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- 14.01.2004 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

Bund:

Kennzeichnungspflicht für Gen-Lebensmittel: 50.000 Euro Strafe

Die Bundesregierung hat drastische Strafen für Verstöße gegen die Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel beschlossen.

Berlin (dpa) - Bußgelder bis zu 50.000 Euro und Haftstrafen bis zu drei Jahren drohen denjenigen, die Verpflichtungen aus den entsprechenden EU-Verordnungen verletzen. Agrarministerin Renate Künast (Grüne) betonte am Mittwoch, die Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel sei eine «wesentliche Voraussetzung für die Wahlfreiheit von Verbrauchern und Landwirten».

Künast hatte am Montag einen Gesetzentwurf für den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft vorgelegt. Er soll die Koexistenz des herkömmlichen mit gentechnisch verändertem Anbau regeln und den Verbrauchern Wahlfreiheit sichern. Strittig sind nach wie vor Haftungsfragen, wenn es zu Verschmutzungen durch gentechnisch veränderte Organismen kommt.

Umweltschützer protestierten mit einem acht Meter hohen Maiskolben zum Auftakt einer Tagung in Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) gegen Gentechnik in der Landwirtschaft. «Die geplanten Gesetze bieten keinen Schutz, die Landwirte sollten mehr gentechnikfreie Zonen bilden», sagte ein Sprecher des Naturschutzverbandes BUND.

Greenpeace: Ratgeber für gentechnikfreien Einkauf

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sieht derzeit keine Chancen für gentechnisch veränderte Lebensmittel auf dem deutschen Markt. Alle großen Handelsunternehmen und die meisten Lebensmittelhersteller wollten ihre Produkte ohne Zutaten aus gentechnisch veränderten Organismen herstellen, erklärte Corinna Hölzel von Greenpeace in Berlin kurz vor Beginn der Grünen Woche.

Große Handelshäuser mit Eigenmarken haben nach Angaben von Greenpeace ihren Verzicht auf Gentechnik bekundet. Dazu zählte unter anderem die Edeka-Märkte, die erklärten, gentechnisch veränderte Organismen nicht mehr zu verwenden. Auch Lidl und Metro hätten dies zum Jahresende 2003 bekannt gegeben, sagte Hölzel. In einem Greenpeace-Einkaufsführer werden auch Aldi, Kaufland, Rossman, Rewe und Walmart als Firmen aufgeführt, die einen Verzicht angekündigt hätten. Einen eindeutigen Verzicht hätten dm-Drogeriemarkt, Karstadt- Warenhaus und Neuform erklärt. Dies gelte auch für sehr viele Hersteller von Getränken und Babynahrung.

 

 Mehr Informationen:

Verbraucherministerium

Greenpeace

BUND

vista verde: Gentechnik

 

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