vista verde - Portal für Umwelt und Natur - Werbung 

vista verde SucheNewsForumAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   W i r t s c h a f t   &   E n e r g i e

News - Seite 1Politik
Natur und Tiere
Wissenschaft und Technik
Wirtschaft und Energie

- 30.09.2003 -

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Handel befürchtet Chaos: Rücknahme von Dosen jetzt bundesweit

Nach neun Monaten Übergangsregelung startet die Rücknahmepflicht für Dosen und Einwegverpackungen an diesem Mittwoch flächendeckend und bundesweit. Gleichzeitig entscheidet die EU-Kommission über die Einleitung eines Verfahrens.

Berlin (dpa) - Nach dem Willen des Bundesumweltministers Jürgen Trittin (Grüne) muss jeder Händler, der Pfanddosen verkauft, gleichartige Verpackungen auch wieder zurücknehmen und das Pfand auszahlen. Ausgenommen sind Geschäfte mit einer Fläche unter 200 Quadratmetern. Diese müssen nur Dosen solcher Marken zurücknehmen, die sie selbst verkaufen. Die Rücknahme wird von mehreren konkurrierenden Systemen organisiert.

Die REWE-Gruppe kündigte unterdessen an, als eines der letzten großen deutschen Lebensmittel-Einzelhändler die Getränkedose komplett aus den Regalen zu nehmen. Mit dem Start des bundesweiten Rücknahmesystems zum 1. Oktober werde keine Pfanddose mehr verkauft, sagte ein Sprecher am Dienstag. Stattdessen gibt es eine so genannte Insellösung, bei der REWE Getränke in eigenen Verpackungen oder Flaschen anbietet. Diese können die Kunden bundesweit in allen REWE- Märkten (miniMAL, toom, Penny) zurückgeben.

Solche «Insellösungen» hatten zuvor auch große Discounter wie Aldi, Lidl und Plus angekündigt. Mit eigenen, anders geformten Dosen und Flaschen umgehen sie die Pflicht, alle «nach Art, Form und Größe» gleichen Gebinde zurücknehmen zu müssen. So will Deutschlands drittgrößter Lebensmittel-Discounter Plus ab Mittwoch in allen 2700 Filialen Bier in pfandpflichtigen Plastikflaschen verkaufen. Wie das Unternehmen am Dienstag in Mülheim an der Ruhr mitteilte, können die Flaschen in jeder Filiale zurückgegeben werden. Die Flasche hat eine eigene Form und wird nur bei Plus verkauft.

Während Bundesregierung und Koalitionsparteien die Umsetzung des Dosenpfands als umweltpolitischen Durchbruch begrüßen, warnen Teile des Handels und der Getränkeindustrie vor Unübersichtlichkeit und Chaos. Der Handelsverband BAG kritisierte am Dienstag ein «Konjunktur schädigendes Durcheinander» und forderte statt des Dosenpfands die Einführung einer «Lenkungsabgabe».

Für die Union sagte deren umweltpolitischer Sprecher Peter Paziorek, Trittin habe seine Zusage nicht eingehalten, ein bundeseinheitliches Rücknahmesystem für Einwegverpackungen aufzubauen. Stattdessen werde es eine Vielzahl unterschiedlicher Systeme und «Insellösungen» geben. «Trittin täuscht die Öffentlichkeit», sagte Paziorek. Die FDP-Sprecherin Birgit Homburger kritisierte eine «neue Runde im Zwangspfandchaos».

Nach Ansicht von SPD und Grünen im Bundestag hat die Pfandpflicht bereits positive Wirkung gezeigt. Zwischen Dezember 2002 und Juni 2003 sei der Anteil von Mehrwegverpackungen um rund 9 Prozent auf 59,2 Prozent gestiegen. Auch die Vermüllung der Landschaft sei spürbar zurückgegangen. Die Abgeordneten Ulrike Mehl (SPD), Gerd Bollmann (SPD) und Antje Vogel-Sperl forderten den Handel auf, seine «Verweigerungshaltung» aufzugeben. Es sei nicht hinzunehmen, dass Teile des Handels «das geltende Recht ignorieren».

Mit Spannung wurde unterdessen in Brüssel die Entscheidung der EU- Kommission erwartet, ob sie wegen des Dosenpfands ein Verfahren gegen Deutschland eröffnet. EU-Kommissar Frits Bolkestein hatte die Sorge geäußert, ausländische Anbieter seien durch die Pfandpflicht auf dem deutschen Markt behindert. Trittin hatte am Montag in Brüssel seine Position dargelegt.

 

 Mehr Informationen:

BMU: Dosenpfand

vzbv

 

 Lesen Sie auch:

Coupons beim Dosenpfand verschwinden - Vfw steigt bei P-System ein

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Forum | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2003
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung