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Meere:
Unterwasserflügel für Gezeitenenergie
Mit einem neuartigen Konzept
wollen schottische Ingenieure das Potenzial der Gezeiten nutzbar
machen.
(jkm) - Das von den Forschern
entwickelte Gezeitenkraftwerk soll auch ohne große Masse
oder aufwändige Verankerung den Gezeitenströmen trotzen
und gleichzeitig deren Energie nutzen. Für die nötige
Bodenhaftung sorgen mehrere Tragflächen - ähnlich Spoilern
bei Rennwagen.
Schon im nächsten Frühjahr
wollen Allen Owen und Ian Bryden von der Robert Gordon University,
Aberdeen, den Prototyp ihres Gezeitenkraftwerks testen, berichtet
das Magazin "New Scientist". Als Ort für die Bewährungsprobe
haben die Ingenieure den Eynhallow-Sund ausgewählt, einen
engen Kanal zwischen zwei Orkney-Inseln. Dank des neuen Konzepts
könnte sich die Anlage aber auch vielen anderen Stellen behaupten,
die Gezeitenkraftwerken bislang verwehrt waren.
Bryden schätzt, dass allein
aus den Gezeitenströmen an der Küste Schottlands genügend
Energie gewonnen werden könnte, um 15 Millionen Menschen
mit Elektrizität zu versorgen. "Das gegenwärtig
nutzbare Potenzial der Gezeiten ist begrenzt, da die Installation
der Turbinen eine feste Verankerung im Meeresgrund erfordert",
so der Forscher. Dies sei nicht nur teuer, sondern beschränke
die Anlagen auch auf Tiefen zwischen 25 und 50 Metern.
Die von Bryden und Owen entwickelte
"Schnecke" soll diese Fesseln sprengen. Ihre Basis bildet
eine vierbeinige Stahlkonstruktion, die eine Reihe von Unterwasser-Tragflächen
trägt. Darauf thront wiederum der von den Gezeitenströmen
angetriebene Propeller. Tatsächlich weist der Umriss der
15 Meter hohen und 20 Tonnen schweren Anlage entfernte Ähnlichkeit
mit einer Schnecke auf, laut den Forschern die Inspiration für
den neuen Kraftwerkstyp.
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