Unionsländer beraten über Dosenpfand - Kritik an Hessen-Vorstoß
Umweltverbände haben scharfe Kritik an
einem Vorstoß Hessens zur Abschaffung des Dosenpfands geübt.
München/Berlin (dpa) - Die unionsgeführten Bundesländer
wollen sich noch vor der Bundesratssitzung am 12. März über
eine gemeinsame Haltung zum umstrittenen Dosenpfand verständigen.
Umweltpolitikern aus CDU und CSU lag bei einem Treffen am Donnerstagabend
in München eine Initiative Hessens vor, wonach das Pfand
durch einen Zuschlag von 10 bis 20 Cent auf Einwegverpackungen
abgelöst werden soll. Dies soll aber erst greifen, wenn die
Mehrwegquote in Deutschland unter 60 Prozent fällt.
Es gehe bei dem Treffen in München um eine konsensfähige
Lösung, um die von der Bundesregierung geplante Ausweitung
des Pfands zu verhindern, sagte ein Sprecher des bayerischen Umweltministeriums.
Hessens Umweltminister Wilhelm Dietzel (CDU) wolle seinen Vorschlag
im Bundesrat einbringen, bestätigte sein Ministerium. «Wir
gehen davon aus, dass wir die Unterstützung der CDU-regierten
Länder haben», sagte ein Sprecher. Im Bundesrat hängt
seit Monaten die von Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne)
vorgelegte Novelle zur Verpackungsverordnung, die vom Bundestag
verabschiedet wurde.
Umweltverbände übten unterdessen scharfe Kritik an
dem Vorstoß. Er laufe auf einen «Zusammenbruch des
Mehrwegsystems» hinaus, sagte Jürgen Resch von der
Deutschen Umwelthilfe am Donnerstag. Die Initiative würde
zu einer «Wiedervermüllung» Deutschlands mit
jährlich ein bis zwei Milliarden Dosen und Einwegflaschen
führen. Nach einem Bericht von «Spiegel Online»
stößt die Initiative aus Hessen auch auf Widerstand
beim Stuttgarter Umweltminister Ulrich Müller (CDU). Er weise
darauf hin, dass ein ähnliches Modell in Österreich
zum Zusammenbruch des Mehrwegsystems geführt habe.
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