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Handel warnt vor Chaos:
SPAR will weiter Dosen verkaufen
Der Lebensmittelhändler
SPAR will auch nach dem 1. Oktober Getränkedosen verkaufen.
Berlin/Schenefeld (dpa) - Die
Gruppe empfehle ihren selbstständigen Einzelhändlern,
sich dem bundesweiten Rücknahmesystem der Kölner Vfw
AG anzuschließen, teilte die SPAR Handels-AG am Mittwoch
in Schenefeld bei Hamburg mit. Die Entscheidung liege aber letztlich
bei den Händlern.
Damit können die 2500 SPAR-Märkte
sowie die 200 «Eurospar» und «Intermarché»-Verbrauchermärkte
ihren Kunden weiterhin Getränke in Einwegverpackungen anbieten.
Der Kunde erhält einen Pfandkupon, den er einlöst, wenn
er die Dose zurückgibt - bei SPAR oder einer anderen Verkaufsstelle
von Einwegverpackungen. Damit beteiligt sich SPAR nicht an dem
konkurrierenden System der Firma Lekkerland-Tobaccoland, die vor
allem Tankstellen und Kioske beliefert.
Der Hauptverband des Deutschen
Einzelhandels wertete dies als «Rückschlag für
das Umweltministerium». Es werde am 1. Oktober «kein
bundesweites Rücknahmesystem geben, sondern nur eine Reihe
von Insellösungen», meinte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr.
Damit bleibe es bei der «Zumutung» für die Verbraucher,
ihre Dosen dahin zurückbringen zu müssen, wo sie gekauft
wurden. «Es wird Chaos geben», sagte Pellengahr weiter.
Der Sprecher des Umweltministeriums,
Michael Schroeren, wies diese Ansicht zurück. Entscheidend
für den Verbraucher sei, dass er das Pfand bei Rückgabe
der Dose zurückbekomme. «Wer Dosen verkauft, muss sie
auch zurücknehmen.» Die Auszahlung des Pfandes werde
nicht an Zettel, Kupons, Münzen oder andere Regelungen gebunden.
Der Handel müsse die Frage beantworten, welches System sinnvoll
sei. «Die Zettelwirtschaft ist am 1. Oktober vorbei. Es
wird kein Chaos geben.»
SPAR-Sprecherin Christina Werthner
sagte: «Wir haben uns beide Systeme angesehen und uns für
die Vfw entschieden.» Das System sei sowohl für den
Kunden als auch für den Markt einfach zu handhaben. Es sei
zudem nicht zwingend notwendig, einen teuren Rücknahmeautomaten
zu installieren.
Damit zeichnet sich ab, dass
vom 1. Oktober an zwei unterschiedliche Rücknahmesysteme
am Markt sein werden. Ein Teil des Lebensmittel-Einzelhandels,
etwa die Metro-Gruppe, wird zudem vollständig auf den Verkauf
von Getränkedosen verzichten. Eine Sprecherin der Vfw erklärte,
dass die beiden Systeme zusammenarbeiten sollen. Das würde
bedeuten, dass ein Kunde eine bei SPAR gekaufte Dose auch zum
Beispiel bei einer Shell-Tankstelle zurückgeben kann, die
mit Lekkerland-Tobaccoland arbeitet.
Bundesumweltminister Jürgen
Trittin (Grüne) hatte der EU- Kommission zugesichert, dass
die zum 1. Oktober auslaufende Übergangslösung nicht
verlängert und dann ein bundesweites Rücknahmesystem
etabliert sein werde. Zuletzt hatte das Oberverwaltungsgericht
Berlin Anträge von drei Unternehmen auf Verlängerung
der zwischen dem Umweltministerium und der Getränkeindustrie
vereinbarten Übergangsregelung zurück gewiesen.
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