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- 27.02.2003 -

 

 

 

 

 



 

Europaweit einheitlich:

Neues Logo für fair gehandelte Produkte

Fair gehandelte Produkte aus Entwicklungsländern sind künftig in ganz Europa an einem einheitlichen Logo zu erkennen.

Berlin (dpa) - Die mit dem neuen Siegel versehenen Waren - wie Kaffee, Tee, Schokolade und Orangensaft - werden in 13 europäischen Ländern auch in Supermärkten angeboten. In Berlin gaben am Mittwoch Umweltminister Jürgen Trittin und Verbraucherministerin Renate Künast (beide Grüne) sowie Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) den Startschuss für Deutschland. Das blau-grüne Logo auf schwarzem Grund wird vom Verein «TransFair» vergeben, einem Zusammenschluss aus 38 Entwicklungsorganisationen.

Die Vergabe des Siegels ist an strenge soziale und ökologische Auflagen geknüpft. Dafür müssen die rund 800.000 Bauern und Arbeiter in Afrika, Asien und Lateinamerika ihre Pflanzen umweltschonend anbauen. Kinder dürfen sie nicht beschäftigen. Im Gegenzug erhalten die Produzenten für die Rohstoffe Preise über Weltmarktniveau. Im normalen Handel müssen sie sich häufig mit Dumping-Preisen begnügen.

«Wer diese Produkte kauft, leistet ganz praktisch Solidarität mit Menschen in den Entwicklungsländern», sagte Wieczorek-Zeul. Der faire Handel ermögliche ihnen ein «menschenwürdiges Leben». Nach Worten Trittins bringt das Konzept Armutsbekämpfung und Umweltschutz erfolgreich unter einen Hut.

In Deutschland wurde mit «TransFair»-Produkten in den vergangenen zehn Jahren ein Umsatz von rund 560 Millionen Euro erzielt. Rund drei Millionen Deutsche kaufen solche Waren, die in den Regalen von 22.000 Supermärkten zu finden sind.

Gerade auf dem für viele Entwicklungsländer besonders wichtigen Kaffeemarkt können sich die «TransFair»-Produkte bislang nur schwer durchsetzen. Der Marktanteil von fair gehandeltem Kaffee liegt in Deutschland nur bei rund einem Prozent.

Noch seien wenige bereit, für fair gehandelten Kaffee tiefer in die Tasche zu greifen, sagte «TransFair»-Geschäftsführer Dieter Overath. «Hundert Prozent sind gegen Kinderarbeit, aber hundert Prozent sind auch für Schnäppchen.»

 


© TransFair

Das neue Logo für fair gehandelte Produkte.

 

 Mehr Informationen:

TransFair

DIE ZEIT: Kaffee ist ihr Schicksal

vista verde: Fairer Handel

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