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- 01.07.2003 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

Bund: Neuer Verkehrswegeplan soll Dauerstaus auflösen

Mit ihrer neuen Verkehrsplanung will die Bundesregierung Ballungsgebiete von Dauerstaus befreien und strukturschwache Regionen besser erschließen.

Berlin (dpa) - Der Bundesverkehrswegeplan steht am Mittwoch auf der Tagesordnung im Kabinett. Der Bund will bis 2015 fast 150 Milliarden Euro in Straßen, Schienen- und Wasserwege investieren. Umweltschützer kritisieren den Entwurf als zu straßenlastig. Verkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) hob am Dienstag in Berlin hervor, die Sicherung von Mobilität gehöre für ihn neben der Bildung zu den wichtigsten Zukunftsaufgaben.

Stolpe wies darauf hin, dass bis 2015 mit einem Wachstum im Personenverkehr um 20 Prozent und im Güterverkehr um 65 Prozent gerechnet werde. Vor diesem Hintergrund müsse es darum gehen, Verkehr zu vermeiden, die Ströme zu lenken und auch auf Schienen- und Wasserstraßen zu verlagern. Aber: «Es ist Realität, ob es einem gefällt oder nicht, dass die Straße stark in Anspruch genommen wird.»

Aus dem im März vorgestellten Entwurf seien nach zahlreichen Gesprächen und heftiger Kritik von allen Seiten 133 Projekte in ihrer Priorität höher- und 52 Vorhaben zurückgestuft worden. Der von Naturschützern und auch den Grünen besonders heftig bekämpfte Bau eines Saale-Seitenkanals bei Halle werde nach vier Kriterien jetzt noch einmal geprüft, sagte Stolpe. Die Bewertung als vordringliches Projekt bleibe bestehen, die endgültige Entscheidung stehe aber noch aus. Vorher werde auch nicht zu graben begonnen - «in den nächsten 1000 Tagen sicher nicht», sagte Stolpe.

Bei der Planerstellung habe auch die Fußballweltmeisterschaft und die Olympia-Bewerbung von Rostock und Leipzig eine Rolle gespielt. Stolpe ließ in diesem Zusammenhang seine Sympathie für eine Transrapidverbindung zwischen Berlin und Leipzig erkennen. Allerdings gebe es dafür noch keine Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Und deren Ergebnisse würden vermutlich für die Realisierung einer solchen Strecke nicht ausreichen, sagte Stolpe. Auf jeden Fall werde es aber eine schnelle Schienenverbindung geben, die die beiden Städte in einer Stunde erreichbar machten.

Beschleunigt werde auch die Bahnverbindung Berlin-Warschau. Die Fahrzeit in die polnische Hauptstadt soll um ein Drittel verkürzt werden. Höhere Priorität in den Planungen werde jetzt auch dem Ausbau der Strecke Berlin-Görlitz zugemessen.

Stolpe verteidigte zugleich die von den Grünen kritisierten neuen Autobahnen A 14 und A 39 in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Sie seien sinnvoll und notwendig, um Chancen zur Entwicklung in benachteiligten Regionen zu sichern. Darin sei er sich auch mit Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) einig, sagte Stolpe. Für den Verkehrspolitiker der Grünen, Albert Schmidt, gehören diese Projekte dagegen zumindest in Teilen zu denjenigen, die nach seiner Meinung wegen eines hohen Umweltrisikos so nicht realisierbar sind.

Insgesamt sieht der Bundesverkehrswegeplan rund 1500 Einzelvorhaben als vordringlich an. Für Investitionen in die Straßen sind 77,5 Milliarden Euro vorgesehen, für Schienenwege 63,9 Milliarden Euro und für Bundeswasserstraßen 7,5 Milliarden Euro. Für Schienenvorhaben macht der Bund jedoch noch weitere, nicht an bestimmte Projekte im Verkehrswegeplan geknüpfte Bundeszuweisungen an die Länder geltend. Sie summierten sich bis 2015 auf rund 14 Milliarden Euro, so dass sich für Schiene und Straße ein etwa gleich hoher Betrag ergebe.

 


© ArtToday

Schiene und Straße sollen im neuen BVWP gleich behandelt werden.

 

 Mehr Informationen:

Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen

BMU: Verkehr

BUND - Projektdaten- bank zum BVWP 2003

vista verde: Verkehr

 

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