Rot-grün will Klimaschutz vorantreiben - Kritik an Clement
Umweltpolitiker der rot-grünen Koalition
wollen den Klimaschutz in der Energie- und Verkehrspolitik auch
gegen den Widerstand von Wirtschaftsminister Clement vorantreiben.
Hamburg (dpa) - Der Koalitionskompromiss zum Emissionshandel
müsse noch einmal geändert werden, sagte der SPD-Abgeordnete
Hermann Scheer der «Bild am Sonntag»: «Wir werden
da selbstverständlich nachsteuern. Das Parlament ist beim
Klimaschutz ohnedies viel kompetenter als die Ministerien von
Clement und Trittin.» Umweltminister Jürgen Trittin
und Clement hatten sich am Dienstag erst nach monatelangem Streit
auf einen Kompromiss zum Handel mit Emissionsrechten verständigt.
SPD-Fraktionsvize Michael Müller kritisierte in der «Bild
am Sonntag» die von Clement durchgesetzten Vorteile für
die Stahlindustrie, die statt der ursprünglich geplanten
17 Millionen Tonnen nun 40 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr
ausstoßen dürfe. «Das ist überdimensioniert.
Wir müssen da noch an ein paar Stellschrauben drehen.»
Mit dem 2005 beginnenden Emissionshandel soll der Ausstoß
von klimaschädlichen Abgasen verringert werden.
Die Grünen wollen nach einem «Focus»-Bericht
zum Schutz des Klimas nun den Schadstoffausstoß im Verkehrssektor
deutlich verringern. «Wir könnten ein Tempolimit von
100 bis 120 Stundenkilometern auf Autobahnen einführen»,
sagte der Umweltexperte der Partei, Winfried Hermann, dem Nachrichtenmagazin.
Seiner Ansicht nach steht auch die weitere Erhöhung der Ökosteuer
und die Einführung einer Mehrwertsteuer auf Inlandsflüge
zur Debatte.
Die Thüringer Grünen-Vorsitzende Astrid Rothe sagte
dem Magazin: «Auch die Besteuerung von Flugbenzin muss es
geben.» Der saarländische Grünen-Chef Hubert Ulrich
sagte: «Um unser Einsparziel beim Klimaschutz zum Teil zu
erreichen, müssen wir die Kfz-Steuer auf den Kohlendioxid-Ausstoß
umstellen.» Fahrzeuge, die viel CO2 in die Luft pusten,
sollten mehr Steuern zahlen.
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