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- 15.08.2003 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

Experten: Deutschland vor Stromkollaps sicher

Deutschland ist nach Darstellung von Energie- Konzernen, Technikexperten und Bundesregierung vor einem großflächigen Stromausfall wie in Nordamerika sicher.

Berlin (dpa) - Die Vernetzung zahlreicher Kraftwerke garantiere eine höhere Versorgungssicherheit als in den USA, erklärten am Freitag übereinstimmend Stromanbieter, Umweltschützer, Forschungsinstitute und Vertreter der Bundesregierung. Auch im liberalisierten Strommarkt blieben aber hohe Investitionen in die Versorgungssicherheit unumgänglich.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hält bei einem Stromausfall in Deutschland ähnliche Auswirkungen wie in den USA und Kanada nicht für möglich. Während in den USA Strom bis an die Grenze des Lieferbaren verbraucht werde, produziere die Bundesrepublik einen Überschuss an Elektrizität, sagte Trittin im Deutschlandradio Berlin. Außerdem gebe es hier zu Lande andere Gebäudekonstruktionen, die besser isoliert seien und weniger Klimaanlagen hätten. Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sagte während eines Besuches in Brandenburg: «Wir wollen uns nicht erheben, aber wir haben hier eine sehr sorgfältige Energieversorgung.»

Nach Angaben des Innenministeriums hat die Bundesregierung zudem für Notfälle dieser Art vorgesorgt. Seit den Terroranschlägen des 11. September 2001 in den USA gebe es ständigen Informationsaustausch zwischen dem Ministerium und den Strom-, Gas- und Wasserversorgern.

Die deutschen Stromnetze sind nach Angaben des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) engmaschig ausgelegt und deshalb deutlich weniger anfällig für Störungen. «Die Hitzewelle der vergangenen Wochen hat außerdem gezeigt, dass die deutschen Stromversorger auch für extreme Situationen vorgesorgt haben», sagte VDEW-Hauptgeschäftsführer Eberhard Meller in Berlin.

In ganz Mitteleuropa verhindern die Verbundnetze der Versorger nach Einschätzung eines Technikexperten gigantische Stromausfälle. So sei bei der hitzebedingten Stromkrise in Norditalien Energie aus nördlichen Ländern geliefert worden, sagte Hans Ulrich Schmidt vom Fraunhofer-Institut für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen im nordrhein-westfälischen Euskirchen der dpa/Rufa. «So etwas ist in den USA leider nicht möglich.» Der Grund sei der scharfe Wettbewerb im liberalisierten Strommarkt.

Umweltschützer und die Gewerkschaft ver.di warnten, in Folge der Liberalisierung könnte ein weiträumiger Stromausfall auch in Deutschland passieren. Derzeit habe man zwar noch Überkapazitäten, sagte der Experte des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Klaus Traube, im Deutschlandfunk. Langfristig fehlten aber möglicherweise wie in den USA die nötigen Investitionen in Kraftwerke. ver.di-Vorstandsmitglied Erhard Ott rief die Unternehmen dazu auf, im Preiskampf nicht nur «auf Verschleiß» zu fahren.

Trittin plädierte nochmals für eine «vernünftige» Energie- Mischung. Nur sie gewährleiste Versorgungssicherheit. «Erneuerbare Energien machen uns unabhängig von Öl- und Energie-Importen. Sie stellen damit einen wichtigen Eckpfeiler in der Versorgungssicherheit dar, ergänzt durch eine Strategie der Energie-Effizienz.»

Zu örtlichen kleineren Stromausfällen kann es auch hier zu Lande kommen. Ursache seien meist Schäden durch Bauarbeiten oder Blitzschläge, hieß es beim Energieunternehmen Schleswag. Nach Angaben der Städtischen Werke Magdeburg müssen deutsche Stromkunden pro Jahr mit durchschnittlich 15 Minuten Stromausfall rechnen. In Italien seien es beispielsweise 190 Minuten. Bei einem längeren Stromausfall kann zudem das Technische Hilfswerk (THW) an Brennpunkten - etwa in Krankenhäusern - einspringen.

 

 Mehr Informationen:

Bundesumwelt- ministerium

Bund der Energieverbraucher

Umweltbundesamt

VDEW

vista verde: Energiesparen

 

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