Coupons beim Dosenpfand verschwinden - Vfw steigt bei P-System
ein
Die bei Kunden unbeliebten Dosenpfand-Coupons
verschwinden aus Läden der Spar-Gruppe und einiger regionaler
Handelsketten und werden durch ein aufgedrucktes P-Logo ersetzt.
Köln (dpa) - Die Kölner Vfw AG übernimmt dazu
Anteile am P-System, bislang eine hundertprozentige Tochter der
Lekkerland-Tobaccoland GmbH (Frechen). Das teilten die bisherigen
Konkurrenten P-System und Vfw am Donnerstag in Köln mit.
«Das P-Logo wird zum einheitlichen Pfandkennzeichen für
beide Systeme», sagte P-System-Geschäftsführer
Jörg Veil.
Am P-System beteiligten sich bisher vor allem Tankstellenketten
und Kioske. Nun sollen im Verlauf der nächsten Monate die
Vfw-Kunden hinzukommen. Einwegverpackungen mit dem P-Logo können
in allen Geschäften zurückgegeben werden, die bei dem
System mitmachen, unabhängig davon, wo sie gekauft wurden.
Die Coupons bei den Vfw- Kunden sollen bis spätestens Ende
September verschwinden. «Für die Verbraucher wird es
dadurch künftig noch einfacher, Getränke in Einwegverpackungen
zu kaufen und wieder gegen das Pfandgeld einzulösen»,
sagte Veil.
Das Bundesumweltministerium erwartet Beifall von Seiten der
Verbraucher. «Die Akzeptanz für das Pfand wird damit
weiter gestärkt», sagte ein Sprecher von Umweltminister
Jürgen Trittin (Grüne) am Donnerstag in Berlin. Schon
bisher arbeiteten die beiden Systeme zusammen. Dosen und Flaschen
mit dem P-Logo konnten auch bei Vfw-Kunden zurückgegeben
werden und umgekehrt.
Allerdings hatte es auch juristischen Streit zwischen Lekkerland-
Tobaccoland und Vfw über die Rechtmäßigkeit des
Couponsystems gegeben. «Wir sind beide froh darüber,
dass der Streit begraben werden konnte. Wir sehen in der jetzigen
Lösung eine große Chance», sagte Vfw-Vorstandsvorsitzender
Clemens Reif. 200 Produkte aller großen Marken werden mit
dem P-Logo angeboten.
Bezogen auf die Stückzahlen bei Einwegverpackungen decken
P-System und Vfw bisher nach eigenen Angaben zehn Prozent des
Marktes ab. Die übrigen 90 Prozent liegen bei großen
Handelsunternehmen wie Aldi, Lidl oder Plus, die jeweils eigene
Einwegverpackungen entwickelt haben und diese allein in ihren
Filialen ohne Coupon zurücknehmen. Mit der Ausweitung des
P-Systems werden Coupons damit weitgehend aus den deutschen Geschäften
verschwinden.
P-System und Vfw hoffen, Einwegverpackungen wieder attraktiver
zu machen. Hersteller müssten beim Abfüllen nicht zwischen
Coupon- und P-Kunden unterscheiden und Händler könnten
mit einem einheitlichen System arbeiten. «Es wird für
alle einfacher, vor allem für die Kunden», sagte Reif.
Das P-System sei offen für weitere Partner.
Mit Blick auf eine mögliche Klage der EU-Kommission gegen
das deutsche Dosenpfand sagte Veil, die Händler wünschten
sich nach wie vor die Abschaffung des Dosenpfands. «Solange
es das Pfand aber gibt, sind wir froh, ein System zu haben, das
es Händlern und Verbrauchern so einfach wie möglich
macht.» Wettbewerbsprobleme sieht er vor allem durch die
so genannten Insellösungen. Unternehmen wie Aldi, Lidl oder
Plus hätten Kostenvorteile dadurch, dass sie nur eigene Verpackungen
zurücknähmen.
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