vista verde - Portal für Umwelt und Natur - Werbung 

vista verde SucheNewsForumAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   W i r t s c h a f t   &   E n e r g i e

News - Seite 1Politik
Natur und Artenvielfalt
Wissenschaft und Technik
Wirtschaft und Energie

- 26.02.2003 -

 

 

 

 

 



 

Duales System: Erstmals bundesweit Entsorgungsverträge ausgeschrieben

Das für Verpackungsmüll mit dem «Grünen Punkt» zuständige Duale System (DSD) schreibt erstmals bundesweit und wettbewerbskonform Aufträge zum Einsammeln und Sortieren der Abfälle aus.

Köln/Bonn (dpa) - Das Unternehmen stimmte die Ausgestaltung mit dem Bundeskartellamt ab, wie beide Seiten am Mittwoch in Köln und Bonn mitteilten. Das Duale System folgt mit der Ausschreibung auch Forderungen der EU-Kommission und vieler mittelständischer Entsorger zu einem offeneren und fairen Wettbewerb.

Nach Auffassung des Kartellamts ist mit dem Verfahren eine Vergabe im Wettbewerb sichergestellt. Zugleich hätten andere Unternehmen die Möglichkeit, mit dem DSD in Wettbewerb um Verpackungsmengen zu treten. Für die Bürger werde sich durch die Ausschreibung nichts ändern, da die bestehenden Serviceleistungen auch bei einem Vertragswechsel beibehalten würden, hieß es vom Dualen System.

In rund 450 Städten und Landkreisen könnten private und kommunale Entsorgungsunternehmen an der Ausschreibung der neuen Leistungsverträge teilnehmen, kündigte das Duale System Deutschland AG an. Die Laufzeit der neuen Verträge wird am 1. Januar 2004 beginnen und auf drei Jahre befristet sein. In ihnen verpflichtet sich ein Entsorgungsunternehmen für das jeweilige Vertragsgebiet, für das DSD den Verpackungsabfall aus den Gelben Tonnen oder Säcken zu sammeln und zu sortieren.

Das DSD beherrscht seit seiner Gründung durch Handel und Industrie vor einem Jahrzehnt mit dem Lizenz- und Sammelsystem «Grüner Punkt» bundesweit den Abfall- und Recyclingmarkt bei Verpackungsmüll wie gebrauchten Joghurtbechern oder Pizzaschachteln. Nach Darstellung des Kartellamts handelt es sich mit rund 95 Prozent Marktanteil um ein «Quasi-Monopol».

Das Bundeskartellamt, das diese Marktdominanz des DSD grundsätzlich kritisch sieht, verwies darauf, dass das DSD als marktbeherrschendes Unternehmen bei der Vergabe von Verträgen das kartellrechtliche Diskriminierungs- und Behinderungsverbot zu beachten habe. Mit der Behörde sei Einvernehmen über die wettbewerbskonforme Ausgestaltung der Verträge erzielt worden. Dabei dürfe auch der Marktzutritt weiterer dualer Systeme nicht behindert werden. Das Kartellamt habe auch darauf hingewirkt, dass die Nachfrage des DSD nach Abfällen mengenmäßig begrenzt werde, damit auch weitere potenzielle Systemanbieter auf Übermengen zugreifen könnten.

Ausgeschrieben zur haushaltsnahen Sammlung und Sortierung werden Leichtverpackungen (Aluminium, Kunststoff, Verbunde und Weißblech) sowie Glas. Die Bewerber können innerhalb einer Frist von sechs Wochen nach Versendung der Unterlagen ihre Angebote einreichen. Den Zuschlag für den jeweiligen Vertrag soll das wirtschaftlich günstigste Angebot erhalten. Bisherige vertragliche Grundlage waren die vom Dualen System nach dessen Gründung mit den Entsorgungsunternehmen in den Jahren 1992 und 1993 abgeschlossenen Leistungsverträge, die inzwischen mehrfach modifiziert wurden.

 

 Mehr Informationen:

Duales System Deutschland

Bundeskartellamt

BMU: Abfallwirtschaft

Abfallaufkommen in Deutschland

 

 Lesen Sie auch:

Modellversuch in Kassel: Joghurtbecher aus Mais als erfolgreich bewertet

Dosenpfand: Verbraucher greifen wieder stärker zu Mehrweg

Duales System: Kartellamt verhängt Millionen-Bußgeld

Müll: Das Ende der bunten Tonnen?

«Grüner Punkt»: Aus durch Wettbewerbshüter droht

Verpackungsmüll: EU-Rat einigt sich auf höhere Recyclingquoten

«Grüner Punkt»: Weniger Verpackungen gesammelt

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Forum | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2003
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung