Klärgas: Stromgewinnung mit Brennstoffzelle
Mit Hilfe vom Brennstoffzellen lässt sich
aus Klärgas umweltfreundlicher Strom gewinnen.
(jkm) - Eine entsprechende Versuchsanlage
haben Fraunhofer-Forscher jetzt im Klärwerk Kohlfurth in
Wuppertal in Betrieb genommen. Die Wissenschaftler wollen so die
Wirtschaftlichkeit des Verfahrens untersuchen.
Klärgas ensteht bei der Zersetzung
von organischem Klärschlamm. Das Gasgemisch enthält
Kohlendioxid und Methan. Herkömmliche Technik kann meist
nur einen Teil des Gases zur Stromerzeugung nutzen. In Hochtemperatur-Brennstoffzellen
lässt sich dagegen ein wesentlich höherer Wirkungsgrad
erzielen, sagen Forscher vom Fraunhofer-Institut für Umwelt-,
Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT).
Das Problem: Klärgas enthält
in Spuren Schwefel, Halogene, leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe
und Siloxane. Diese können schon in geringsten Konzentrationen
die Brennstoffzelle zerstören und müssen deshalb entfernt
werden.
Die Fraunhofer-Forscher haben
dazu eine vierstufige Gasreinigungsanlage entwickelt. Das Gas
wird gereinigt, befeuchtet, auf etwa 650 Grad Celsius erhitzt
und in Kohlendioxid und Wasserstoff umgewandelt. In einer MCFC-Brennstoffzelle
lässt sich das Gas dann mit hohen thermischen und elektrischen
Wirkungsgraden verarbeiten.
Die Versuchsanlage mit 1 Kilowatt
elektrischer Leistung betreuen die Fraunhofer-Forscher gemeinsam
mit dem Wupperverband und dem Institut für Abfallwirtschaft
und Abfalltechnik der Universität Duisburg-Essen.
"Läuft das Verfahren
optimal und arbeitet wirtschaftlich, wird es auf höhere Leistungsbereiche
übertragen und bis zur Serienreife entwickelt", sagt
Ralf Hiller, Leiter Brennstoffzellensysteme am Fraunhofer-Institut.
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