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- 16.05.2003 -

 

 

 

 

 

 


 

Annäherung beim neuen Dosenpfand:

Kein Pfand bei Milchmixgetränken

Verpackungen für Milch und Milchmixgetränke sollen nach dem Willen der Umweltminister von Bund und Ländern auch künftig pfandfrei bleiben.

Hamburg (dpa) - Im Streit um eine Neuregelung des Dosenpfands näherten sich Bundesminister Jürgen Trittin (Grüne) und seine Länderkollegen bei ihrer Konferenz am Freitag in Hamburg entsprechend an.

Damit wird eine der zentralen Forderungen der Unionsländer für eine Bundesratszustimmung zur Neuregelung der Verpackungsverordnung erfüllt. Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) begrüßte, dass «Trittin einer klaren Forderung der Union nachgekommen» sei. «Das ist ein Punkterfolg, dass das Chaos aus dem Dosenregal nicht ins Kühlregal verlagert wird». Dies reiche aber nicht aus.

Die Unionsländer verlangen ein beschleunigtes Verfahren, um Verpackungen als innovativ einstufen und damit vom Zwangspfand befreien zu können - etwa den bei Fruchtsaftgetränken verwendeten Standbodenbeutels. Sie wollen, dass künftig der Bundesumweltminister oder das Umweltbundesamt zuständig sind, um einen teils Jahre langen Instanzenweg über Regierung, Bundestag und Bundesrat zu vermeiden.

Trittin plant das Dosenpfand bis Herbst neu zu regeln. Künftig soll es allein von der Art der Verpackung und nicht mehr auch vom Inhalt abhängen, ob Pfand erhoben wird. Die Verbraucher sollen dabei das Pfandgut an Automaten zurückgeben können und nicht mehr Behälter in den Laden zurückbringen müssen, in dem sie sie gekauft haben.

Trittin bezeichnete die Ausnahmeregelung für Getränke, die mindestes 50 Prozent Milch enthalten, als sinnvoll. Damit werde verhindert, dass «H-Milch künftig nur noch in Plastikflaschen angeboten wird». Weitere Ausnahmen werde es aber nicht geben. Gleichzeitig sprach er sich gegen die geforderte Beschleunigung des Zulassungsverfahrens für innovative Verpackungen aus.

Die dazu seiner Auffassung nach nötige Änderung des Wirtschaftskreislaufgesetztes würde zu lange dauern, erklärte der Bundesminister. Das Dosenpfand müsse im Interesse von Verbrauchern und Wirtschaft möglichst schnell geändert werden. Falls die Union die neue Verordnung im Bundesrat nach der Sommerpause blockiere, werde er keinen neuen Anlauf zur Neuregelung des Systems unternehmen.

Schnappauf wies die Argumentation Trittins zurück. Die Unionsländer und die CDU/CSU-Bundestagsfraktion seien bereit, eine möglicherweise nötige Änderung des Wirtschaftskreislaufgesetztes mitzutragen und damit bis zum Inkrafttreten der neuen Verpackungsverordnung zum 1. Oktober zu ermöglichen. Angesichts der immer neuen Verpackungen dürfe die Chance nicht verpasst werden, das Verfahren zu ihrer ökologischen Bewertung praxisgerechter zu gestalten.

 


© Milchindustrie-Verband

Verpackungen für Milch und Milchmixgetränke sollen auch künftig pfandfrei bleiben.

 

 Mehr Informationen:

BMU: Dosenpfand

Deutsche Umwelthilfe

vista verde special: Dosenpfand

 

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