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China: Forscher warnen vor steigendem
CO2-Ausstoß
Wirtschaftsforscher warnen
vor einem in China stark ansteigenden Ausstoß des Treibhausgases
Kohlendioxid.
Essen (dpa) - «Im Reich
der Mitte tickt eine Zeitbombe», erklärte das Rheinisch-Westfälische
Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) am Dienstag in Essen
mit Blick auf den erwarteten Anstieg des Energieverbrauchs in
China. Wichtigster Energieträger sei die Steinkohle, deren
Verwendung unter Klimaschutzgesichtspunkten besonders problematisch
sei.
Im Jahr 2000 seien in China drei
Milliarden Tonnen CO2 ausgestoßen worden, bis 2020 könnte
der Ausstoß auf 5,5 Milliarden Tonnen steigen, erwartet
das RWI. Der Primärenergieverbrauch habe sich von 1980 bis
2002 verdoppelt. In China bereits geplante Umweltabgaben dürften
kaum Verbesserungen für den Klimaschutz bringen, erläuterten
die Forscher. Eine Steuer, die den Kohlepreis um jährlich
2,5 Prozent erhöhe, kann nach einer RWI-Modellrechnung bis
2020 den CO2-Ausstoß gerade einmal um 4 Prozent reduzieren.
Zusätzliche Potenziale könnten
durch die Förderung alternativer Energien wie Wind-, Solarenergie
oder Wasserkraft erschlossen werden. Allerdings sei kaum damit
zu rechnen, dass die chinesische Wirtschaft selbst die entsprechenden
Investitionen vornehmen werde. Einen Ausweg biete die im Klimaschutzprotokoll
von Kyoto für Industriestaaten vorgesehene Möglichkeit,
seinen Klimaschutz-Verpflichtungen auch durch Projektförderung
in Entwicklungsländern nachkommen zu können.
Wichtig sei auch, in China das
Interesse an einer internationalen Kooperation im Klimaschutz
weiter zu erhöhen, betonte das RWI. Deutschland könne
dabei im Rahmen der bestehenden technischen Zusammenarbeit der
Regierung und der Industrie die Mechanismen der internationalen
Klimapolitik näher bringen.
China hatte im vergangenen September
auf dem Weltgipfel in Johannesburg die Ratifizierung des Klimaschutzprotokolls
von Kyoto bekannt gegeben. Es trat dem Abkommen als Entwicklungs-
und Niedriglohnland freiwillig bei. Der chinesische Ministerpräsident
Zhu Rongji hatte seinerzeit das Protokoll als wirksamen Rahmen
beim gemeinsamen Kampf gegen den Klimawandel bezeichnet.
Was die Energieeffizienz betreffe,
könnten die Amerikaner «mehr von den Chinesen lernen
als umgekehrt», hatte Bundesumweltminister Jürgen Trittin
(Grüne) in einem Interview 2001 gesagt. China habe in den
vergangenen Jahren ein Wirtschaftswachstum von 35 Prozent ausgewiesen
und zugleich einen Rückgang der Emissionen um 17 Prozent
verzeichnet. Als Grund für den Ende der 90er Jahre gesunken
Treibhausgas-Ausstoß Chinas nannte der Umweltverband Germanwatch
Subventionskürzungen im Energiebereich.
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