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Verband: Kaum Vorteile für Verbraucher
durch Strommarkt-Liberalisierung
Die Liberalisierung des Strommarktes
hat den Energieverbrauchern nach Einschätzung ihrer Interessenvertretung
kaum Vorteile gebracht.
Bonn (dpa) - Die Energieversorger
hätten die Liberalisierung des Strommarktes missbraucht,
um den Wettbewerb zu verhindern und den Haushaltskunden überhöhte
Preise abzulangen, berichtete der Bund der Energieverbraucher
am Freitag zum fünften Jahrestag des Stromwettbewerbs in
Bonn. Die Bundesregierung hatte am 28. April 1998 das Monopol
bei der Strom- und Gasversorgung aufgehoben.
Während die Strompreise
der Haushalte gestiegen seien, seien die Strompreise der großen
Abnehmer durch die Liberalisierung um ein Drittel gesunken, hieß
es in der Mitteilung. Die Zusammenschlüsse großer Stromversorger
hätten den Wettbewerb behindert. Durch ihre Beteiligung an
Stadtwerken sei deren Eingeständigkeit beschnitten worden.
Die Stadtwerke ihrerseits hätten wettbewerbsbedingte Einkaufsvorteile
nicht an ihre Kunden weitergegeben. Kunden sei der Wechsel zu
einem anderen Anbieter erschwert worden. Die meisten der neuen
Stromanbieter seien beispielsweise durch überhöhte Netznutzungsentgelte
in die Knie gezwungen worden.
Der rund 7000 Mitglieder zählende
Verband rief dazu auf, den Jahrestag des Stromwettbewerbs zum
so genannten Denkzetteltag für die Stromwirtschaft zu machen.
Verbraucher sollten zu einem günstigeren Anbieter wechseln,
sagte Aribert Peters, Vorsitzende des Bund der Energieverbraucher.
«Der Wechsel des Stromversorgers ist möglich und lohnt
sich.»
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