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- 28.08.2003 -

 

 

 



 

Bioenergie:

Strohfeuer mit Langzeitwirkung

Holz, Stroh und andere biogene Stoffe könnten bis zu 10 Prozent des Primärenergiebedarfs in Deutschland decken - kostengünstiger Klimaschutz inklusive.

(jkm) - Holzfeuer scheinen in der modernen Welt geradezu archaisch. Tatsächlich bergen Restholz, Stroh und ähnliche Substanzen beträchtliches Zukunftspotenzial, haben Karlsruher Forscher ermittelt. Mittelfristig könnten sie rund ein Zehntel des deutschen Bedarfs an Primärenergie decken - kostengünstiger Klimaschutz inklusive.

"Biogene Rest- und Abfallstoffe würden dann zu den wichtigsten regenerativen Energieträgern hierzulande gehören", sagt Ludwig Leible vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse am Forschungszentrum Karlsruhe. Allerdings müsse noch Entwicklungsarbeit geleistet werden, denn derzeit sei die Verwendung biogener Rest- und Abfallstoffe als Energiequelle nicht wettbewerbsfähig.

 


© Forschungszentrum Karlsruhe

Aufkommen biogener Reststoffe und Abfälle in Deutschland 1999:
rund 25 Mio. Tonnen organische Trockensubstanz

 

 

Restholz aus Forst und Industrie, überschüssiges Stroh, Gülle und Klärgas und andere biogene Stoffe decken derzeit rund 1,3 Prozent des Primärenergiebedarfs in Deutschland. Leible und seine Kollegen untersuchten nun, wie viel Energie aus diesen Stoffen gewonnen werden könnte, welche Technologien dazu am geeignetsten sind und welche Folgen der verstärkte Einsatz haben könnte. Binnen zwei bis drei Jahrzehnten könnten die überwiegend aus Land- und Forstwirtschaft stammenden Stoffe demnach bis zu zehn Prozent des Energiebedarfs decken, so das Fazit der Forscher.

Gerade im Vergleich mit Photovoltaik oder Solarthermie könnte dies eine relativ kostengünstige Senkung der Kohlendioxid-Emissionen bewirken, glauben sie. Mit 80 bis 120 Euro pro Megawattstunde (MWh) sei Strom aus Biogasanlagen und Biomassekraftwerken derzeit noch deutlich teurer als Strom aus einem großen Steinkohlekraftwerk für etwa 45 Euro/MWh. Größere Biogas- und Klärgasanlagen und die Co-Verbrennung bzw. Co-Vergasung in Steinkohlekraftwerken könnten am ehesten die Hürde zur Wirtschaftlichkeit nehmen, glauben Leible und Kollegen. Ohne politische Förderung sei dies jedoch reine Zukunftsmusik.

 

 Mehr Informationen:

Forschungszentrum Karlsruhe: ITAS: Die Studie online

vista verde: Bioenergie

 

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