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Experten: Deutschland vor Stromkollaps
sicher
Deutschland ist nach Darstellung
von Energie- Konzernen, Technikexperten und Bundesregierung vor
einem großflächigen Stromausfall wie in Nordamerika
sicher.
Berlin (dpa) - Die Vernetzung
zahlreicher Kraftwerke garantiere eine höhere Versorgungssicherheit
als in den USA, erklärten am Freitag übereinstimmend
Stromanbieter, Umweltschützer, Forschungsinstitute und Vertreter
der Bundesregierung. Auch im liberalisierten Strommarkt blieben
aber hohe Investitionen in die Versorgungssicherheit unumgänglich.
Bundesumweltminister Jürgen
Trittin (Grüne) hält bei einem Stromausfall in Deutschland
ähnliche Auswirkungen wie in den USA und Kanada nicht für
möglich. Während in den USA Strom bis an die Grenze
des Lieferbaren verbraucht werde, produziere die Bundesrepublik
einen Überschuss an Elektrizität, sagte Trittin im Deutschlandradio
Berlin. Außerdem gebe es hier zu Lande andere Gebäudekonstruktionen,
die besser isoliert seien und weniger Klimaanlagen hätten.
Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sagte während
eines Besuches in Brandenburg: «Wir wollen uns nicht erheben,
aber wir haben hier eine sehr sorgfältige Energieversorgung.»
Nach Angaben des Innenministeriums
hat die Bundesregierung zudem für Notfälle dieser Art
vorgesorgt. Seit den Terroranschlägen des 11. September 2001
in den USA gebe es ständigen Informationsaustausch zwischen
dem Ministerium und den Strom-, Gas- und Wasserversorgern.
Die deutschen Stromnetze sind
nach Angaben des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW)
engmaschig ausgelegt und deshalb deutlich weniger anfällig
für Störungen. «Die Hitzewelle der vergangenen
Wochen hat außerdem gezeigt, dass die deutschen Stromversorger
auch für extreme Situationen vorgesorgt haben», sagte
VDEW-Hauptgeschäftsführer Eberhard Meller in Berlin.
In ganz Mitteleuropa verhindern
die Verbundnetze der Versorger nach Einschätzung eines Technikexperten
gigantische Stromausfälle. So sei bei der hitzebedingten
Stromkrise in Norditalien Energie aus nördlichen Ländern
geliefert worden, sagte Hans Ulrich Schmidt vom Fraunhofer-Institut
für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen im nordrhein-westfälischen
Euskirchen der dpa/Rufa. «So etwas ist in den USA leider
nicht möglich.» Der Grund sei der scharfe Wettbewerb
im liberalisierten Strommarkt.
Umweltschützer und die Gewerkschaft
ver.di warnten, in Folge der Liberalisierung könnte ein weiträumiger
Stromausfall auch in Deutschland passieren. Derzeit habe man zwar
noch Überkapazitäten, sagte der Experte des Bundes für
Umwelt und Naturschutz Deutschland, Klaus Traube, im Deutschlandfunk.
Langfristig fehlten aber möglicherweise wie in den USA die
nötigen Investitionen in Kraftwerke. ver.di-Vorstandsmitglied
Erhard Ott rief die Unternehmen dazu auf, im Preiskampf nicht
nur «auf Verschleiß» zu fahren.
Trittin plädierte nochmals
für eine «vernünftige» Energie- Mischung.
Nur sie gewährleiste Versorgungssicherheit. «Erneuerbare
Energien machen uns unabhängig von Öl- und Energie-Importen.
Sie stellen damit einen wichtigen Eckpfeiler in der Versorgungssicherheit
dar, ergänzt durch eine Strategie der Energie-Effizienz.»
Zu örtlichen kleineren Stromausfällen
kann es auch hier zu Lande kommen. Ursache seien meist Schäden
durch Bauarbeiten oder Blitzschläge, hieß es beim Energieunternehmen
Schleswag. Nach Angaben der Städtischen Werke Magdeburg müssen
deutsche Stromkunden pro Jahr mit durchschnittlich 15 Minuten
Stromausfall rechnen. In Italien seien es beispielsweise 190 Minuten.
Bei einem längeren Stromausfall kann zudem das Technische
Hilfswerk (THW) an Brennpunkten - etwa in Krankenhäusern
- einspringen.
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