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- 05.08.2003 -

 

 

 

 

 


 

Emissionshandel: Industrie erhöht Druck auf Regierung

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat eine zügige Umsetzung der EU-Richtlinie zum Emissionshandel gefordert.

Berlin (dpa) - Deutschland stehe unter «enormem Zeitdruck», sagte BDI- Hauptgeschäftsführer Ludolf von Wartenberg am Dienstag in Berlin. Bis Ende 2003 müsse die Richtlinie in nationales Recht umgesetzt sein. Ab 2005 dürfen Unternehmen nur eine bestimmte Menge klimaschädlicher Gase produzieren. Wer sein Limit überschreitet, muss Emissions- Zertifikate von anderen erwerben, die die Grenze nicht erreichen.

Der BDI kritisiert die nach seiner Ansicht fehlende Abstimmung zwischen dem Umwelt- und dem Wirtschaftsministerium. «Die Diskussion muss jetzt beginnen», sagte Wartenberg. Die Bundesregierung übernehme die Verantwortung für Investitionsentscheidungen und Arbeitsplätze. «Es geht hier in erster Linie um Wirtschaftspolitik», sagte Wartenberg. Die Ausgestaltung des Emissionshandels werde mit darüber entscheiden, «ob der ersehnte Aufschwung kommt».

Mit einem vom BDI in Auftrag gegebenen Gutachten des Rheinisch- Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung Essen (RWI) wurde erstmals ein Mengengerüst für einen nationalen Zuteilungsplan vorgestellt. Dabei geht es im Kern darum, welche Anlagen und Betriebe in den Emissionshandel auf europäischer Ebene einbezogen werden und wie viele Zertifikate sie zugewiesen bekommen. Der Leiter der Forschungsgruppe Energie im RWI, Bernhard Hillebrand, warnte vor langwierigen juristischen Auseinandersetzungen über die Zuteilung, falls dies nicht im Konsens geregelt werde.

Bei einem jährlichen Wirtschaftswachstum von zwei Prozent bis 2010 geht das RWI davon aus, dass Deutschland eine Reduzierung der Treibhausgase um 21 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 wie vorgesehen realisieren kann. Nach Ansicht des BDI bestehe kein Anlass, über diese Marke hinaus zusätzliche Reduktionen vorzunehmen. Emissionsprognosen seien allerdings mit hohen Unsicherheiten behaftet. Dazu gehörten neben der konjunkturellen Entwicklung auch der Welthandel und Wetterbedingungen. Dringend notwendig sei eine «Sicherheitsreserve», um das System abzupuffern.

 

 Mehr Informationen:

BDI

RWI Essen

Grünbuch zum Handel mit Treibhausgas- Emissionen in der EU (pdf)

vista verde: Emissionshandel

 

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