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- 28.04.2003 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

Solarzellen beenden Schattendasein: Sonnenkraftwerke als Geldanlage

Die Solartechnik hat sich international zu einem Boom-Markt entwickelt. In Deutschland macht insbesondere das sonnenverwöhnte Bayern mit Solaranlagen der Superlative Schlagzeilen.

Von Ulf Vogler, dpa

Hemau (dpa) - Die Sonne liefert uns täglich den Weltenergiebedarf von acht Jahren. Dieses Potenzial liegt derzeit weitgehend brach. Doch die Solartechnik hat sich in den vergangenen Jahren international zu einem Boom-Markt mit Wachstumsraten von bis zu 30 Prozent entwickelt. In Deutschland sind insbesondere im sonnenverwöhnten Bayern mehrere Solaranlagen der Superlative errichtet worden. Als jüngstes Projekt wird an diesem Dienstag (29. April) in Hemau bei Regensburg das weltweit größte Photovoltaik- Kraftwerk offiziell eröffnet.

In einem ehemaligen Militärdepot wurden insgesamt 32.740 Solarmodule installiert, die zusammen vier Megawatt leisten. Dies reicht nach Angaben der Betreiber aus, um den Strombedarf von rund 4500 Menschen zu decken. Das 18,4 Millionen Euro teure Projekt löst als weltgrößte Anlage ein 3,3-Megawatt-Solarkraftwerk in Italien ab. Für die Finanzierung sucht das Hamburger Ökostrom-Unternehmen voltwerk AG nun Privatanleger, die im Rahmen eines Investment-Fonds mindestens 5000 Euro zur Verfügung stellen.

voltwerk verspricht eine Rendite von etwa sieben Prozent. «Das ist mit das höchste, was es derzeit im Solarbereich gibt», meint Firmensprecher Christoph Marx. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ermögliche es, die Umsätze für die kommenden zwei Jahrzehnte relativ exakt zu berechnen. Das Gesetz verpflichtet Stromkonzerne unter anderem, Elektrizität von in diesem Jahr in Betrieb gehenden Photovoltaik-Anlagen 20 Jahre lang zum Festpreis von 45,7 Cent pro Kilowattstunde zu kaufen. Allerdings wird die Technik von allen Kunden über höhere Stromrechnungen subventioniert.

 


© dpa

Frank Wolff von der voltwerk AG überprüft im oberpfälzischen Hemau im Landkreis Regensburg ein Solarmodul an dem weltweit größten Photovoltaik-Kraftwerk.

 

Weltweite Jahresproduktion ausreichend für Stromverbrauch Leipzigs

Bislang kostet die Produktion jeder Kilowatt-Stunde aus Sonnenenergie drei bis vier Mal so viel, wie der Verbraucher dafür zahlt. Dieses Verhältnis wird sich nach Einschätzung von Marx aber noch deutlich verbessern. «Ich denke, wir werden in 10 bis 15 Jahren zu marktgerechten Preisen kommen.»

Obwohl die Technik bereits seit dem 19. Jahrhundert bekannt ist, beenden die Solarzellen erst heute langsam ihr Schattendasein. Im sonnenreichen Mittelmeerraum könnte Solarstrom schon in wenigen Jahren eine echte Konkurrenz für herkömmlich erzeugten Spitzenlaststrom werden. Mit diesem zu Spitzenzeiten verbrauchten Strom sollen Solarzellen in Mitteleuropa Ende des kommenden Jahrzehnts wettbewerbsfähig werden, berichtet das Magazin «bild der wissenschaft» (Mai-Ausgabe) über Erwartungen des Freiburger Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme.

Ihre Stärke spielt die Photovoltaik insbesondere in strukturschwachen Gebieten aus. Dies betreffe beispielsweise entlegene Regionen in dem aus zahlreichen Inseln bestehenden Indonesien, erklärt Beate Scheffler vom Anbieter RWE SCHOTT Solar. «Da ist das Aufstellen einer Solaranlage billiger, als ein Stromnetz zu legen.» Das Unternehmen im unterfränkischen Alzenau ist nach eigenen Angaben mit etwa 600 Mitarbeitern Europas größter Zellenhersteller.

Weltweit wurden im vergangenen Jahr Solarzellen mit einer maximalen Leistung von 440 Megawatt hergestellt - genug, um die 500.000 Einwohner Leipzigs mit Strom zu versorgen, wie «bild der wissenschaft» vorrechnet.

Scheffler erwartet, dass der Anteil von Photovoltaik an der Stromversorgung stark ansteigen wird. Sie verweist auf Schätzungen, wonach weltweit in vier Jahrzehnten rund zehn Prozent des Stromes durch diese Technik gewonnen werden könnten. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg: «Der Anteil der Photovoltaik belief sich im Jahr 2001 auf weniger als 0,05 Prozent», heißt es in einem kürzlich veröffentlichten Bericht des Bundesumweltministeriums über Alternativ-Energien in Deutschland.

 

 Mehr Informationen:

voltwerk AG

DIE ZEIT: Der nach der Sonne greift

vista verde:
- Solarenergie
- Erneuerbare Energien

 

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