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- 16.01.2004 -

 

 

 

 

 

 



 

Verkehr: Umweltbundesamt und VCD für Anspruch auf Lärmschutz

Weil Lärm immer häufiger krank macht, verlangen das Umweltbundesamt und der Verkehrsclub Deutschland (VCD), ihn deutlich stärker zu bekämpfen.

Berlin (dpa) - Alle Menschen, die an zu lauten Verkehrswegen wohnen, müssten einen umfassenden Rechtsanspruch auf Lärmschutz erhalten, verlangten beide Organisationen am Freitag in Berlin. Als Beispiel wurde der Einbau neuer Fenster an viel befahrenen Straßen genannt. «Dazu bedarf es verbindlicher Grenzwerte und der Bereitstellung von Finanzmitteln», sagte die VCD-Vizevorsitzende Monika Ganseforth. Finanzierungsquellen könnten die Mineralölsteuer und - bei der Bahn - höhere Fahr- und Trassenpreise sein.

Umweltbundesamt und Verkehrsclub verständigten sich auf einen Maßnahmenkatalog, der vor allem Straßen-, Schienen- und Fluglärm einbezieht. So könnte ein strengerer Grenzwert für Motorräder verhindern, dass solche Zweiräder weiterhin lauter sein dürften als Lastwagen. Bei Autos, Bahnen und Flugzeugen müsse die Entwicklung lärmarmer Modelle angeregt werden. Dies könne bei Autos dadurch geschehen, dass die Kfz-Steuer nicht mehr nur nach Hubraum und CO2- Emissionen, sondern auch nach Lärmwerten gestaffelt werde. Lärmabhängig gestalten könnte man laut Verkehrsclub auch die Bahnpreise und die Landegebühren für Flugzeuge.

Abteilungsleiter Axel Friedrich vom Umweltbundesamt beklagte, dass die Politik bisher auf Lärmbekämpfungsvorschläge unzureichend reagiert habe. Lärm beeinträchtige nicht nur die Gesundheit der Menschen, sondern bringe auch immer größere volkswirtschaftlichen Verluste mit sich: Gesundheitskosten, Mieteinbußen für Vermieter bei Wohnungen an viel befahrenen Straßen, Aufwand für Pendler und viele andere Folgelasten des Lärms.

Insgesamt sei mit Schäden in zweistelliger Milliarden-Euro-Höhe zu rechnen, sagte Friedrich. Diese seien eindeutig höher als die Kosten für die Lärmseitigung. Der hohe Aufwand zur Durchsetzung des Rechtsanspruchs auf Lärmschutz vor allem für Kommunen sei «natürlich nicht kurzfristig, sondern nur in vielen Jahresstufen zu schultern».

Ganseforth sagte: «Rund ein Viertel aller Menschen in Deutschland leidet unter krank machendem Verkehrslärm. Über drei Viertel fühlen sich belästigt. Unwohlsein, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen und ein höheres Herzinfarktrisiko sind die Folgen.» Lärmbekämpfung werde damit zur zentralen umweltpolitischen Aufgabe.

 

 Mehr Informationen:

Umweltbundesamt

VCD

vista verde: Lärm

 

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