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Sammelbilanz: Mehr Restmüll in
Gelber Tonne - Zwangspfand trifft Grünen Punkt hart
In den Gelben Tonnen und Säcken
landet immer mehr unverwertbarer Restmüll aus den Privathaushalten.
Bonn (dpa) - Der Grund für
die Zunahme an «Fehlwürfen» sei, dass Bürger
offenbar bei den kommunalen Müllgebühren für die
graue Tonne sparen wollten, sagte der Vorstandsvorsitzende der
Duales System Deutschland AG, Hans-Peter Repnik, am Montag in
Bonn. Durch das Zwangspfand für Getränkeverpackungen
rechne das Unternehmen in diesem Jahr zudem mit finanziellen Einbußen
zwischen 300 und 400 Millionen Euro. Das Duale System entsorge
nun rund 650.000 Tonnen Einwegverpackungen weniger.
Durch Rückstellungen und
Nachbesserungen bei den Lizenzverträgen werde das Unternehmen
die zu erwartetenden Verluste in diesem Jahr ausgleichen können,
sagte Repnik. Auch beim Abschluss der Neuverträge werde darauf
geachtet, dass die Ausfälle durch das Zwangspfand wieder
aufgefangen werden könnten. Mit rund 2,1 Milliarden Euro
bleibe die Summe der Lizenzeinnahmen etwa stabil. Das Duale System
ist für den «Grünen Punkt» für Verpackungsabfälle
zuständig.
Es habe auch 2002 alle gesetzlichen
Quoten zur Verwertung übertroffen, sagte Repnik. Die Sammelmenge
aus den Gelben Tonnen und Säcken habe 2002 wegen einer gestiegenen
Bevölkerungszahl mit insgesamt 6,32 Millionen Tonnen leicht
über der Vorjahreszahl (plus 31.000 Tonnen) gelegen. Pro
Kopf entspreche dies einer Sammelmenge von 76,7 Kilogramm. Rund
5,3 Millionen Tonnen Verkaufsverpackungen (Glas, Papier/Pappe/Karton,
Kunststoffe, Verbunde, Weißblech und Aluminium) wurden verwertet.
1,5 Millionen Tonnen Treibhausgase
vermieden
Entgegen aller Kritik sei das
System erfolgreich, für andere Länder vorbildhaft und
auch «die größte Bürgerbewegung»,
weil Millionen Menschen jeden Tag aus ökologischen Gründen
freiwillig ihren Müll sortierten. Schon drei Gelbe Säcke
mit gebrauchten Verpackungen entsprächen der Energiemenge,
die ein Drei-Personen-Haushalt im Schnitt am Tag für Strom
(9,6 Kilowattstunden) brauche, erläuterte Repnik.
Erstmals erstellte das Duale
System in diesem Jahr eine Analyse des Recyclings sämtlicher
Verpackungsmaterialien, die die rechnerische Einsparung an Primärenergie
und klimarelevanten Treibhausgasen bei der Produktion von Neuware
aufzeigt. Danach betrug die Einsparung an Primärenergie in
2002 insgesamt 67,5 Milliarden Megajoule. Zugleich sei der Ausstoß
von 1,5 Millionen Tonnen an klimaschädlichen Treibhausgasen
vermieden worden.
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