vista verde - Portal für Umwelt und Natur - Werbung 

vista verde SucheNewsForumAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   W i r t s c h a f t   &   E n e r g i e

News - Seite 1Politik
Natur und Artenvielfalt
Wissenschaft und Technik
Wirtschaft und Energie

- 27.02.2003 -

 

 

 

 



 

Strom aus Erdwärme: Bundesweit erstes Geothermie-Kraftwerk am Netz

Erstmals speist in Deutschland ein Kraftwerk Strom aus Erdwärme ins Netz.

Von Grit Büttner, dpa

Neustadt-Glewe (dpa) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) nahm das Erdwärmekraftwerk im mecklenburgischen Neustadt-Glewe am Mittwoch mit einem symbolischen Knopfdruck in Betrieb. Trittin kündigte dabei an, dass mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) eine deutlich bessere Vergütung für Erdwärme-Strom in Höhe von 15 statt bisher 8,95 Cent je Kilowattstunde vorgesehen ist. «Außerdem sollen die Bundesfördergelder für die Geothermie-Forschung verdoppelt werden», sagte der Minister.

Das neue Kraftwerk nutzt 97 Grad heißes Wasser aus rund zwei Kilometern Tiefe in der Erdkruste. Die Energie der Sole gelangt über einen Wärmetauscher in den Turbinenkreislauf und verdampft dort einen synthetischen Antriebsstoff, der bereits bei 30 Grad siedet. Mit einer Leistung von 210 Kilowatt erzeugt die Turbine Strom für bis zu 500 Haushalte, wie die Erdwärme-Kraft GbR als Betreiber mitteilte. Die mehrheitlich zur Berliner Bewag AG gehörende Firma rechnet mit etwa 1,4 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Die vom Bund geförderte, 800.000 Euro teure Anlage erweitert die bereits bestehende Geothermie-Heizzentrale in Neustadt-Glewe zum Kraftwerk.

 


© dpa

Blick über einen der Kühltürme auf das erste deutsche Erdwärmekraftwerk im mecklenburgischen Neustadt-Glewe (Kreis Ludwigslust).

 

Deutschland hat nach Angaben des Geoforschungszentrums (GFZ) Potsdam enorme Energiepotenziale unter der Erde, denn in drei- bis viertausend Metern Tiefe herrschen 100 bis 170 Grad Celsius. Erst 30 größere Geothermie-Anlagen nutzen jedoch die unterirdischen Thermalquellen für die Wärmeversorgung von Schwimmbädern, Wohn- und Gewerbegebieten, teilte eine Sprecherin mit. Nur mit 0,003 Prozent trägt die Tiefengeothermie zum deutschen Energiebedarf bei. Weltweit sind rund 17.000 Megawatt thermische sowie 8.000 Megawatt elektrische Leistung in 60 Ländern installiert, etwa in den USA und Japan, Island und Neuseeland.

«Die Bundesrepublik könnte mit ihren Erdwärme-Ressourcen, etwa in der Norddeutschen Tiefebene, rund 30 Prozent ihres Wärmebedarfs decken», schätzte die GFZ-Sprecherin. Bedingung dafür wäre aber, die Kosten für Erschließung und Nutzung geothermischer Reservoire nachhaltig zu senken.

In Neustadt-Glewe war 1994 mit Bundesmitteln ein Geothermie- Heizwerk entstanden, das mehr als 1400 Wohnungen und Gewerbetreibende mit Fernwärme versorgt. Das Wärme-Potenzial soll noch mindestens 50 Jahre ausreichen, schätzt die Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH.

Auf Grund des extrem hohen Salzgehalts des Thermalwassers, der mit 227 Gramm je Liter nur noch von dem des Toten Meeres übertroffen wird, leisteten die Mecklenburger Pionierarbeit beim Erforschen stabiler Rohre und Dichtungen, die der aggressiven Sole standhalten können, hieß es.

 

 Mehr Informationen:

Erdwärme-Kraftwerk Neustadt-Glewe

GFZ Potsdam

Umweltministerium

Geothermische Vereinigung

Über Erdwärme

vista verde: Geothermie

 

 Lesen Sie auch:

Experiment: Kann in Deutschland Strom aus Erdwärme erzeugt werden?

Freiberg: Grubenluft für das Krankenhaus

Geothermie: Pilotkraftwerk in Betrieb genommen

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Forum | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2003
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung