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- 15.04.2004 -

 

 

 


 

Coupons beim Dosenpfand verschwinden - Vfw steigt bei P-System ein

Die bei Kunden unbeliebten Dosenpfand-Coupons verschwinden aus Läden der Spar-Gruppe und einiger regionaler Handelsketten und werden durch ein aufgedrucktes P-Logo ersetzt.

Köln (dpa) - Die Kölner Vfw AG übernimmt dazu Anteile am P-System, bislang eine hundertprozentige Tochter der Lekkerland-Tobaccoland GmbH (Frechen). Das teilten die bisherigen Konkurrenten P-System und Vfw am Donnerstag in Köln mit. «Das P-Logo wird zum einheitlichen Pfandkennzeichen für beide Systeme», sagte P-System-Geschäftsführer Jörg Veil.

Am P-System beteiligten sich bisher vor allem Tankstellenketten und Kioske. Nun sollen im Verlauf der nächsten Monate die Vfw-Kunden hinzukommen. Einwegverpackungen mit dem P-Logo können in allen Geschäften zurückgegeben werden, die bei dem System mitmachen, unabhängig davon, wo sie gekauft wurden. Die Coupons bei den Vfw- Kunden sollen bis spätestens Ende September verschwinden. «Für die Verbraucher wird es dadurch künftig noch einfacher, Getränke in Einwegverpackungen zu kaufen und wieder gegen das Pfandgeld einzulösen», sagte Veil.

Das Bundesumweltministerium erwartet Beifall von Seiten der Verbraucher. «Die Akzeptanz für das Pfand wird damit weiter gestärkt», sagte ein Sprecher von Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) am Donnerstag in Berlin. Schon bisher arbeiteten die beiden Systeme zusammen. Dosen und Flaschen mit dem P-Logo konnten auch bei Vfw-Kunden zurückgegeben werden und umgekehrt.

Allerdings hatte es auch juristischen Streit zwischen Lekkerland- Tobaccoland und Vfw über die Rechtmäßigkeit des Couponsystems gegeben. «Wir sind beide froh darüber, dass der Streit begraben werden konnte. Wir sehen in der jetzigen Lösung eine große Chance», sagte Vfw-Vorstandsvorsitzender Clemens Reif. 200 Produkte aller großen Marken werden mit dem P-Logo angeboten.

Bezogen auf die Stückzahlen bei Einwegverpackungen decken P-System und Vfw bisher nach eigenen Angaben zehn Prozent des Marktes ab. Die übrigen 90 Prozent liegen bei großen Handelsunternehmen wie Aldi, Lidl oder Plus, die jeweils eigene Einwegverpackungen entwickelt haben und diese allein in ihren Filialen ohne Coupon zurücknehmen. Mit der Ausweitung des P-Systems werden Coupons damit weitgehend aus den deutschen Geschäften verschwinden.

P-System und Vfw hoffen, Einwegverpackungen wieder attraktiver zu machen. Hersteller müssten beim Abfüllen nicht zwischen Coupon- und P-Kunden unterscheiden und Händler könnten mit einem einheitlichen System arbeiten. «Es wird für alle einfacher, vor allem für die Kunden», sagte Reif. Das P-System sei offen für weitere Partner.

Mit Blick auf eine mögliche Klage der EU-Kommission gegen das deutsche Dosenpfand sagte Veil, die Händler wünschten sich nach wie vor die Abschaffung des Dosenpfands. «Solange es das Pfand aber gibt, sind wir froh, ein System zu haben, das es Händlern und Verbrauchern so einfach wie möglich macht.» Wettbewerbsprobleme sieht er vor allem durch die so genannten Insellösungen. Unternehmen wie Aldi, Lidl oder Plus hätten Kostenvorteile dadurch, dass sie nur eigene Verpackungen zurücknähmen.

 


© Lekkerland- Tobaccoland

Das Logo des P-Systems: Der Verbraucher erkennt die betreffenden Getränke an diesem Pfandlogo auf der Verpackung.

 

 Mehr Informationen:

Vfw AG

Lekkerland- Tobaccoland

BMU: Pfandpflicht

Deutsche Umwelthilfe

 

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