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- 03.09.2003 -

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Handel warnt vor Chaos:

SPAR will weiter Dosen verkaufen

Der Lebensmittelhändler SPAR will auch nach dem 1. Oktober Getränkedosen verkaufen.

Berlin/Schenefeld (dpa) - Die Gruppe empfehle ihren selbstständigen Einzelhändlern, sich dem bundesweiten Rücknahmesystem der Kölner Vfw AG anzuschließen, teilte die SPAR Handels-AG am Mittwoch in Schenefeld bei Hamburg mit. Die Entscheidung liege aber letztlich bei den Händlern.

Damit können die 2500 SPAR-Märkte sowie die 200 «Eurospar» und «Intermarché»-Verbrauchermärkte ihren Kunden weiterhin Getränke in Einwegverpackungen anbieten. Der Kunde erhält einen Pfandkupon, den er einlöst, wenn er die Dose zurückgibt - bei SPAR oder einer anderen Verkaufsstelle von Einwegverpackungen. Damit beteiligt sich SPAR nicht an dem konkurrierenden System der Firma Lekkerland-Tobaccoland, die vor allem Tankstellen und Kioske beliefert.

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels wertete dies als «Rückschlag für das Umweltministerium». Es werde am 1. Oktober «kein bundesweites Rücknahmesystem geben, sondern nur eine Reihe von Insellösungen», meinte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr. Damit bleibe es bei der «Zumutung» für die Verbraucher, ihre Dosen dahin zurückbringen zu müssen, wo sie gekauft wurden. «Es wird Chaos geben», sagte Pellengahr weiter.

Der Sprecher des Umweltministeriums, Michael Schroeren, wies diese Ansicht zurück. Entscheidend für den Verbraucher sei, dass er das Pfand bei Rückgabe der Dose zurückbekomme. «Wer Dosen verkauft, muss sie auch zurücknehmen.» Die Auszahlung des Pfandes werde nicht an Zettel, Kupons, Münzen oder andere Regelungen gebunden. Der Handel müsse die Frage beantworten, welches System sinnvoll sei. «Die Zettelwirtschaft ist am 1. Oktober vorbei. Es wird kein Chaos geben.»

SPAR-Sprecherin Christina Werthner sagte: «Wir haben uns beide Systeme angesehen und uns für die Vfw entschieden.» Das System sei sowohl für den Kunden als auch für den Markt einfach zu handhaben. Es sei zudem nicht zwingend notwendig, einen teuren Rücknahmeautomaten zu installieren.

Damit zeichnet sich ab, dass vom 1. Oktober an zwei unterschiedliche Rücknahmesysteme am Markt sein werden. Ein Teil des Lebensmittel-Einzelhandels, etwa die Metro-Gruppe, wird zudem vollständig auf den Verkauf von Getränkedosen verzichten. Eine Sprecherin der Vfw erklärte, dass die beiden Systeme zusammenarbeiten sollen. Das würde bedeuten, dass ein Kunde eine bei SPAR gekaufte Dose auch zum Beispiel bei einer Shell-Tankstelle zurückgeben kann, die mit Lekkerland-Tobaccoland arbeitet.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hatte der EU- Kommission zugesichert, dass die zum 1. Oktober auslaufende Übergangslösung nicht verlängert und dann ein bundesweites Rücknahmesystem etabliert sein werde. Zuletzt hatte das Oberverwaltungsgericht Berlin Anträge von drei Unternehmen auf Verlängerung der zwischen dem Umweltministerium und der Getränkeindustrie vereinbarten Übergangsregelung zurück gewiesen.

 

 Mehr Informationen:

SPAR

BMU: Dosenpfand

Lekkerland- Tobaccoland

 

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