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Windbranche: Ohne Ausbau von Windkraftanlagen
Klimaziele gefährdet
Ohne den weiteren Ausbau von
Windkraftanlagen in Deutschland gefährdet die Bundesregierung
nach Ansicht der Windbranche ihre Klimaziele.
Berlin (dpa) - «Was bisher
an Kohlendioxid eingespart wurde, ist zu zehn Prozent von erneuerbaren
Energien geleistet worden», sagte Peter Ahmels, Präsident
des Bundesverbandes WindEnergie (BWE), am Mittwoch in Berlin.
Eine mögliche Kürzung der Vergütung für Strom
aus Windenergie um 30 Prozent bis zum Jahr 2010 gefährde
den Ausbau der Anlagen und sei «gefährlich für
die Branche». Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD)
hatte zuvor eine Senkung der Förderung verlangt.
Der Ausstoß von Kohlendioxid
sei unter anderem im Verkehr und in den Haushalten seit 1990 gestiegen.
Ohne den Ausbau der Windenergie könne Deutschland im Jahr
2010 das im Kyoto-Protokoll festgelegte Klimaschutz-Ziel beim
Kohlendioxid um mehr als zehn Prozent verfehlen, warnte Ahmels.
Deutschland hat sich darin verpflichtet, die Emission von Treibhausgasen
bis zum Jahr 2012 um 21 Prozent zu verringern. «Mit dem
einseitigen Ausbau der Kohlekraft sind die geplanten Klimaschutzziele
nicht zu erreichen», sagte Greenpeace- Energieexperte Sven
Teske.
Vor allem der weitere Ausbau
der Anlagen an Land dürfe nicht blockiert werden, forderte
der BWE. Die Zukunft der Windenergie liegt nach Ansicht Clements
in den Off-Shore-Anlagen auf hoher See.
Unterstützung kam von der
Unions-Fraktion. Der weitere Bau von Windkraftanlagen an ungünstigen
Standorten im Binnenland werde abgelehnt, teilte der umweltpolitische
Sprecher der CDU/CSU- Bundestagsfraktion, Peter Paziorek, mit.
Eine Förderung dieser Anlagen sei «weder ökologisch
noch ökonomisch sinnvoll». Ahmels sagte, Windparks
vor der Küste oder auch der Export von Windanlagen seien
Zukunftsmärkte, die aber den Neubau von Anlagen an Land kurzfristig
nicht ersetzen könnten.
Clement hatte betont, er könne
sich eine niedrigere Vergütung und kürzere Förderungsdauern
vorstellen. Dagegen will Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne)
die Förderung beibehalten. Derzeit erhalten die Betreiber
von Windkraftanlagen je nach Standort eine Vergütung von
bis zu 8,9 Cent pro ins Netz eingespeister Kilowattstunde. Nach
dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) soll die Vergütung
allmählich sinken.
Die regenerativen Energien müssten
sich möglichst schnell von ständigen Beihilfen freischwimmen,
um die Belastung der Verbraucher zu vermindern, verlangte der
Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) in
Essen.
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