|
Rumänien: Weltbank-Rückzug
aus umstrittenem Goldbergwerk-Projekt
Die Weltbank hat sich einem
Zeitungsbericht zufolge aus der Finanzierung des umstrittenen
Goldbergwerk-Projekts im mittelrumänischen Rosia Montana
zurück gezogen.
Bukarest (dpa) - Ursprünglich
wollte sich die Weltbanktocher International Finance Corporation
(IFC) an einem Kredit in Höhe von 250 Millionen Dollar für
die kanadische Betreibergesellschaft Gabriel Ressources mit etwa
100 Millionen US-Dollar beteiligen. Vor allem der Widerstand von
Umweltorganisationen, die eine neu Zyanid-Katastrophe in Rumänien
befürchten, hätten Weltbank-Präsident James Wolfensohn
bewogen, die Teilnahme der Weltbank an dieser Finanzierung zu
stoppen, schrieb die rumänische Tageszeitung «Evenimentul
Zilei» am Samstag.
Damit ist das umstrittene Projekt
aber noch nicht gestorben. Nach Worten von Generaldirektor Gabriel
Dumitrascu von Gabriel Ressources ist die Weltbank nicht die einzige
Finanzierungsvariante gewesen. Auch die Projektgegner betrachten
den Ausstieg der Weltbank aus dem Projekt nur als einen Teilerfolg.
In Rosia Montana soll der größte
europäische Gold-Tagebau entstehen, das Goldvorkommen wird
auf 300 Tonnen geschätzt. Gabriel Ressources will in den
nächsten 15 Jahren jährlich rund 300.000 Kilogramm Gold
in Rosia Montana fördern.
Beim Abbau würden große
Mengen hochgiftiger Zyanid-Schlämme entstehen. Umweltorganisationen
befürchten eine mögliche Zyanid-Katastrophe, ähnlich
wie vor drei Jahren im rumänischen Baia Mare, als bei einem
Dammbruch hochgiftiger Zyanid-Schlamm in die Flüsse gelangte
und massives Fischsterben auch im Nachbarland Ungarn bewirkte.
|