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Gentechnik: Sachsen-Anhalt will Gen-Mais
säen - Künast für Siegel
Sachsen-Anhalt will als erstes
Bundesland im Frühjahr großflächig Gen-Mais aussäen.
Verbraucherministerin Künast plädierte indes für
die Einführung eines neuen Siegels «Gentechnik-frei».
Magdeburg/Berlin (dpa) - In Sachsen-Anhalt
soll als erstem Bundesland in diesem Frühjahr großflächig
Gen-Mais ausgesät werden. Das kündigte Jens Katzek,
Geschäftsführer der BIO Mitteldeutschland GmbH (BMD)
Halle, in einem dpa-Gespräch an. Der Vertreter des Lobbyunternehmens
zur Stärkung der biotechnologischen Industrie in Mitteldeutschland
sagte: «Ziel sind einige hundert Hektar, auf denen fünf
verschiedene gentechnisch veränderte Maissorten angebaut
werden sollen.» Bundesverbraucherschutzministerin Renate
Künast (Grüne) plädierte indes für die Einführung
eines neuen Siegels «Gentechnik- frei».
«Das wäre eine sinnvolle
Nutzung des Standortvorteils», sagte Künast der Zeitung
«Die Welt» (Samstag). «Bauern haben bereits
angefangen, Gentechnik-freie Regionen zu organisieren.»
Die Entscheidung, gentechnisch veränderte Organismen zuzulassen,
sei längst auf europäischer Ebene getroffen worden.
Die Novelle zum Gentechnik-Gesetz solle nun sicherstellen, «dass
in Zukunft auch Anbau ohne Gentechnik möglich ist».
Katzek meinte dagegen: «Nach
Jahren der Diskkussion müssen wir endlich praktische Erfahrungen
mit verschiedenen Formen der Landwirtschaft sammeln. Wir müssen
endlich weg von der Theorie, sonst verlieren wir den Anschluss
in Europa». Weltweit würden bereits auf 250 Millionen
Hektar genmanipulierte Pflanzen angebaut. Allein 40 Millionen
davon seien Gen-Mais.
Die Gen-Mais-Sorten, die ausschließlich
für Futterzwecke verwendet werden sollen, seien gegen Insektenfraß
resistent. Damit sparten die Bauern das Ausbringen von Insektiziden.
Die Aussaat im April bedeute einen weiteren Schritt bei der Erforschung
des Nebeneinander von «normaler» Agrarwirtschaft und
dem Anbau genmanipulierter Pflanzen, sagte Katzek.
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