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Weltbank: Wirtschaftswachstum reicht
nicht zur Armutsbekämpfung
Wirtschaftswachstum allein
kann die ärmsten Menschen der Welt einer neuen Weltbank-Studie
zufolge nicht aus dem Elend holen.
Washington (dpa) - Dazu seien
ein Abbau von Handelshemmnissen in den Industrieländern und
höhere Entwicklungshilfe nötig, sagte der Chefökonom
der Weltbank, Nicholas Stern, am Sonntag in Washington.
Bei fortwährendem Wirtschaftswachstum
können nach Angaben der Weltbank bis 2015 360 Millionen Menschen
weltweit aus der bittersten Armut erlöst werden. Damit wäre
das Millennium-Ziel der Vereinten Nationen, die Armut bis 2015
zu halbieren, erreicht.
Ohne zusätzliche Anstrengungen
werde die Zahl der Ärmsten, die mit weniger als einem Dollar
am Tag auskommen müssen, in Afrika und im Nahen Osten jedoch
steigen, warnt die Weltbank: In Afrika von heute rund 315 Millionen
auf 404 Millionen und im Nahem Osten von sechs auf acht Millionen.
«Wir hoffen, dass die reichen
Länder ihren Entwicklungshilfe- Versprechungen nachkommen
und sich für Handelsliberalisierungen, vor allem im Agrarbereich,
einsetzen», sagte Stern. Wenn Entwicklungsländer ihre
Produkte leichter in den reichen Ländern verkaufen könnten,
würden bis 2015 weitere 300 Millionen Menschen aus der Armut
befreit.
«Es muss mehr getan werden.
Es muss mehr Geld auf den Tisch. Die Kosten, um die Millennium-Ziele
zu erreichen, belaufen sich wahrscheinlich auf zusätzliche
50 Milliarden Dollar im Jahr», sagte Stern.
Die Weltbank veröffentlichte
die Studie «World Development Indicators» am Sonntag
zur Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds
(IWF) und Weltbank in Washington. Sie umfasst rund 400 Seiten
und trägt statische Daten über Entwicklungsstand, Umwelt-
und Gesellschaftsaspekte aus aller Welt zusammen.
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