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- 26.01.2004 -

 

 

 

 



 

Gentechnik: Sachsen-Anhalt will Gen-Mais säen - Künast für Siegel

Sachsen-Anhalt will als erstes Bundesland im Frühjahr großflächig Gen-Mais aussäen. Verbraucherministerin Künast plädierte indes für die Einführung eines neuen Siegels «Gentechnik-frei».

Magdeburg/Berlin (dpa) - In Sachsen-Anhalt soll als erstem Bundesland in diesem Frühjahr großflächig Gen-Mais ausgesät werden. Das kündigte Jens Katzek, Geschäftsführer der BIO Mitteldeutschland GmbH (BMD) Halle, in einem dpa-Gespräch an. Der Vertreter des Lobbyunternehmens zur Stärkung der biotechnologischen Industrie in Mitteldeutschland sagte: «Ziel sind einige hundert Hektar, auf denen fünf verschiedene gentechnisch veränderte Maissorten angebaut werden sollen.» Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) plädierte indes für die Einführung eines neuen Siegels «Gentechnik- frei».

«Das wäre eine sinnvolle Nutzung des Standortvorteils», sagte Künast der Zeitung «Die Welt» (Samstag). «Bauern haben bereits angefangen, Gentechnik-freie Regionen zu organisieren.» Die Entscheidung, gentechnisch veränderte Organismen zuzulassen, sei längst auf europäischer Ebene getroffen worden. Die Novelle zum Gentechnik-Gesetz solle nun sicherstellen, «dass in Zukunft auch Anbau ohne Gentechnik möglich ist».

Katzek meinte dagegen: «Nach Jahren der Diskkussion müssen wir endlich praktische Erfahrungen mit verschiedenen Formen der Landwirtschaft sammeln. Wir müssen endlich weg von der Theorie, sonst verlieren wir den Anschluss in Europa». Weltweit würden bereits auf 250 Millionen Hektar genmanipulierte Pflanzen angebaut. Allein 40 Millionen davon seien Gen-Mais.

Die Gen-Mais-Sorten, die ausschließlich für Futterzwecke verwendet werden sollen, seien gegen Insektenfraß resistent. Damit sparten die Bauern das Ausbringen von Insektiziden. Die Aussaat im April bedeute einen weiteren Schritt bei der Erforschung des Nebeneinander von «normaler» Agrarwirtschaft und dem Anbau genmanipulierter Pflanzen, sagte Katzek.

 

 Mehr Informationen:

Verbraucherministerium

BIO Mitteldeutschland

vista verde: Gentechnik

 

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