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Dosenpfand: Führende Lebensmittelhändler
wollen Pfandkonzept entwickeln
Zweieinhalb Monate vor der
geplanten Einführung des Dosenpfands wollen die führenden
deutschen Lebensmittelhändler trotz ihrer ablehnenden Haltung
ein Pfandkonzept entwickeln.
Mülheim/Ruhr (dpa) - Die
Unternehmen würden die im Markt angebotenen Rücknahmesysteme
begutachten, wie die Handelsvereinigung für Marktwirtschaft
(HfM) am Dienstag in Mülheim an der Ruhr mitteilte. Anschließend
sollen die Erkenntnisse mit allen Beteiligten und den zuständigen
Behörden erörtert werden. Ein Gesamtergebnis soll im
November vorgelegt werden.
Für die Konzeptentwicklung
ist den Angaben zufolge eine gemeinsame Arbeitsgruppe des Handels
und der Industrie verantwortlich. Zur HfM gehören die Handelsunternehmen
Aldi, AVA, Edeka, Globus, Kaufland, Metro, Rewe, Spar und Tengelmann.
Der Bundesverband des Deutschen
Getränkefachgroßhandels begrüßte diesen
Schritt. «Wir freuen uns, dass der Handel allem Anschein
nach zur Vernunft gekommen ist», sagte der Geschäftsführende
Vorstand des Verbandes, Günther Guder, am Dienstag der dpa.
Er regte an, den Getränkefachgroßhandel, über
den rund 80 Prozent des Bier- und fast 90 Prozent des Mineralwasserabsatzes
liefen, in die Arbeitsgruppe aufzunehmen.
Der Verband gehe davon aus, dass
die Bundesregierung dabei bleibe, das Dosenpfand zum 1. Januar
2003 einzuführen. Die Mehrwegquote sei inzwischen auf nur
noch 54 Prozent gesunken. «Jetzt zählt für uns
jede Woche», sagte Guder. Deshalb wäre ein Verschiebung
des Dosenpfandes bis zur einer klärenden Entscheidung des
Bundesverwaltungsgerichtes nicht akzeptabel. Mit dem Dosenpfand
werde das Mehrweggetränkesystem kurz vor dem Kollaps gerettet.
Die Pfandgegner hatten im September
vor dem Düsseldorfer Verwaltungsgericht einen ersten Erfolg
errungen. Die Richter vom Rhein hatten geurteilt, das Pfand sei
nicht rechtmäßig. Gegen dieses Urteil hatten der Bund
und die Kläger im Einvernehmen Sprungrevision eingelegt.
Damit wird eine Instanz übersprungen. Allerdings wird das
Bundesverwaltungsgericht erst im kommenden Jahr entscheiden.
Nach dem Beschluss der Bundesregierung
muss für Dosen und Einwegflaschen mit Bier, Cola, Wasser
und Limonade vom 1. Januar an ein Pfand von mindestens 25 Cent
gezahlt werden.
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