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- 15.10.2002 -

 

 

 


 

Rumänien: Weltbank-Rückzug aus umstrittenem Goldbergwerk-Projekt

Die Weltbank hat sich einem Zeitungsbericht zufolge aus der Finanzierung des umstrittenen Goldbergwerk-Projekts im mittelrumänischen Rosia Montana zurück gezogen.

Bukarest (dpa) - Ursprünglich wollte sich die Weltbanktocher International Finance Corporation (IFC) an einem Kredit in Höhe von 250 Millionen Dollar für die kanadische Betreibergesellschaft Gabriel Ressources mit etwa 100 Millionen US-Dollar beteiligen. Vor allem der Widerstand von Umweltorganisationen, die eine neu Zyanid-Katastrophe in Rumänien befürchten, hätten Weltbank-Präsident James Wolfensohn bewogen, die Teilnahme der Weltbank an dieser Finanzierung zu stoppen, schrieb die rumänische Tageszeitung «Evenimentul Zilei» am Samstag.

Damit ist das umstrittene Projekt aber noch nicht gestorben. Nach Worten von Generaldirektor Gabriel Dumitrascu von Gabriel Ressources ist die Weltbank nicht die einzige Finanzierungsvariante gewesen. Auch die Projektgegner betrachten den Ausstieg der Weltbank aus dem Projekt nur als einen Teilerfolg.

In Rosia Montana soll der größte europäische Gold-Tagebau entstehen, das Goldvorkommen wird auf 300 Tonnen geschätzt. Gabriel Ressources will in den nächsten 15 Jahren jährlich rund 300.000 Kilogramm Gold in Rosia Montana fördern.

Beim Abbau würden große Mengen hochgiftiger Zyanid-Schlämme entstehen. Umweltorganisationen befürchten eine mögliche Zyanid-Katastrophe, ähnlich wie vor drei Jahren im rumänischen Baia Mare, als bei einem Dammbruch hochgiftiger Zyanid-Schlamm in die Flüsse gelangte und massives Fischsterben auch im Nachbarland Ungarn bewirkte.

 

 Mehr Informationen:

Weltbank

Rosia Montana.org

taz: Viel Gift für ein bisschen Gold

FIAN: Menschenrechte sind kostbarer als Gold

Greenpeace Magazin: Glänzende Geschäfte mit schmutzigen Folgen

Deutsches Bergbau-Museum: Ausstellung "Das Gold der Karpaten"

 

 Lesen Sie auch:

IWF: Proteste und Elend zwingen Währungs- fonds zur Reform der Kreditvergabe

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Konzerne bleiben bei Umweltverbrechen straffrei

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