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- 04.07.2003 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Dosenpfand: Bundestag verabschiedet Neuregelung

Der Bundestag hat die Erweiterung des umstrittenen Einweg-Pfands auf fast alle Getränkedosen und Wegwerfflaschen beschlossen.

Berlin (dpa) - Gegen den Widerstand von Union und FDP verabschiedete die rot-grüne Regierungsfraktion am Freitag vereinfachte Regeln für das Pflichtpfand. Die Novelle der Verpackungsverordnung von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) muss im Herbst aber noch den Bundesrat passieren. Da dort Unions-geführte Länder eine Blockade-Mehrheit haben, ist der endgültige Beschluss noch fraglich. Die Union im Bundestag forderte Nachbesserungen. Nach Trittins Vorstellungen soll die neue Verordnung bis zum 1. Oktober in Kraft treten.

Ausgenommen von der Pfandpflicht in Höhe von generell 25 Cent werden künftig Weinflaschen, Spirituosen, umweltfreundliche Schlauchbeutel für Milch und Getränkekartons. Pfand muss auf Einweg- Verpackungen gezahlt werden, die als ökologisch nachteilig eingestuft werden. Das sind im wesentlichen Dosen und Einwegflaschen aus Plastik oder Glas. Es spielt dabei keine Rolle, ob sie Bier, Mineralwasser, Saft, Erfrischungsgetränke oder «Modedrinks» enthalten.

Künftig soll also nicht nur auf die Dose mit Cola, sondern auch auf die bisher pfandfreie Dose mit Whisky-Cola ein Pfand fällig werden. Der bisherige Mechanismus, wonach die Pfandpflicht bei mehrmaliger Unterschreitung der Mehrwegquote ausgelöst wird, entfällt.

Der SPD-Umweltpolitiker Gerd Friedrich Bollmann nannte die Neuregelung des Dosenpfands «zweckmäßig und notwendig». Sie schaffe «Klarheit für den Verbraucher» und «Planungs- und Investitionssicherheit für die betroffenen Wirtschaftszweige». Zudem sei das Dosenpfand eine «Erfolgsstory». Das Pfand habe eine Lenkungswirkung in Richtung Mehrweg gezeigt.

Die Opposition kritisierte dagegen die neuen Regelungen als zu «kompliziert und bürokratisch». Der Umweltpolitiker Peter Paziorek (CDU) sagte, dass man wegen der «hektischen Beratungen» über das Dosenpfand nicht zu «dem Kardinalproblem» gekommen sei. Die FDP- Abgeordnete Birgit Homburger warf der Bundesregierung vor, das Gesetz «in eineinhalb Wochen im Schweinsgalopp durch das Parlament» gepeitscht zu haben.

Auch mit der Novelle sind die Probleme beim Dosenpfand nicht beseitigt. Für Einweg-Leergut existiert im Gegensatz zum Mehrweg- System wegen der Boykott-Haltung von Teilen des Handels immer noch kein bundesweites Rücknahmesystem. Bis zum 1. Oktober soll unter der Führung des Kiosk-Belieferers Lekkerland-Tobaccoland ein zumindest in weiten Teilen flächendeckendes Rücknahmesystem entstehen.

 

 Mehr Informationen:

BMU: Dosenpfand

Deutsche Umwelthilfe

HDE

 

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