|
Auto:
Schröder setzt sich für Entwicklung
neuer Kraftstoffe ein
Bundeskanzler Gerhard Schröder
hat die Autokonzerne aufgefordert, weiter in die Entwicklung von
umweltschonenden Fahrzeugen zu investieren.
Berlin (dpa) - Die deutsche Autoindustrie
müsse bei der Entwicklung neuer Technologien «Spitzenreiter»
bleiben, sagte Schröder am Dienstag in Berlin. Der Kanzler
äußerte sich zum Auftakt eines Tests mit einem neuen
synthetischen Kraftstoff, der aus Erdgas hergestellt wird. Dabei
arbeitet VW mit dem Ölkonzern Shell zusammen.

© dpa
Bundeskanzler
Gerhard Schröder (2.v.l) betankt am Dienstag in Berlin,
beobachtet von VW Chef Bernd Pietschesrieder (l), dem
Präsidenten von Shell Europa, Adrian Loader (2.v.r.)
und Karl August Dähmel (r /Shell Deutschland) einen
PKW mit einem synthetischem Shell-Kraftstoff, der aus
Erdgas gewonnen wurde. Der neuentwickelte emissionsarme
Flüssigkraftstoff wird derzeit in einem Flottenversuch
von Volkswagen getestet.
|
Der Kanzler verwies darauf, dass
die Entwicklung neuer Fahrzeugtechnik auch große Chancen
im Export eröffne. «Wenn das so bleiben soll, muss
man Spitzenreiter sein und bleiben bei der Entwicklung neuer Technologien»,
sagte Schröder. Zugleich stellte er staatliche Hilfen in
Aussicht. Die Bundesregierung wäre zum Beispiel bereit, die
Ansiedlung neuer Produktionsanlagen in Ostdeutschland zu fördern,
sagte Schröder. Der neue Shell-Kraftstoff wird bislang nur
in Malaysia hergestellt.
VW-Chef Bernd Pischetsrieder
verwies darauf, dass synthetische Kraftstoffe heute schon in Diesel-Fahrzeugen
eingesetzt werden können. Den Shell-Kraftstoff GTL (Gas To
Liquids, Gas zu Flüssigkeiten) will VW zunächst in einer
Flotte mit 25 Fahrzeugen mehrere Monate lang testen. Im Verbrauch
hat GTL nach Angaben der beiden Firmen ähnliche Emissionswerte
wie komprimiertes Erdgas, in der Herstellung ist er deutlich billiger.
Außerdem kann der Kraftstoff mit herkömmlichem Diesel
gemischt werden.
|