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China: Größtes Wasserbauprojekt
der Erde geplant
Nach dem Drei-Schluchten-Damm
plant China nun ein noch größeres Wasserbauprojekt:
Über 1.000 Kilometer lange Kanäle sollen den trockenen
Norden des Landes mit Wasser aus dem Süden versorgen.
(jkm) - Erst kürzlich wurde
in China mit dem Aufstauen des Flusses Jangtse durch den Drei-Schluchten-Damm
begonnen. Nun hat die Führung des Landes das nächste
Großprojekt beschlossen: Drei jeweils über 1.000 Kilometer
lange Kanäle sollen den trockenen Norden mit Wasser aus dem
Jangtse versorgen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua
berichtet, soll bereits Ende dieses Jahres mit dem Bau des ersten
Kanals begonnen werden.
Die Kosten des Projektes werden
die Kosten des umstrittenen Drei-Schluchten-Staudamms von 24 Milliarden
US-Dollar noch übersteigen. Im ersten Bauabschnitt sollen
der östliche und der mittlere Kanal gebaut werden, wofür
das Ministerium etwa 19 Milliarden US-Dollar veranschlagt. Die
ersten beiden Kanäle sollen in etwa fünf bis zehn Jahren
vollendet sein. Nach ihrer Fertigstellung werden die drei Kanäle
den Jangtse im Süden mit den Flüssen Hai, Huai und dem
Gelben Fluss im Norden verbinden.
"Die geplante Verteilung
des Wassers von Süd nach Nord ist ein strategisches Mega-Projekt,
um die optimale Wasserverteilung in China zu gewährleisten",
zitiert die Agentur den stellvertretenden chinesischen Minister
für Wasserressourcen, Zhang Jiyao.
In zwei Dritteln der 600 größten
chinesischen Städte mangelt nach Angaben der Regierung an
Wasser. Zuletzt waren im April dieses Jahres über 33 Millionen
Chinesen von der schwersten Trockenheit seit 1949 betroffen. Die
geplanten Kanäle sollen jährlich über 48 Milliarden
Kubikmeter Wasser aus dem Jangtse abzweigen, eine Menge vergleichbar
der jährlichen Wasserführung des Gelben Flusses.
Laut Xinhua wird die Gesamtdauer
des Bauprojekt auf 50 Jahren veranschlagt, ebenso lang hätten
auch die Planungen gedauert. Ähnliche Pläne hatte auch
die ehemalige Sowjetunion verfolgt. Das Vorhaben, die wasserreichen
Flüsse Sibiriens in den Süden nach Usbekistan umzuleiten,
wurden in den 80er-Jahren jedoch aufgegeben.
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