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Trittin: Bundesweit größtes
Erdwärme-Projekt zu Stromerzeugung gestartet
Bundesumweltminister Jürgen
Trittin hat in Unterhaching den offiziellen Startschuss für
das bundesweit größte Erdwärmeprojekt gegeben.
Unterhaching (dpa) - «In
Unterhaching wollen wir modellhaft zeigen, welchen Beitrag die
Nutzung der Erdwärme zur umweltgerechten Energiegewinnung
leisten kann», sagte der Minister am Freitag. Bis Ende 2005
soll in der Gemeinde im Münchner Süden ein Geothermiekraftwerk
mit rund 3,7 Megawatt Leistung entstehen. Das rund 35 Millionen
Euro teure Projekt wird mit 4,8 Millionen Euro aus Bundesmitteln
gefördert.
Trittin (Grüne) hob die
wirtschaftliche Bedeutung erneuerbarer Energien hervor. Ihre verstärkte
Nutzung schaffe Arbeitsplätze sowohl in den Industrieländern
als auch in den Entwicklungsländern, in denen der Energiebedarf
ständig zunehme, sagte der Minister.
Im April soll der Bohrer in Unterhaching
eine Tiefe von rund drei Kilometern erreichen. Dann wird sich
zeigen, ob das Wasser tatsächlich wie prognostiziert 120
Grad heiß ist. Mindestens 100 Grad Celsius sind für
die Stromerzeugung notwendig.

©
Rödl & Partner
Schema
der geothermischen Bohrung in Unterhaching
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Das Projekt in Unterhaching hat
in mehrfacher Hinsicht Modellcharakter. Erstmals in Deutschland
kommt dabei eine neuartige effizientere Technik zum Einsatz. Die
so genannte Kalina-Technologie ermöglicht eine höhere
Energieausbeute als die bisher üblichen Verfahren. Experten
gehen von einer Steigerung des Wirkungsgrades von sieben Prozent
auf 14 Prozent aus.
Zudem wird erstmals gezielt zum
Zweck der Stromerzeugung nach Thermalwasser gebohrt. Als erstes
Geothermiekraftwerk in Deutschland speist seit vergangenem Jahr
eine Anlage im mecklenburgischen Neustadt-Glewe Strom ins Netz.
Dort allerdings hatte bereits eine Anlage für Erdwärme
bestanden, die dann zur Stromerzeugung aufgerüstet wurde.
Nach den Worten des Bundesumweltministers
wurde in Unterhaching auch ein Durchbruch in Bezug auf die finanzielle
Absicherung erreicht. Bisher sei das Risiko, bei den kostenaufwendigen
Tiefbohrungen nicht den gewünschten Erfolg zu erzielen, das
größte Hindernis für die Finanzierung gewesen.
Durch den Abschluss einer Versicherung auf privatwirtschaftlicher
Basis sei es erstmals europaweit gelungen, hier eine faire Risikoverteilung
zwischen allen Beteiligten zu erreichen.
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