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- 29.08.2003 -

 

 

 

 

 



 

Energiepolitik: Wissenschaftler fordern Weichenstellung

Wissenschaftler haben die Politiker aufgefordert, langfristige Rahmenbedingungen für die Energiewirtschaft festzulegen.

Berlin (dpa) - Die Polarisierung zwischen Windkraft und Kohle sei «langweilig», weil in den kommenden 30 Jahren eine einschneidende Modernisierung der gesamten Stromwirtschaft notwendig werde, sagte Hans-Jochen Ziesing vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Freitag bei der Vorstellung einer Studie zur Energiepolitik. Das Institut hatte diese mit dem Öko-Institut für die Grünen-Bundestagsfraktion erstellt.

Laut der Studie ergebe sich langfristig ein «relativ dramatisches Bild» für den Energiebereich, sagte Felix Christian Matthes vom Öko- Institut. Bis 2030 müssten sehr viele Kraftwerke aus Altersgründen ersetzt werden. Langfristig müsse sogar die Hälfte oder bis zu drei Viertel der Energieleistung in neuen Anlagen erzeugt werden. Damit werde ein «enormes Investitionsprogramm» in Höhe von etwa 50 bis 60 Milliarden Euro in diesem Markt erforderlich. So würden die energiepolitischen Weichen «bis weit in die Mitte dieses Jahrhunderts gestellt», sagte Matthes.

Ohne eindeutige Rahmenbedingungen der Politik, die auch Planungssicherheit für den Strommarkt bedeuteten, sei zu befürchten, dass vor allem auf Kohlekraftwerke gesetzt werde. Dann könne man allerdings alle Klima- und Emissionsschutzziele «schlicht und einfach vergessen», sagte Matthes. Es sei daher notwendig, verstärkt erneuerbare Energien und Möglichkeiten wie Ergas oder Kraft-Wärme-Kopplung zu fördern. In diesem Bereich müssten Wettbewerbsverzerrungen dringend abgebaut werden, sagte Ziesing. Die Studie regt außerdem an, Strom-Sparpotenziale besser zu nutzen und Wettbewerbsstrukturen auszubauen.

 

 


© ArtToday

In den kommenden 30 Jahren wird eine Modernisierung der gesamten Stromwirtschaft notwendig.

 

 Mehr Informationen:

Bundestagsfraktion der Grünen

DIW

 

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