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Dosenpfand: Verbraucher greifen wieder
stärker zu Mehrweg
Das umstrittene Dosenpfand
hat den Verkauf von Getränken in Mehrwegflaschen sprunghaft
ansteigen lassen.
Berlin (dpa) - Nach der ersten
Erhebung seit dem Start der Pfandpflicht am Jahresbeginn wurden
im Januar 61,1 Prozent aller Getränke in Mehrwegverpackungen
verkauft. Diese Quote war in den vergangenen Jahren dramatisch
gesunken und hatte im letzten Quartal 2002 nur noch bei 52,2 Prozent
gelegen. Für die am Donnerstag in Berlin vorgestellte Untersuchung
befragte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) 12 000
Haushalte.
Bei Bier stieg die Mehrwegquote
demnach von 74,7 Prozent im letzten Quartal 2002 auf 91 Prozent
im Januar. Der Anteil der in Mehrwegflaschen verkauften Cola-
und Limonaden-Getränke nahm von 50,5 Prozent auf 75,8 Prozent
zu. Wasser wurde im Januar in 78,7 Prozent der Fälle in Mehrwegflaschen
verkauft, vor dem Start des Pfand waren das zuletzt 67,8 Prozent
gewesen. Umweltverbände, der Getränke- Fachgroßhandel
und Privatbrauereien begrüßten den «zweiten Frühling
für die Mehrwegflasche». Sie hatten die Studie in Auftrag
gegeben.
Bei den noch pfandfreien Getränken
setzte sich der Trend zu Einwegverpackungen allerdings fort: So
sank die Mehrwegquote etwa bei Saft von 18,3 Prozent auf 16,2
Prozent. Nach den Plänen von Bund und Ländern sollen
von Oktober an grundsätzlich alle Einweg- Getränkeverpackungen
pfandpflichtig werden, und zwar anders als derzeit unabhängig
vom Inhalt. Ausgenommen werden Wein, Spirituosen und diätetische
Getränke etwa für Babys. Pfandfrei bleiben auch so genannte
ökologisch vorteilhafte Verpackungen wie Getränkekartons.
Nach den unionsgeführten
Ländern signalisierte auch die CDU/CSU- Bundestagsfraktion
prinzipielle Zustimmung zu den geplanten Neuregelungen. Parlamentarier
der Union forderten im Bundestag, den Bund-Länder-Vorschlag
in einigen Punkten zu überarbeiten. Das zentrale Element
der Reform, grundsätzlich alle ökologisch nachteiligen
Einweg-Getränkeverpackungen mit Pfand zu belegen, fand aber
die Zustimmung der Unions-Abgeordneten.
CDU und CSU fordern unter anderem,
ein einheitliches Pfand von 25 Cent festzulegen. Bislang werden
bei Verpackungen mit mehr als 1,5 Litern Inhalt 50 Cent Pfand
fällig. Auch will die Union, dass nur Verpackungen bis 3
Liter pfandpflichtig sind. Party-Bierfässer mit 5 Litern
wären dann pfandfrei. CDU und CSU verlangen außerdem,
eine «Innovationsklausel» in der Verpackungsverordnung
zu verankern. In ihr sollen Kriterien für ökologisch
vorteilhafte und damit pfandfreie Getränkeverpackungen festgelegt
werden, etwa die Recyclingquote.
Als Reaktion auf das Dosenpfand
verkauft die Deutsche Bahn in ihren Zügen Getränke ab
sofort nur noch in Mehrwegflaschen. Nach dem Fernverkehr wird
an diesem Freitag nach Angaben der Bahn auch im Nahverkehr der
Verkauf von Dosen und Einwegflaschen gestoppt.
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