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Pfandpflicht:
System zur bundesweiten Rücknahme
von Dosen vorgestellt
Zwei Wochen vor Ablauf der
Übergangsfrist für das Dosenpfand am 1. Oktober ist
ein weiteres System zur bundesweiten Rücknahme von Einweg-Verpackungen
vorgestellt worden.
Berlin (dpa) - Damit stehe ein
einheitliches, maschinentaugliches und sicheres System zur Verfügung,
sagten Sprecher der Arbeitsgemeinschaft umweltfreundliche Verpackungs-Recycling-Systeme
(AVR) am Dienstag in Berlin. Kern des Konzepts ist ein Netz von
Rücknahmeautomaten und die Kennzeichnung der Dosen und Flaschen
mit einem fälschungssicheren Faden.
Damit gibt es am 1. Oktober voraussichtlich
drei bundesweite Systeme für die Rückgabe der Dosen-
und Einwegverpackungen: AVR, Lekkerland-Tobaccoland und VfW-Spar.
Daneben wird es voraussichtlich «Insellösungen»
großer Discounter geben, die nur dort gekaufte Dosen und
Flaschen zurücknehmen. AVR-Geschäftsführer Axel
Mörsdorf räumte ein, dass die für sein System notwendigen
Automaten erst in einigen Monaten geliefert werden können.
Diese Automaten kosteten als Basismodell etwa 2.500 Euro und seien
damit erheblich billiger als bisher vom Handel behauptet.
Die AVR will in ihrem System
als eine Art Clearingstelle fungieren: Sie erhält von den
Getränkeherstellern oder Importeuren das Pfand und zahlt
es an die Automatenbetreiber wieder aus. Der Handel wäre
vom Rücknahmesystem entlastet. Der Bundesverband mittelständische
Wirtschaft (BVMW) begrüßte das System und forderte
die großen Handelskonzerne auf, «ihre Verzögerungstaktik
und Blockadehaltung beim Dosenpfand» aufzugeben.
Die umweltpolitische Sprecherin
der SPD-Bundestagsfraktion, Ulrike Mehr, sagte am Dienstag, die
bereits entwickelten Rücknahmesysteme zeigten, «dass
die Pfandpflicht sehr wohl umgesetzt werden kann». Der Handel
habe seit Anfang des Jahres genug Zeit gehabt, ein flächendeckendes
Rücknahmesystem aufzubauen. «Wir stellen uns eindeutig
hinter das Dosenpfand zum Schutz der ökologisch verträglichen
Mehrwegsysteme.» Die Grünen-Expertin Antje Vogel-Sperl
betonte, nun stehe der Einführung eines einheitlichen Rücknahmesystems
nichts mehr im Wege.
Die EU-Kommission erwartet von
Deutschland, bis zum 1. Oktober ein funktionierendes Rücknahmesystem
einzurichten. Ein Sprecher der Behörde sagte am Dienstag
in Brüssel: «Wenn dem nicht so ist, werden wir ein
Prüfverfahren eröffnen.» Das landesweite System
dürfe vor allem Getränkehersteller aus dem Ausland nicht
benachteiligen. Sollten Supermärkte Getränkedosen in
großem Stil aus den Regalen nehmen, sehe die Kommission
darin eine Benachteiligung bestimmter Anbieter, sagte der Sprecher.
«Das ist ein Effekt, den die Kommission nicht akzeptiert.»
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