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Verpackungsmüll: EU-Rat einigt
sich auf höhere Recyclingquoten
In der Europäischen Union
sollen bis spätestens Ende des Jahres 2008 höhere und
einheitliche Recyclingquoten für Verpackungsmüll gelten.
Luxemburg (dpa) - Darauf haben
sich die EU-Umweltminister am Donnerstag in Luxemburg geeinigt.
Demnach soll die Wiederverwertungsquote für den gesamten
in der EU anfallenden Verpackungsmüll von derzeit 45 auf
mindestens 60 Prozent steigen. Im Europäischen Parlament,
das zuvor für strengere Vorschriften gestimmt hatte, stieß
die Entscheidung auf Kritik.
Nach der Einigung im EU-Ministerrat
müssen außerdem künftig für die einzelnen
Verpackungsarten gesonderte Recyclingquoten erreicht werden: Die
sind für Glas sowie für Papier, Pappe und Kartons 60
Prozent, für Metalle 50 Prozent, für Kunststoffe 22,5
Prozent und für Holz 15 Prozent. Bisher galten für diese
Verpackungen nur allgemein 15 Prozent, wobei das bisherige EU-Gesetz
nicht eindeutig genug zwischen den verschiedenen Materialien unterschied.
«Wir begrüßen
die Einigung, auch wenn wir uns ehrgeizigere Ziele und frühere
Fristen gewünscht hätten», hieß es aus dem
Bundesumweltministerium in Berlin zu dem Kompromiss. Deutschland
müsse sich um die Erfüllung der neuen Vorlagen keine
Sorgen machen, denn die deutschen Vorschriften sähen bereits
strengere als die neuen EU-Verwertungsquoten vor. Es liege damit
gemeinsam mit Belgien, den Niederlanden und Dänemark an der
Spitze unter den 15 EU- Mitgliedsländern. In der EU fielen
1999 nach Angaben von EU- Haushaltskommissarin Michaele Schreyer
63,5 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle an.
Das Europäische Parlament
hatte im September mit großer Mehrheit für strengere
EU-Verpackungsvorschriften gestimmt und die Erfüllung dieser
Quoten bereits bis spätestens Ende 2006 gefordert. Der EU-Parlamentarier
und Umweltexperte Karl-Heinz Florenz (CDU) reagierte «mit
Unverständnis und Besorgnis auf die Verzögerungstaktik»
des Ministerrates: «Herr (Bundesumweltminister Jürgen)
Trittin tut offensichtlich überhaupt nichts, um vitale Interessen
deutscher Unternehmen und des Umweltschutzes im Rat durchzusetzen.»
Florenz kündigte Widerstand an und sagte ein Vermittlungsverfahren
zwischen EU-Ministerrat und Parlament voraus, mit dem Anfang 2003
zu rechnen sei.
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