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Nach Pflichtpfand: Entsorgungswirtschaft
warnt vor Umweltdumping
Die Entsorgungswirtschaft
hat vor Umweltdumping in Folge des Pflichtpfandes auf Getränkeverpackungen
gewarnt.
Berlin (dpa) - Für eine endgültige
Bewertung sei es zwar noch zu früh, «aber wir erleben
Verschiebungen ganzer Recyclingströme, bei denen die hochwertige
Verwertung mit einem Fragezeichen zu versehen ist», sagte
der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Sekundärrohstoffe
(BVSE), Hans-Günter-Fischer am Donnerstag in Berlin. So gebe
es etwa deutlich gestiegene Ströme von PET-Flaschen nach
China.
Mit dem Pfand auf Einwegverpackungen
werden viele Flaschen nicht mehr von Entsorgern bei den Verbrauchern
abgeholt, sondern vom Handel gesammelt und anschließend
zu Recyclingfirmen gebracht. Die Branche befürchtet, dass
dabei aus Kostengründen auch Verwerter zum Zuge kommen, die
Umweltstandards nicht einhalten. Der Verband fordert daher, dass
eine hochwertige Verwertung bei der anstehenden Novelle der Verpackungsverordnung
gesetzlich vorgeschrieben werden müsse. Der Einzelhandel
sollte die Verpackungen nur an solche Verwerter abgeben dürfen,
die deutsche Standards nachweisen könnten. «Ein Gefälle
zu Lasten nachhaltiger Ressourcenschonung darf es hier nicht geben.»
An die Politik appellierte er,
«nach der Debatte um das Pfand vor der Verkaufstheke nun
auch den Weg des zurückgegebenen Pfandgutes hinter der Theke
mit Sorgfalt zu beobachten.»
Nach Feststellungen des BVSE
werden seit Einführung des Pflichtpfandes zu Jahresbeginn
immer mehr Getränke in Kartons verpackt. Die zum Recycling
anfallende Glasmenge sei nach Berichten von Mitgliedsfirmen um
rund zehn Prozent gesunken, wobei zugleich ein Überhang an
- nicht nach Farben sortiertem - Mischglas entstanden sei. Dies
habe stark erhöhte Kosten zur Trennung vor der Aufbereitung
zur Folge. Auch Kunststoffverpackungen und Dosen seien weniger
angefallen.
Die Stiftung «Initiative
Mehrweg» forderte außerdem, bei der Novelle der Verpackungsverordnung,
auch ein Pfand für Getränkekartons und andere ökologisch
vorteilhafte Verpackungen vorzuschreiben. Sonst würden sich
diese in allen Bereichen, wo sie eingesetzt werden könnten,
durchsetzen und die Mehrwegsysteme verdrängen.
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