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- 27.08.2003 -

 

 

 

 

 

 



 

Windbranche: Ohne Ausbau von Windkraftanlagen Klimaziele gefährdet

Ohne den weiteren Ausbau von Windkraftanlagen in Deutschland gefährdet die Bundesregierung nach Ansicht der Windbranche ihre Klimaziele.

Berlin (dpa) - «Was bisher an Kohlendioxid eingespart wurde, ist zu zehn Prozent von erneuerbaren Energien geleistet worden», sagte Peter Ahmels, Präsident des Bundesverbandes WindEnergie (BWE), am Mittwoch in Berlin. Eine mögliche Kürzung der Vergütung für Strom aus Windenergie um 30 Prozent bis zum Jahr 2010 gefährde den Ausbau der Anlagen und sei «gefährlich für die Branche». Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hatte zuvor eine Senkung der Förderung verlangt.

Der Ausstoß von Kohlendioxid sei unter anderem im Verkehr und in den Haushalten seit 1990 gestiegen. Ohne den Ausbau der Windenergie könne Deutschland im Jahr 2010 das im Kyoto-Protokoll festgelegte Klimaschutz-Ziel beim Kohlendioxid um mehr als zehn Prozent verfehlen, warnte Ahmels. Deutschland hat sich darin verpflichtet, die Emission von Treibhausgasen bis zum Jahr 2012 um 21 Prozent zu verringern. «Mit dem einseitigen Ausbau der Kohlekraft sind die geplanten Klimaschutzziele nicht zu erreichen», sagte Greenpeace- Energieexperte Sven Teske.

Vor allem der weitere Ausbau der Anlagen an Land dürfe nicht blockiert werden, forderte der BWE. Die Zukunft der Windenergie liegt nach Ansicht Clements in den Off-Shore-Anlagen auf hoher See.

Unterstützung kam von der Unions-Fraktion. Der weitere Bau von Windkraftanlagen an ungünstigen Standorten im Binnenland werde abgelehnt, teilte der umweltpolitische Sprecher der CDU/CSU- Bundestagsfraktion, Peter Paziorek, mit. Eine Förderung dieser Anlagen sei «weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll». Ahmels sagte, Windparks vor der Küste oder auch der Export von Windanlagen seien Zukunftsmärkte, die aber den Neubau von Anlagen an Land kurzfristig nicht ersetzen könnten.

Clement hatte betont, er könne sich eine niedrigere Vergütung und kürzere Förderungsdauern vorstellen. Dagegen will Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) die Förderung beibehalten. Derzeit erhalten die Betreiber von Windkraftanlagen je nach Standort eine Vergütung von bis zu 8,9 Cent pro ins Netz eingespeister Kilowattstunde. Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) soll die Vergütung allmählich sinken.

Die regenerativen Energien müssten sich möglichst schnell von ständigen Beihilfen freischwimmen, um die Belastung der Verbraucher zu vermindern, verlangte der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) in Essen.

 

 Mehr Informationen:

BWE

Energiepolitik der Bundesregierung

Umweltministerium

Wirtschaftsministerium

 

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