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- 23.04.2004 -

 

 

 


 

Grüne wollen 1-Liter-Auto bis 2010

Die Grünen wollen den Autoverkehr vom Erdöl unabhängiger machen und den Benzinverbrauch drastisch senken.

Berlin (dpa) - «Das 1- Liter-Auto muss in Deutschland als erstem Land gebaut werden und sollte ab 2010 serienreif sein», sagte die energiepolitische Sprecherin der Fraktion, Michaele Hustedt, am Freitag vor Beginn einer zweitägigen Verkehrskonferenz der Grünen-Bundestagsfraktion in Berlin.

«Wir streben bis 2010 eine Verringerung des durchschnittlichen Spritverbrauchs auf 5 Liter und bis 2015 auf 3 Liter je 100 Kilometer an», heißt es in dem zur Konferenz erarbeiteten Verkehrskonzept der Fraktion. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisierte den «Abschied von der Verkehrswende». Außer auf den technologischen Fortschritt der Autobauer setzen die Grünen darin zunehmend auf alternative Kraftstoffe und Steuerförderungen, erläuterten die Sprecher für Verkehr und Wirtschaft, Albert Schmidt und Fritz Kuhn.

Die Mehrwertsteuer sollte nicht nur für Ferntickets im Bahnverkehr ermäßigt werden, sondern auch für das von der Bahn und anderen Firmen angebotene «car sharing». Bei diesem kombinierten Angebot von Bahnreisen und Autovermietung im Nahverkehrsbereich bis 50 Kilometer sollen wie für Taxen nur 7 Prozent Mehrwertsteuer verlangt werden. Darüber hinaus gilt zur Zeit der Normalsatz von 16 Prozent.

Die Kfz-Steuer soll nicht mehr nach dem Hubraum erhoben werden, sondern nur noch nach CO2-Emissionen und den Schadstoffen der Euro- Normen. Ferner wird die SPD an die Koalitionsvereinbarung erinnert, eine Weiterentwicklung der Ökosteuer zu prüfen. Als Ziele bis 2020 werden eine Verringerung des Kraftstoffverbrauchs im Straßenverkehr um 40 Prozent und die Steigerung des Anteils alternativer Kraftstoffe wie Biodiesel, Elektro- und Wasserstoffantrieb propagiert.

«Die Verkehrswende in großem Stil ist ausgeblieben», räumte Schmidt eine «Lebenslüge» der Grünen ein. Der propagierte volle Umstieg vom Auto auf die Bahn sei ausgeblieben. Mit zunehmender Umweltfreundlichkeit des Verkehrs bestehe die Chance, sich jetzt auf ein integriertes politisches Konzept für alle Verkehrsträger zu konzentrieren. Hierzu sollte ein Wettbewerb über «Modellregionen Nachhaltiger Mobilität» ausgeschrieben werden, erläuterte Kuhn. Durch möglichst intelligente Verkehrssteuerung solle das Angebot von Bahnen, Bussen, Autos und Fahrrädern optimiert werden.

Kritisiert wurde in diesem Zusammenhang das Verkehrsministerium. «Das schlummert vor sich hin», sagte Schmidt. Noch immer fehle ein Gesamtkonzept und die Umsetzung des in der Schublade liegenden Radverkehrsplans 2002 bis 2012. Der Verkehrsclub hielt wiederum den Grünen vor: «Die finanzielle Gleichbehandlung der Schiene gegenüber der Straße bei den staatlichen Investitionen sei nach guten Anfangserfolgen aktuell wieder aufgegeben worden.»

 

 Mehr Informationen:

Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen
 

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