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- 17.10.2002 -

 

 

 

 


 

Verpackungsmüll: EU-Rat einigt sich auf höhere Recyclingquoten

In der Europäischen Union sollen bis spätestens Ende des Jahres 2008 höhere und einheitliche Recyclingquoten für Verpackungsmüll gelten.

Luxemburg (dpa) - Darauf haben sich die EU-Umweltminister am Donnerstag in Luxemburg geeinigt. Demnach soll die Wiederverwertungsquote für den gesamten in der EU anfallenden Verpackungsmüll von derzeit 45 auf mindestens 60 Prozent steigen. Im Europäischen Parlament, das zuvor für strengere Vorschriften gestimmt hatte, stieß die Entscheidung auf Kritik.

Nach der Einigung im EU-Ministerrat müssen außerdem künftig für die einzelnen Verpackungsarten gesonderte Recyclingquoten erreicht werden: Die sind für Glas sowie für Papier, Pappe und Kartons 60 Prozent, für Metalle 50 Prozent, für Kunststoffe 22,5 Prozent und für Holz 15 Prozent. Bisher galten für diese Verpackungen nur allgemein 15 Prozent, wobei das bisherige EU-Gesetz nicht eindeutig genug zwischen den verschiedenen Materialien unterschied.

«Wir begrüßen die Einigung, auch wenn wir uns ehrgeizigere Ziele und frühere Fristen gewünscht hätten», hieß es aus dem Bundesumweltministerium in Berlin zu dem Kompromiss. Deutschland müsse sich um die Erfüllung der neuen Vorlagen keine Sorgen machen, denn die deutschen Vorschriften sähen bereits strengere als die neuen EU-Verwertungsquoten vor. Es liege damit gemeinsam mit Belgien, den Niederlanden und Dänemark an der Spitze unter den 15 EU- Mitgliedsländern. In der EU fielen 1999 nach Angaben von EU- Haushaltskommissarin Michaele Schreyer 63,5 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle an.

Das Europäische Parlament hatte im September mit großer Mehrheit für strengere EU-Verpackungsvorschriften gestimmt und die Erfüllung dieser Quoten bereits bis spätestens Ende 2006 gefordert. Der EU-Parlamentarier und Umweltexperte Karl-Heinz Florenz (CDU) reagierte «mit Unverständnis und Besorgnis auf die Verzögerungstaktik» des Ministerrates: «Herr (Bundesumweltminister Jürgen) Trittin tut offensichtlich überhaupt nichts, um vitale Interessen deutscher Unternehmen und des Umweltschutzes im Rat durchzusetzen.» Florenz kündigte Widerstand an und sagte ein Vermittlungsverfahren zwischen EU-Ministerrat und Parlament voraus, mit dem Anfang 2003 zu rechnen sei.

 

 Mehr Informationen:

BMU: Abfallwirtschaft

 

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