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- 23.09.2003 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

Klimaschutz: Töpfer begrüßt Emissionshandel - Umweltschützer warnen

Der geplante europaweite Emissionshandel ist nach Ansicht von UN-Umweltdirektor Klaus Töpfer ein vernünftiges Instrument zur Reduzierung klimaschädigender Treibhausgase.

Köln/Berlin (dpa) - «Das Grundprinzip ist absolut richtig», sagte Töpfer am Dienstag auf einem Energiekongress in Köln. Die Bundesregierung muss bis Ende März 2004 in Brüssel einen nationalen Zuteilungsplan vorlegen, der die Vergabe der Emissionsrechte auf Betriebe und Anlagen regelt.

Nach Auffassung des Staatssekretärs im Wirtschaftsministerium, Georg Wilhelm Adamowitsch, wird für den Emissionshandel voraussichtlich eine neue Behörde zuständig sein. «Es wird sicher nicht ohne eine neue Stelle gehen», sagte er in Köln. An diesem Donnerstag wird erstmals eine Expertengruppe im Umweltministerium über Einzelheiten des Handels mit Verschmutzungsrechten beraten.

Beim Emissionshandel werden ab 2005 zunächst in einer Pilotphase EU-weit Verschmutzungs-Zertifikate ver- und gekauft. Firmen, die Kohlendioxid (CO2) einsparen, können überschüssige Emissionsrechte veräußern; Unternehmen, die über dem ihnen zugestandenen Emissions-Limit liegen, müssen hinzukaufen.

Die Umweltorganisation WWF warnte unterdessen vor undurchsichtigen Absprachen zwischen Industrie und Bundesregierung vor dem Start des EU-weiten Handels. Sonderregelungen für einzelne Unternehmen müssten auf ein Minimum beschränkt werden, sagte die Leiterin des WWF- Klimareferats, Regine Günther, am Dienstag in Berlin. Sie beklagte, dass an der Arbeitsgruppe «Emissionshandel» keine Umweltorganisationen beteiligt seien.

Hinter den Kulissen wird nach WWF-Angaben zwischen den einzelnen Unternehmen bereits heftig um den «Emissionskuchen» gekämpft. Dabei geht es um die Frage, wer künftig wie viel klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) emittieren darf.

Klaus Sturany vom Energiekonzern RWE sagte auf dem Kongress in Köln, bei zu hohen Kosten für Emissionszertifikate seien Braunkohlekraftwerke nicht mehr wettbewerbsfähig. Er warnte vor «Exzessen» bei neuen Zielen zur CO2-Minderung. «Darüber könnten die Versorgungsunternehmen pleite gehen», sagte Sturany.

Einer vom WWF am Dienstag vorgestellten Studie zufolge kann die deutsche Industrie durch den Emissionshandel je nach Ausgestaltung pro Jahr 230 Millionen bis 545 Millionen Euro einsparen. Zu den Gewinnern gehörten demnach mit der Chemie-Industrie und dem Bergbau zwei Branchen, die den Emissionshandel besonders hart bekämpft hatten. «Sorgenkind» seien die öffentlichen Stromversorgungsunternehmen mit ihrem hohen Anteil an Braun- und Steinkohle.

 


© ArtToday

Firmen, die Kohlendioxid einsparen, können überschüssige Emissionsrechte in Zukunft veräußern.

 

 Mehr Informationen:

BMU: Emissionshandel

Umweltstiftung WWF

DIE ZEIT: Energiepolitik

vista verde: Emissionshandel

 

 Lesen Sie auch:

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