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- 06.02.2004 -

 

 

 

 



 

Trittin: Bundesweit größtes Erdwärme-Projekt zu Stromerzeugung gestartet

Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat in Unterhaching den offiziellen Startschuss für das bundesweit größte Erdwärmeprojekt gegeben.

Unterhaching (dpa) - «In Unterhaching wollen wir modellhaft zeigen, welchen Beitrag die Nutzung der Erdwärme zur umweltgerechten Energiegewinnung leisten kann», sagte der Minister am Freitag. Bis Ende 2005 soll in der Gemeinde im Münchner Süden ein Geothermiekraftwerk mit rund 3,7 Megawatt Leistung entstehen. Das rund 35 Millionen Euro teure Projekt wird mit 4,8 Millionen Euro aus Bundesmitteln gefördert.

Trittin (Grüne) hob die wirtschaftliche Bedeutung erneuerbarer Energien hervor. Ihre verstärkte Nutzung schaffe Arbeitsplätze sowohl in den Industrieländern als auch in den Entwicklungsländern, in denen der Energiebedarf ständig zunehme, sagte der Minister.

Im April soll der Bohrer in Unterhaching eine Tiefe von rund drei Kilometern erreichen. Dann wird sich zeigen, ob das Wasser tatsächlich wie prognostiziert 120 Grad heiß ist. Mindestens 100 Grad Celsius sind für die Stromerzeugung notwendig.

 


© Rödl & Partner

Schema der geothermischen Bohrung in Unterhaching

 

Das Projekt in Unterhaching hat in mehrfacher Hinsicht Modellcharakter. Erstmals in Deutschland kommt dabei eine neuartige effizientere Technik zum Einsatz. Die so genannte Kalina-Technologie ermöglicht eine höhere Energieausbeute als die bisher üblichen Verfahren. Experten gehen von einer Steigerung des Wirkungsgrades von sieben Prozent auf 14 Prozent aus.

Zudem wird erstmals gezielt zum Zweck der Stromerzeugung nach Thermalwasser gebohrt. Als erstes Geothermiekraftwerk in Deutschland speist seit vergangenem Jahr eine Anlage im mecklenburgischen Neustadt-Glewe Strom ins Netz. Dort allerdings hatte bereits eine Anlage für Erdwärme bestanden, die dann zur Stromerzeugung aufgerüstet wurde.

Nach den Worten des Bundesumweltministers wurde in Unterhaching auch ein Durchbruch in Bezug auf die finanzielle Absicherung erreicht. Bisher sei das Risiko, bei den kostenaufwendigen Tiefbohrungen nicht den gewünschten Erfolg zu erzielen, das größte Hindernis für die Finanzierung gewesen. Durch den Abschluss einer Versicherung auf privatwirtschaftlicher Basis sei es erstmals europaweit gelungen, hier eine faire Risikoverteilung zwischen allen Beteiligten zu erreichen.

 

 Mehr Informationen:

Geothermie Unterhaching (pdf)

BMU: Erneuerbare Energien

 

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Geothermie: Pilotkraftwerk in Betrieb genommen

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