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- 12.03.2004 -

 

 

 

 


 

Weltbank: Agrarsubventionen versperren Kaffeebauern Weg aus Krise

Die sinkenden Rohstoffpreise für Kaffee treiben einer Studie der Weltbank zufolge immer mehr Kaffeebauern in die Misere.

Washington (dpa) - Die anhaltend hohen Agrarsubventionen in reichen Ländern versperren vielen von ihnen den Ausweg, sich mit dem Anbau anderer Pflanzen über Wasser zu halten, heißt es in dem Bericht, der am Donnerstag (Ortszeit) in Washington veröffentlicht wurde.

Die Kaffeepreise sind nach Angaben der Weltbank real so tief wie seit 100 Jahren nicht mehr. Der Abwärtstrend sei zwar seit Jahrzehnten zu beobachten. Zum einen sei das Angebot mit dem Produktionsausbau in den wichtigsten Kaffee-Ländern - Brasilien, Vietnam und Kolumbien - größer als die Nachfrage. Im vergangenen Jahr wurde weltweit so viel Kaffe produziert wie nie zuvor: 124 Millionen 60-Kilogramm-Säcke. Abgenommen werden aber nur rund 115 Millionen Säcke.

Doch ist der Kaffeemarkt laut Weltbank-Studie nicht nur vom allgemeinen Verfall der Rohstoffpreise betroffen, sondern auch von strukturellen Marktveränderungen. In den vergangenen Jahren haben sich im Markt Großhändler, Großröster und Großabnehmer etabliert, die die Preise nach unten drücken.

Durch den Preisverfall haben die rund 20 Millionen Kaffeebauern weltweit im vergangenen Jahr 4,5 Milliarden Dollar Einkommen verloren. Das Patentrezept, Bauern bei einem Überangebot am Markt den Anbau anderer Pflanzen für den Export zu raten, sei wegen der hohen Agrarsubventionen in den reichen Ländern hinfällig. «Mexikanische Bauern produzieren viel billiger Mais als US-Bauern,» sagte der Weltbankdirektor für Agrarentwicklung, Kevin Cleaver. «Doch wird der mexikanische Markt mit US-Mais überschwemmt, weil die USA den Anbau massiv subventionieren.»

Die Weltbank rät den Kaffeebauern, sich besser zu organisieren, um als Verhandlungspartner der Abnehmer größere Marktmacht zu demonstrieren. Sie sollten zudem Wege zur Veredelung der Bohnen finden, um hochwertigere Produkte exportieren zu können und teurere Spezialsorten wie Biokaffee anbauen. Die Weltbank und andere Geldgeber würden dabei technische Hilfe leisten. Gleichzeitig müsse mehr in die Infrastruktur in den Agrarregionen investiert werden.

 


© ArtToday

Die sinkenden Rohstoffpreise für Kaffee treiben einer Studie der Weltbank zufolge immer mehr Kaffeebauern in die Misere.

 

 Mehr Informationen:

Worldbank

Rat für Nachhaltige Entwicklung: Empfehlungen "Weltagrarhandel und Nachhaltige Entwicklung" (pdf)

DIE ZEIT: Kaffee ist ihr Schicksal

 

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