Regierungsbeirat fordert mehr Fördergeld für Energieforschung
Mit einer verstärkten Förderung erneuerbarer
Energien wie Windkraft und Solarenergie wollen Wissenschaftler
dem internationalen Klimaschutz neuen Schub geben.
Berlin (dpa) - Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung
zu den globalen Umweltveränderungen forderte dazu am Mittwoch,
die Ausgaben für Forschung und Entwicklung hierfür in
den Industrieländern bis 2020 zu verzehnfachen.
Das geht aus dem Sondergutachten zu erneuerbaren Energien hervor,
das der Beiratsvorsitzende Hartmut Graßl in Berlin den zuständigen
Bundesministern übergab. Es liefert Empfehlungen für
die im Juni in Bonn geplante Internationale Konferenz für
Erneuerbare Energien und zu mehr Energieeffizienz.
Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) kündigte
an: «Wir wollen auf der Konferenz verbindliche Ziele zum
Ausbau erneuerbarer Energien erreichen, nicht nur für Europa.»
Nach Ansicht Graßls solle jedoch besonders die Europäische
Union eine weltweite Vorreiterrolle spielen und sich für
sparsameren Energieverbrauch einsetzen. «Einen ausgewogenen
Energiemix und bessere Energieeffizienz» nannte auch Forschungsministerin
Edelgard Bulmahn (SPD) als zentrale Ziele. Hier seien die Potenziale,
beispielsweise in der Automobilbranche, noch lange nicht ausgeschöpft.
Konkrete Zahlen zu den Energiezielen, die in Bonn auf der Tagesordnung
stehen könnten, lieferte der Beirat nicht. Bis zum Jahr 2050
sollen dem Gutachten zu Folge allerdings rund die Hälfte
des Verbrauchs aus erneuerbaren Energien stammen. «Bis 2100
können wir das solare Zeitalter erreichen», sagte Graßl.
Als kurzfristige Ziele fordert der Beirat eine Weltenergiecharta
in der man sich auf gemeinsame ökologische Grundsätze
verständigt. Außerdem solle in Modellprojekten die
Zusammenarbeit zwischen Industrie- und Entwicklungsländern
weiter ausgebaut werden.
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