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Müll: Das Ende der bunten Tonnen?
Spätestens im Jahr 2020
sollten gelber Sack und grüne Tonne ausgedient haben, empfehlen
Stuttgarter Experten in einer Studie zur Hausmüllentsorgung.
(jkm) - Statt vieler separater
sollte es dann nur noch einen einzigen Behälter für
den Hausmüll geben, dessen Inhalt später mit moderner
Technik sortiert wird. Lediglich Altpapier, Glas, Textilien, Schuhe
und sperrige Abfälle sollten auch weiterhin getrennt gesammelt
werden.
"Kernstück eines zukunftsfähigen
Entsorgungskonzeptes ist eine leistungsfähige, vollautomatische
Sortier- und Trenntechnik, die effektiv und wirtschaftlich verwertbare
Fraktionen von brennbaren Teilen abtrennt und eine nahezu vollständige
stoffliche und energetische Verwertung der Abfälle möglich
macht,'' so Martin Kaimer von der Akademie für Technikfolgenabschätzung
in Baden-Württemberg.
Große Hoffnung setzt er
dabei auf Techniken wie das so genannte Trockenstabilatverfahren,
bei dem Abfälle biologisch getrocknet und anschließend
automatisch in verwertbare Fraktionen und einen Ersatzbrennstoff
getrennt werden. "Der Wasserentzug führt zu einem biologisch
stabilen und homogenen Endprodukt, das einen Heizwert von über
11.000 Kilojoule pro Kilo besitzt, unbegrenzt lagerfähig
ist und zudem gute Sortierbarkeit aufweist'', so Kaimer. Dadurch
würde eine separate Biotonne überflüssig und der
Biomüll könnte zusammen mit dem Restmüll eingesammelt
und energetisch genutzt werden.
Selbst unter dem Aspekt des Klimaschutzes
sei die Verbrennung von Biomüll in diesem Konzept sinnvoll,
sind Kaimer und sein Kollege Markus Geckeler überzeugt. Die
Zersetzung leicht abbaubarer organischer Bestandteile könne
nämlich die Wärme für die Trocknung der Abfälle
liefern, gleichzeitig entfielen die mit der Getrenntsammlung und
Kompostierung verbundenen Probleme.
Auch den gelben Sack hält
Kaimer für verzichtbar, da das Recycling von Kunststoffabfällen
,,keinen wesentlichen ökologischen Vorteil gegenüber
der energetischen Verwertung aufweist und ineffizient ist''. Die
Kunststoffverwertung verursache Gesamtkosten in Höhe von
800 bis 1.200 Euro pro Tonne. "Für die gleiche Summe
kann unter Verzicht auf eine getrennte Sammlung von Kunststoffen
ein wesentlich größerer Effekt für eine nachhaltige
Ressourcennutzung erreicht werden,'' so der Wissenschaftler.
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