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Kampf gegen Diesel-Ruß:
Filter für alle Diesel-Fahrzeuge
gefordert
Im Kampf gegen Gesundheitsschäden
durch Diesel-Ruß hat ein breites Bündnis von Organisationen
eine Filter-Pflicht für alle deutschen Diesel-Fahrzeuge gefordert.
Berlin (dpa) - Umweltverbände,
Automobil- und Verkehrsclubs, Gesundheitsexperten und Kinderschutzorganisationen
starteten am Montag in Berlin die Initiative «Kein Diesel
ohne Filter». Ab Sommer 2003 dürften Diesel-Fahrzeuge
grundsätzlich nur noch mit Rußfilter oder einer gleich
wirksamen Technologie verkauft werden, verlangt die Allianz. Der
Verband der Automobilindustrie (VDA) wies die Forderung zurück.
Das Umweltministerium und die SPD- Fraktion begrüßten
die Initiative.
Die Gruppen richteten schwere
Vorwürfe gegen deutsche Automobilfirmen. Sie verweigerten
anders als französische und italienische Autobauer die Einführung
der Filter. Nach Schätzungen würden Rußfilter
Diesel-Neuwagen um je 300 Euro verteuern. Die Filter sollten der
Forderung des Bündnisses zufolge steuerlich gefördert
werden. Das Umweltministerium forderte die deutschen Autobauer
auf, dem Beispiel anderer europäischer Hersteller zu folgen.
So rasch wie möglich müsse ein breites Angebot von Fahrzeugen
mit Filtern auf den Markt gebracht werden.
Der VDA erklärte, trotz
immer mehr Fahrleistung seien die Emissionen auch von Dieselruß
zurückgegangen. «Die deutsche Automobilindustrie ist
Vorreiter bei der Verbesserung des Umweltverhaltens ihrer Produkte.»
Verbesserungen des Motors seien gegenüber den Filtern zu
bevorzugen. Auch ohne Filter könnten die Partikel-Emmissionen
nach VDA-Angaben pro Fahrzeug um mehr als 80 Prozent gesenkt werden.
Dieselruß für jährlich
8000 Lungenkrebsfälle verantwortlich
Der Initiative «Kein Diesel
ohne Filter» gehören der Deutsche Kinderschutzbund,
die Deutsche Umwelthilfe, der Deutsche Naturschutzring (DNR),
der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der
Naturschutzbund Deutschland (NABU), der Verkehrsclub Deutschland
(VCD) und als wissenschaftlicher Berater die Weltgesundheitsorganisation
(WHO) an. Der ADAC begleitet die Initiative technisch.
Der BUND machte den Dieselruß
für jährlich 8000 Lungenkrebsfälle verantwortlich.
Die WHO erklärte, Kinder seien den Dieselpartikeln schutzlos
ausgeliefert, da diese bei ihnen auf Kopfhöhe ausgestoßen
würden.
Ein Test des ADAC und des Umweltbundesamtes
ergab den Angaben zufolge, dass mit Filter praktisch keine Partikel
mehr ausgestoßen wurden. Negative Folgen für Verbrauch
und Lebensdauer des Motors seien nicht feststellbar gewesen. Die
Filter würden die Ruß-Emission um das 10.000fache reduzieren.
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