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Solarzellen beenden Schattendasein: Sonnenkraftwerke
als Geldanlage
Die Solartechnik hat sich international
zu einem Boom-Markt entwickelt. In Deutschland macht insbesondere
das sonnenverwöhnte Bayern mit Solaranlagen der Superlative
Schlagzeilen.
Von Ulf Vogler, dpa
Hemau (dpa) - Die Sonne liefert
uns täglich den Weltenergiebedarf von acht Jahren. Dieses
Potenzial liegt derzeit weitgehend brach. Doch die Solartechnik
hat sich in den vergangenen Jahren international zu einem Boom-Markt
mit Wachstumsraten von bis zu 30 Prozent entwickelt. In Deutschland
sind insbesondere im sonnenverwöhnten Bayern mehrere Solaranlagen
der Superlative errichtet worden. Als jüngstes Projekt wird
an diesem Dienstag (29. April) in Hemau bei Regensburg das weltweit
größte Photovoltaik- Kraftwerk offiziell eröffnet.
In einem ehemaligen Militärdepot
wurden insgesamt 32.740 Solarmodule installiert, die zusammen
vier Megawatt leisten. Dies reicht nach Angaben der Betreiber
aus, um den Strombedarf von rund 4500 Menschen zu decken. Das
18,4 Millionen Euro teure Projekt löst als weltgrößte
Anlage ein 3,3-Megawatt-Solarkraftwerk in Italien ab. Für
die Finanzierung sucht das Hamburger Ökostrom-Unternehmen
voltwerk AG nun Privatanleger, die im Rahmen eines Investment-Fonds
mindestens 5000 Euro zur Verfügung stellen.
voltwerk verspricht eine Rendite
von etwa sieben Prozent. «Das ist mit das höchste,
was es derzeit im Solarbereich gibt», meint Firmensprecher
Christoph Marx. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ermögliche
es, die Umsätze für die kommenden zwei Jahrzehnte relativ
exakt zu berechnen. Das Gesetz verpflichtet Stromkonzerne unter
anderem, Elektrizität von in diesem Jahr in Betrieb gehenden
Photovoltaik-Anlagen 20 Jahre lang zum Festpreis von 45,7 Cent
pro Kilowattstunde zu kaufen. Allerdings wird die Technik von
allen Kunden über höhere Stromrechnungen subventioniert.

© dpa
Frank Wolff
von der voltwerk AG überprüft im oberpfälzischen
Hemau im Landkreis Regensburg ein Solarmodul an dem weltweit
größten Photovoltaik-Kraftwerk.
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Weltweite Jahresproduktion
ausreichend für Stromverbrauch Leipzigs
Bislang kostet die Produktion
jeder Kilowatt-Stunde aus Sonnenenergie drei bis vier Mal so viel,
wie der Verbraucher dafür zahlt. Dieses Verhältnis wird
sich nach Einschätzung von Marx aber noch deutlich verbessern.
«Ich denke, wir werden in 10 bis 15 Jahren zu marktgerechten
Preisen kommen.»
Obwohl die Technik bereits seit
dem 19. Jahrhundert bekannt ist, beenden die Solarzellen erst
heute langsam ihr Schattendasein. Im sonnenreichen Mittelmeerraum
könnte Solarstrom schon in wenigen Jahren eine echte Konkurrenz
für herkömmlich erzeugten Spitzenlaststrom werden. Mit
diesem zu Spitzenzeiten verbrauchten Strom sollen Solarzellen
in Mitteleuropa Ende des kommenden Jahrzehnts wettbewerbsfähig
werden, berichtet das Magazin «bild der wissenschaft»
(Mai-Ausgabe) über Erwartungen des Freiburger Fraunhofer-Instituts
für Solare Energiesysteme.
Ihre Stärke spielt die Photovoltaik
insbesondere in strukturschwachen Gebieten aus. Dies betreffe
beispielsweise entlegene Regionen in dem aus zahlreichen Inseln
bestehenden Indonesien, erklärt Beate Scheffler vom Anbieter
RWE SCHOTT Solar. «Da ist das Aufstellen einer Solaranlage
billiger, als ein Stromnetz zu legen.» Das Unternehmen im
unterfränkischen Alzenau ist nach eigenen Angaben mit etwa
600 Mitarbeitern Europas größter Zellenhersteller.
Weltweit wurden im vergangenen
Jahr Solarzellen mit einer maximalen Leistung von 440 Megawatt
hergestellt - genug, um die 500.000 Einwohner Leipzigs mit Strom
zu versorgen, wie «bild der wissenschaft» vorrechnet.
Scheffler erwartet, dass der
Anteil von Photovoltaik an der Stromversorgung stark ansteigen
wird. Sie verweist auf Schätzungen, wonach weltweit in vier
Jahrzehnten rund zehn Prozent des Stromes durch diese Technik
gewonnen werden könnten. Doch bis dahin ist es noch ein weiter
Weg: «Der Anteil der Photovoltaik belief sich im Jahr 2001
auf weniger als 0,05 Prozent», heißt es in einem kürzlich
veröffentlichten Bericht des Bundesumweltministeriums über
Alternativ-Energien in Deutschland.
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