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Verkehr: Umweltbundesamt und VCD für
Anspruch auf Lärmschutz
Weil Lärm immer häufiger
krank macht, verlangen das Umweltbundesamt und der Verkehrsclub
Deutschland (VCD), ihn deutlich stärker zu bekämpfen.
Berlin (dpa) - Alle Menschen,
die an zu lauten Verkehrswegen wohnen, müssten einen umfassenden
Rechtsanspruch auf Lärmschutz erhalten, verlangten beide
Organisationen am Freitag in Berlin. Als Beispiel wurde der Einbau
neuer Fenster an viel befahrenen Straßen genannt. «Dazu
bedarf es verbindlicher Grenzwerte und der Bereitstellung von
Finanzmitteln», sagte die VCD-Vizevorsitzende Monika Ganseforth.
Finanzierungsquellen könnten die Mineralölsteuer und
- bei der Bahn - höhere Fahr- und Trassenpreise sein.
Umweltbundesamt und Verkehrsclub
verständigten sich auf einen Maßnahmenkatalog, der
vor allem Straßen-, Schienen- und Fluglärm einbezieht.
So könnte ein strengerer Grenzwert für Motorräder
verhindern, dass solche Zweiräder weiterhin lauter sein dürften
als Lastwagen. Bei Autos, Bahnen und Flugzeugen müsse die
Entwicklung lärmarmer Modelle angeregt werden. Dies könne
bei Autos dadurch geschehen, dass die Kfz-Steuer nicht mehr nur
nach Hubraum und CO2- Emissionen, sondern auch nach Lärmwerten
gestaffelt werde. Lärmabhängig gestalten könnte
man laut Verkehrsclub auch die Bahnpreise und die Landegebühren
für Flugzeuge.
Abteilungsleiter Axel Friedrich
vom Umweltbundesamt beklagte, dass die Politik bisher auf Lärmbekämpfungsvorschläge
unzureichend reagiert habe. Lärm beeinträchtige nicht
nur die Gesundheit der Menschen, sondern bringe auch immer größere
volkswirtschaftlichen Verluste mit sich: Gesundheitskosten, Mieteinbußen
für Vermieter bei Wohnungen an viel befahrenen Straßen,
Aufwand für Pendler und viele andere Folgelasten des Lärms.
Insgesamt sei mit Schäden
in zweistelliger Milliarden-Euro-Höhe zu rechnen, sagte Friedrich.
Diese seien eindeutig höher als die Kosten für die Lärmseitigung.
Der hohe Aufwand zur Durchsetzung des Rechtsanspruchs auf Lärmschutz
vor allem für Kommunen sei «natürlich nicht kurzfristig,
sondern nur in vielen Jahresstufen zu schultern».
Ganseforth sagte: «Rund
ein Viertel aller Menschen in Deutschland leidet unter krank machendem
Verkehrslärm. Über drei Viertel fühlen sich belästigt.
Unwohlsein, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen und ein
höheres Herzinfarktrisiko sind die Folgen.» Lärmbekämpfung
werde damit zur zentralen umweltpolitischen Aufgabe.
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