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- 13.06.2003 -

 

 

 

 

 

 

 

 



 

Afrikas Reformweg: Korrekte Weichenstellung, aber noch wenig Schwung

Das Fazit zum Ende des Afrika-Wirtschaftsforums in Südafrika fällt gemischt aus. Der eingeschlagene Weg ist zwar korrekt, aber es fehlt bei einigen Staaten noch der Elan.

Von Ralf E. Krüger, dpa

Durban (dpa) - Drei Tage lang haben die Afrikaner versucht, sich selbst und die internationale Finanzwelt zu überzeugen, dass sie es ernst meinen mit ihrem ehrgeizigen Reformwerk. Das Fazit zum Ende des Afrika-Wirtschaftsforums in Durban (Südafrika) am Freitag fiel jedoch gemischt aus. «Der eingeschlagene Weg ist korrekt, aber es fehlt bei einigen noch der Elan», meint Beate Baethke von der Deutschen Investitions- und Entwicklungsbank.

Südafrikas Präsident Thabo Mbeki zufolge fehlt aber noch etwas für den Aufbau einer funktionierenden Infrastruktur zur Bekämpfung von Korruption und Krisen: Geld. «Es ist eine praktische Realität, dass der Kontinent nicht das Geld hat, diese Institute zu finanzieren», betonte Mbeki, der zur Zeit den Vorsitz in der in 2002 gegründeten Afrikanischen Union (AU) hat.

Auch wenn Afrika bei seinen Reformbestrebungen die richtigen Weichen stellt, fühlt es sich für eine entschiedene Kurskorrektur ohne Unterstützung der Wirtschaft kraftlos. Nach dem Vorbild der Europäischen Union will sich die AU einen Afrikanischen Gerichtshof, einen Friedens- und Sicherheitsrat sowie ein Evaluierungs-Gremium zulegen.

Ende des Jahres soll dieses Glanzstück der Neuen Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD) seine Arbeit aufnehmen und mit Ghana den Anfang machen. Bisher wollen sich 15 Staaten freiwillig überprüfen lassen. Analog zu den Länderstudien der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wollen sich die Afrikaner dabei selbst auf den Zahn fühlen und ein international anerkanntes Barometer für den erreichten Fortschritt schaffen.

Grundlage ist das NEPAD-Reformprogramm, dem Amerikaner und Europäer zuletzt auf dem G8-Gipfel in Evian Unterstützung zugesagt haben. Mit dem 2001 ins Leben gerufenen Programm soll die politische, ökonomische und soziale Rückständigkeit des Kontinents überwunden werden. Es sieht unter anderem die Einhaltung der Menschenrechte, Stärkung von Demokratie und Zivilgesellschaft, die Wiederherstellung einer funktionierenden Wirtschaft und Transparenz auf den Finanzmärkten vor. Von den Industrieländern erhoffen die Afrikaner dabei weitere Schuldenerlässe und Förderung.

Auf dem vom Global Economic Forum organisierten Spitzentreffen in Durban wurden erste interkontinentale NEPAD-Projekte vorgestellt, darunter eine Vernetzung mehrerer afrikanischer Staaten, die ihren Strom aus dem Inga-Kraftwerk im Kongo beziehen sollen. 30 Prozent der Projekte, die das NEPAD-Sekretariat auf einer Prioritätenliste aufgeführt hat, werden bereits angegangen. Für zwei der Projekte stehe die Finanzierung, erklärte Sekretariatsleiter Wiseman Nkhulu. Es gebe Erfolge, auch wenn die Umsetzung «noch nicht adäquat» sei. «Ein wenig konkreter hätte ich mir die Erklärungen zum Stand der Dinge schon gewünscht», kritisierte der Leiter des Afrika-Vereins in Hamburg, Hans Meier-Ewert. Er sprach aus, was wohl viele dachten.

Die Afrikaner sind sich der Skepsis und des Erwartungsdrucks bewusst - auch in den eigenen Reihen. «Es ist wichtig, dass einige Trendsetter NEPAD voranbringen - in der Hoffnung, dass sich die Zögerlichen zurückgelassen fühlen und durch ihre Bevölkerung unter Druck geraten, sich ebenfalls nach vorne zu bewegen», meint Ghanas Entwicklungsminister Kwamena Bartels.

Die größte Gefahr für NEPAD wurde im Irak ausgemacht. Allerdings fühlen sich die Afrikaner dabei nicht durch Massenvernichtungswaffen bedroht - sie fürchten vielmehr, über die konzentrierte Aufmerksamkeit der Welt auf die Golfregion in Vergessenheit zu geraten.

 

 Mehr Informationen:

Africa Economic Summit

NEPAD

Über NEPAD (BMWA)

 

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