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- 03.04.2003 -

 

 

 

 

 

 


 

Nach Pflichtpfand: Entsorgungswirtschaft warnt vor Umweltdumping

Die Entsorgungswirtschaft hat vor Umweltdumping in Folge des Pflichtpfandes auf Getränkeverpackungen gewarnt.

Berlin (dpa) - Für eine endgültige Bewertung sei es zwar noch zu früh, «aber wir erleben Verschiebungen ganzer Recyclingströme, bei denen die hochwertige Verwertung mit einem Fragezeichen zu versehen ist», sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Sekundärrohstoffe (BVSE), Hans-Günter-Fischer am Donnerstag in Berlin. So gebe es etwa deutlich gestiegene Ströme von PET-Flaschen nach China.

Mit dem Pfand auf Einwegverpackungen werden viele Flaschen nicht mehr von Entsorgern bei den Verbrauchern abgeholt, sondern vom Handel gesammelt und anschließend zu Recyclingfirmen gebracht. Die Branche befürchtet, dass dabei aus Kostengründen auch Verwerter zum Zuge kommen, die Umweltstandards nicht einhalten. Der Verband fordert daher, dass eine hochwertige Verwertung bei der anstehenden Novelle der Verpackungsverordnung gesetzlich vorgeschrieben werden müsse. Der Einzelhandel sollte die Verpackungen nur an solche Verwerter abgeben dürfen, die deutsche Standards nachweisen könnten. «Ein Gefälle zu Lasten nachhaltiger Ressourcenschonung darf es hier nicht geben.»

An die Politik appellierte er, «nach der Debatte um das Pfand vor der Verkaufstheke nun auch den Weg des zurückgegebenen Pfandgutes hinter der Theke mit Sorgfalt zu beobachten.»

Nach Feststellungen des BVSE werden seit Einführung des Pflichtpfandes zu Jahresbeginn immer mehr Getränke in Kartons verpackt. Die zum Recycling anfallende Glasmenge sei nach Berichten von Mitgliedsfirmen um rund zehn Prozent gesunken, wobei zugleich ein Überhang an - nicht nach Farben sortiertem - Mischglas entstanden sei. Dies habe stark erhöhte Kosten zur Trennung vor der Aufbereitung zur Folge. Auch Kunststoffverpackungen und Dosen seien weniger angefallen.

Die Stiftung «Initiative Mehrweg» forderte außerdem, bei der Novelle der Verpackungsverordnung, auch ein Pfand für Getränkekartons und andere ökologisch vorteilhafte Verpackungen vorzuschreiben. Sonst würden sich diese in allen Bereichen, wo sie eingesetzt werden könnten, durchsetzen und die Mehrwegsysteme verdrängen.

 

 Mehr Informationen:

BVSE

BMU: Dosenpfand

Deutsche Umwelthilfe

vista verde special: Dosenpfand

 

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