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Bund:
Kennzeichnungspflicht für Gen-Lebensmittel:
50.000 Euro Strafe
Die Bundesregierung hat drastische
Strafen für Verstöße gegen die Kennzeichnungspflicht
für gentechnisch veränderte Lebensmittel beschlossen.
Berlin (dpa) - Bußgelder
bis zu 50.000 Euro und Haftstrafen bis zu drei Jahren drohen denjenigen,
die Verpflichtungen aus den entsprechenden EU-Verordnungen verletzen.
Agrarministerin Renate Künast (Grüne) betonte am Mittwoch,
die Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel sei
eine «wesentliche Voraussetzung für die Wahlfreiheit
von Verbrauchern und Landwirten».
Künast hatte am Montag einen
Gesetzentwurf für den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft
vorgelegt. Er soll die Koexistenz des herkömmlichen mit gentechnisch
verändertem Anbau regeln und den Verbrauchern Wahlfreiheit
sichern. Strittig sind nach wie vor Haftungsfragen, wenn es zu
Verschmutzungen durch gentechnisch veränderte Organismen
kommt.
Umweltschützer protestierten
mit einem acht Meter hohen Maiskolben zum Auftakt einer Tagung
in Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) gegen Gentechnik in der
Landwirtschaft. «Die geplanten Gesetze bieten keinen Schutz,
die Landwirte sollten mehr gentechnikfreie Zonen bilden»,
sagte ein Sprecher des Naturschutzverbandes BUND.
Greenpeace: Ratgeber für
gentechnikfreien Einkauf
Die Umweltschutzorganisation
Greenpeace sieht derzeit keine Chancen für gentechnisch veränderte
Lebensmittel auf dem deutschen Markt. Alle großen Handelsunternehmen
und die meisten Lebensmittelhersteller wollten ihre Produkte ohne
Zutaten aus gentechnisch veränderten Organismen herstellen,
erklärte Corinna Hölzel von Greenpeace in Berlin kurz
vor Beginn der Grünen Woche.
Große Handelshäuser
mit Eigenmarken haben nach Angaben von Greenpeace ihren Verzicht
auf Gentechnik bekundet. Dazu zählte unter anderem die Edeka-Märkte,
die erklärten, gentechnisch veränderte Organismen nicht
mehr zu verwenden. Auch Lidl und Metro hätten dies zum Jahresende
2003 bekannt gegeben, sagte Hölzel. In einem Greenpeace-Einkaufsführer
werden auch Aldi, Kaufland, Rossman, Rewe und Walmart als Firmen
aufgeführt, die einen Verzicht angekündigt hätten.
Einen eindeutigen Verzicht hätten dm-Drogeriemarkt, Karstadt-
Warenhaus und Neuform erklärt. Dies gelte auch für sehr
viele Hersteller von Getränken und Babynahrung.
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