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- 29.04.2003 -

 

 

 

 

 

 

 



 

Änderungen im Aufsichtsrat: Repnik sieht Grünen Punkt «gesichert»

Nach dem Auszug der Entsorgungswirtschaft aus dem Aufsichtsrat des Dualen Systems (DSD) sieht der Vorstandsvorsitzende Hans-Peter Repnik die Zukunft des «Grünen Punktes» gesichert.

Köln (dpa) - Er gehe davon aus, dass dieser Schritt vom Kartellamt respektiert werde, sagte Repnik am Dienstag in Köln. Am Montag hatten die Vertreter der Entsorgungswirtschaft ihre Aufsichtsratsmandate nieder gelegt und angekündigt, ihre stillen Beteiligungen in Höhe von 94 Millionen Euro aufzulösen. Hintergrund ist ein Überprüfungsverfahren des Bundeskartellamts, ob das Duale System mit dem Kartellgesetz vereinbar ist.

Der Präsident des Bundeskartellamts, Ulf Böge, hatte im vergangenen August angekündigt, das DSD in der jetzigen Form nur noch bis zum Jahr 2006 zu dulden. In einer Stellungnahme begrüßte das Bundeskartellamt am Dienstag den Rückzug der Entsorgungsunternehmen. Damit seien die kartellrechtlichen Bedenken allerdings noch nicht ausgeräumt. Nach wie vor führe das Vertragssystem des DSD zu einer spürbaren Beschränkung des Wettbewerbs.

«Das DSD bündelt die Nachfrage nach Entsorgungsleistungen durch Unternehmen, die nach der Verpackungsverordnung zur Rücknahme und Verwertung von Verkaufsverpackungen verpflichtet sind», sagte eine Behörden-Sprecherin. Mehr als 90 Prozent der Unternehmen in Deutschland ließen Verpackungsmüll über den «Grünen Punkt» entsorgen, echter Wettbewerb finde daher nicht statt. Sollte sich nach der Überprüfung der Verdacht eines Kartells bestätigen, werde das Duale System - trotz des Ausstiegs der Entsorgungswirtschaft aus dem Aufsichtsrat - untersagt, erklärte die Sprecherin.

Repnik betonte hingegen, komme es zu keiner Einigung mit dem Kartellamt, sei die Politik gefordert. Das Duale System sei in seiner jetzigen Form von der Politik so gewollt gewesen. Für die ausgeschiedenen Aufsichtsrats-Mitglieder rücke niemand nach, betonte Repnik. In dem Gremium sitzen Vertreter der Industrie, der Abfüller und des Handels.

Repnik kündigte an, neue Entsorgungsverfahren zu erproben. Künftig dürfe auch die Verbrennung von Verpackungsmaterialien für den «Grünen Punkt» nicht tabu sein. Dies sei auch von der Verpackungsverordnung unter bestimmten, strengen Kriterien gedeckt. Für den Mai sei die Einsetzung eines Innovationsausschusses geplant, der den Spielraum der Verpackungsverordnung ausloten werde. Repnik wollte am Mittwoch in Berlin Vertretern von Verbraucher- und Umweltschutzverbänden seine Ideen präsentieren.

 

 Mehr Informationen:

Duales System Deutschland

Bundeskartellamt

BMU: Abfallwirtschaft

Abfallaufkommen in Deutschland

 

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