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Klimaschutz: Töpfer begrüßt
Emissionshandel - Umweltschützer warnen
Der geplante europaweite Emissionshandel
ist nach Ansicht von UN-Umweltdirektor Klaus Töpfer ein vernünftiges
Instrument zur Reduzierung klimaschädigender Treibhausgase.
Köln/Berlin (dpa) - «Das
Grundprinzip ist absolut richtig», sagte Töpfer am
Dienstag auf einem Energiekongress in Köln. Die Bundesregierung
muss bis Ende März 2004 in Brüssel einen nationalen
Zuteilungsplan vorlegen, der die Vergabe der Emissionsrechte auf
Betriebe und Anlagen regelt.
Nach Auffassung des Staatssekretärs
im Wirtschaftsministerium, Georg Wilhelm Adamowitsch, wird für
den Emissionshandel voraussichtlich eine neue Behörde zuständig
sein. «Es wird sicher nicht ohne eine neue Stelle gehen»,
sagte er in Köln. An diesem Donnerstag wird erstmals eine
Expertengruppe im Umweltministerium über Einzelheiten des
Handels mit Verschmutzungsrechten beraten.
Beim Emissionshandel werden ab
2005 zunächst in einer Pilotphase EU-weit Verschmutzungs-Zertifikate
ver- und gekauft. Firmen, die Kohlendioxid (CO2) einsparen, können
überschüssige Emissionsrechte veräußern;
Unternehmen, die über dem ihnen zugestandenen Emissions-Limit
liegen, müssen hinzukaufen.
Die Umweltorganisation WWF warnte
unterdessen vor undurchsichtigen Absprachen zwischen Industrie
und Bundesregierung vor dem Start des EU-weiten Handels. Sonderregelungen
für einzelne Unternehmen müssten auf ein Minimum beschränkt
werden, sagte die Leiterin des WWF- Klimareferats, Regine Günther,
am Dienstag in Berlin. Sie beklagte, dass an der Arbeitsgruppe
«Emissionshandel» keine Umweltorganisationen beteiligt
seien.
Hinter den Kulissen wird nach
WWF-Angaben zwischen den einzelnen Unternehmen bereits heftig
um den «Emissionskuchen» gekämpft. Dabei geht
es um die Frage, wer künftig wie viel klimaschädliches
Kohlendioxid (CO2) emittieren darf.
Klaus Sturany vom Energiekonzern
RWE sagte auf dem Kongress in Köln, bei zu hohen Kosten für
Emissionszertifikate seien Braunkohlekraftwerke nicht mehr wettbewerbsfähig.
Er warnte vor «Exzessen» bei neuen Zielen zur CO2-Minderung.
«Darüber könnten die Versorgungsunternehmen pleite
gehen», sagte Sturany.
Einer vom WWF am Dienstag vorgestellten
Studie zufolge kann die deutsche Industrie durch den Emissionshandel
je nach Ausgestaltung pro Jahr 230 Millionen bis 545 Millionen
Euro einsparen. Zu den Gewinnern gehörten demnach mit der
Chemie-Industrie und dem Bergbau zwei Branchen, die den Emissionshandel
besonders hart bekämpft hatten. «Sorgenkind»
seien die öffentlichen Stromversorgungsunternehmen mit ihrem
hohen Anteil an Braun- und Steinkohle.
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