wissenschaftsladen wertet wöchentlich rund 90 Tages- und Wochenzeitungen sowie Fachpublikationen auf Stellenangebote im Bereich Umwelt und Naturwissenschaften aus und stellt sie in einem Informationsdienst für Arbeitsuchende zusammen.

Rund 4.200 Stellenangebote für Umweltexperten erfassten die Experten im Jahr 2003. Zwei Jahre vorher waren es noch über 8.200. Die Zahl der Stelleninserate, so Steinhaus, sei damit 2003 noch hinter das Niveau von 1997 zurückgefallen. Steinhaus: "Wegen der schlechten allgemeinen Wirtschaftskonjunktur hat der Arbeitsmarkt für Umweltspezialisten in den letzten Jahren deutlich an Dynamik verloren."

Zwar seien in den letzten Jahren mehr Firmen dazu übergegangen, Mitarbeiter verstärkt übers Internet zu suchen. Doch das erkläre den deutlichen Rückgang der Stellenanzeigen nur zu einem geringen Teil, habe die Auswertung von Internetportalen ergeben.

Die größten Verlierer 2003: Planer und Verwaltungsleute

Vor allem die Nachfrage nach Planern und Verwaltungsangestellten im Umweltbereich ließ 2003 gegenüber 2002 stark nach. Die Stellenausschreibungen gingen um rund 85 Prozent zurück. Die Experten vermuten als eine der Ursachen: Die Kommunen stellten wegen knapper Kassen weit weniger Stadt- und Landschaftsplaner ein als zuvor.

Am häufigsten gesucht: Techniker und Ingenieure im Abfallbereich

Maschinenbauer und Elektroingenieure sind die Qualifikationen, die auch weiterhin am häufigsten am Umwelt-Arbeitsmarkt gesucht werden. Jedes vierte der insgesamt rund 4.200 Stellenangebote stammt von Unternehmen aus dem Bereich Abfall, Altlasten, Wasser und Abwasser.

Fachübergreifende Qualifikation gefragter als reines Spezialistentum

"Auffällig ist, dass Unternehmen verstärkt Anzeigen schalten, in denen sie keine spezifischen Angaben zur geforderten Qualifikation machen", sagt Steinhaus. Vielmehr würden offenbar Fachkräfte gesucht, die flexibel einsetzbar seien, über die Fachgrenzen hinaus blickten. "Mittelständische Unternehmen leisten sich oft keinen ausgebildeten Umweltjuristen, sondern suchen einen Umweltingenieur, der auch anfallende juristische und kaufmännische Aufgaben mitbearbeitet."

Auswertung Arbeitsmarkt Erneuerbare Energien

Eine Untersuchung über mögliche Engpässe am Arbeitsmarkt Erneuerbare Energien ergab: Den höchsten Stellenbedarf meldeten Unternehmen der Photovoltaik und der Windenergie. Auch die Unternehmen dieser Branchen setzen auf breite Qualifikation ihrer Fachkräfte.

Mehr als 2300 Stellenangebote aus den vergangenen Jahren wertete der Wissenschaftsladen Bonn im Vorfeld einer Job- und Bildungsmesse Erneuerbare Energien am 2. und 3. Juni in Bonn aus. Eines der zentralen Ergebnisse sei, dass eine ingenieurwissenschaftliche Ausbildung allein heute kaum noch ausreiche, um einen Job zu bekommen. Kaufmännische Erfahrungen, handwerkliche Fähigkeiten und vor allem Soft Skills verlangten die Unternehmen. Dazu zählten in erster Linie Berufserfah-rung, Teamfähigkeit und – bei steigendem Exportgeschäft – Fremdsprachenkenntnisse.

 

 Mehr Informationen:

Wissenschaftsladen Bonn

vista verde: Arbeit und Umwelt

 

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