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Strom: Verbraucherbund befürchtet
höhere Preise
Auf Grund der anhaltenden Hitze
befürchten Verbraucherschützer einen Anstieg der Strompreise.
Hamburg (dpa) - Wegen des knappen
Kühlwassers und der verringerten Produktion der Kraftwerke
warnte der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher, Aribert
Peters, am Dienstag in einem dpa-Gespräch: «Die Stromkonzerne
nehmen jede Rechtfertigung - mag sie auch noch so dünn sein
- um die Strompreise hochzusetzen.» Branchenvertreter wiesen
hingegen darauf hin, dass die Preise stabil blieben.
Indes ist die Stromversorgung
in Deutschland trotz der Hitze nach Angaben von Behörden
und Energiekonzernen stabil. In Frankreich hingegen befürchten
Energieversorger Stromausfälle von der kommenden Woche an.
RWE-Vorstandsmitglied Gert Maichel
bezeichnete die Versorgungslage als «angespannt, aber nicht
gefährdet». Auffällig sei ein stark erhöhter
Stromverbrauch wegen der zahlreichen Klimaanlagen. Ein Sprecher
des Stromproduzenten Vattenfall Europe sagte in Berlin: «Wir
sehen keinerlei Gefahr für die Stromversorgung.» Auch
in Baden- Württemberg rechnen die Behörden bis zum Wochenende
nicht mit Stromausfällen. Allerdings werde am Sonntag der
Block II des Atomkraftwerks Neckarwestheim wegen einer anstehenden
Revision vom Netz genommen. Auch der älteste deutsche Reaktor
in Obrigheim liefert wegen einer vorgezogenen Revision derzeit
keinen Strom.
In Nordrhein-Westfalen wurde
wegen der hohen Temperaturen in weiteren Kraftwerken die Produktion
gedrosselt. Der Kraftwerksbetreiber Steag reduzierte die Produktion
seiner Kohlekraftwerke in Voerde und Walsum sowie in Lünen.
Der Deutsche Wetterdienst sagte unterdessen das Ende der Hitzewelle
vorher. Am Donnerstag soll es bundesweit deutlich kühler
werden.
Aufheizung von Flüssen
durch Kühlwasser eine Gefahr für die Umwelt
Die hitzebedingte Anhebung der
Grenzwerte für die Einleitung von Kühlwasser wird nach
Ansicht von Jörg Rechenberg vom Umweltbundesamt in Berlin
nicht ohne negative Folgen für Tiere und Pflanzen bleiben.
«Man kann davon ausgehen, dass die Anhebung der Temperatur-Grenzwerte
Auswirkungen auf Fauna und Flora hat», sagte der Gewässerschutzexperte
der dpa. «Durch den Temperaturanstieg sinkt der Sauerstoffgehalt
im Wasser und den Fischen wird die Luft knapp.»
In Baden-Württemberg war
die zulässige Temperatur für Rhein und Neckar von 28
auf 30 Grad angehoben worden. Auch in Frankreich gelten seit Montag
erhöhte Grenzwerte für Kühlwasser, das Kernkraftwerke
in Flüsse oder das Meer einleiten.
Die Grenzwerte für die Flusstemperatur
und den Wärmegrad des Kühlwassers legen die für
die Kraftwerksgenehmigung zuständigen Länderbehörden
fest. In Krümmel bei Hamburg etwa darf Kühlwasser bei
der Einleitung in die Elbe 30 Grad warm sein, im ebenfalls am
Elbufer gelegenen Meiler in Brunsbüttel (Schleswig-Holstein)
33 Grad. «Die Schwankungen können sachlich durch die
Art des Gewässers begründet sein, es kann aber auch
politische Gründe geben», sagte Rechenberg.
Dem Bund der Energieverbraucher
zufolge sind die Monatsstromkosten für einen Haushalt in
Deutschland seit Jahresbeginn bereits um drei Euro gestiegen.
Die derzeitige Wasserknappheit rechtfertige keine weitere Erhöhung.
«Die Erzeugungskosten gehen jetzt nicht hoch; Kohle und
Uran werden nicht teurer», betonte Peters. Stromfresser
in den Haushalten seien während des Sommers laufende Heizungspumpen
oder zu hoch eingestellte Heißwasser-Erwärmer. Bei
diesen reichten 50 statt 70 Grad.
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