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- 15.10.2002 -

 

 

 

 

 

Dosenpfand: Führende Lebensmittelhändler wollen Pfandkonzept entwickeln

Zweieinhalb Monate vor der geplanten Einführung des Dosenpfands wollen die führenden deutschen Lebensmittelhändler trotz ihrer ablehnenden Haltung ein Pfandkonzept entwickeln.

Mülheim/Ruhr (dpa) - Die Unternehmen würden die im Markt angebotenen Rücknahmesysteme begutachten, wie die Handelsvereinigung für Marktwirtschaft (HfM) am Dienstag in Mülheim an der Ruhr mitteilte. Anschließend sollen die Erkenntnisse mit allen Beteiligten und den zuständigen Behörden erörtert werden. Ein Gesamtergebnis soll im November vorgelegt werden.

Für die Konzeptentwicklung ist den Angaben zufolge eine gemeinsame Arbeitsgruppe des Handels und der Industrie verantwortlich. Zur HfM gehören die Handelsunternehmen Aldi, AVA, Edeka, Globus, Kaufland, Metro, Rewe, Spar und Tengelmann.

Der Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels begrüßte diesen Schritt. «Wir freuen uns, dass der Handel allem Anschein nach zur Vernunft gekommen ist», sagte der Geschäftsführende Vorstand des Verbandes, Günther Guder, am Dienstag der dpa. Er regte an, den Getränkefachgroßhandel, über den rund 80 Prozent des Bier- und fast 90 Prozent des Mineralwasserabsatzes liefen, in die Arbeitsgruppe aufzunehmen.

Der Verband gehe davon aus, dass die Bundesregierung dabei bleibe, das Dosenpfand zum 1. Januar 2003 einzuführen. Die Mehrwegquote sei inzwischen auf nur noch 54 Prozent gesunken. «Jetzt zählt für uns jede Woche», sagte Guder. Deshalb wäre ein Verschiebung des Dosenpfandes bis zur einer klärenden Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes nicht akzeptabel. Mit dem Dosenpfand werde das Mehrweggetränkesystem kurz vor dem Kollaps gerettet.

Die Pfandgegner hatten im September vor dem Düsseldorfer Verwaltungsgericht einen ersten Erfolg errungen. Die Richter vom Rhein hatten geurteilt, das Pfand sei nicht rechtmäßig. Gegen dieses Urteil hatten der Bund und die Kläger im Einvernehmen Sprungrevision eingelegt. Damit wird eine Instanz übersprungen. Allerdings wird das Bundesverwaltungsgericht erst im kommenden Jahr entscheiden.

Nach dem Beschluss der Bundesregierung muss für Dosen und Einwegflaschen mit Bier, Cola, Wasser und Limonade vom 1. Januar an ein Pfand von mindestens 25 Cent gezahlt werden.

 

 Mehr Informationen:

BMU

Bundesverband des Deutschen Getränke- fachgroßhandels

HDE

Deutsche Umwelthilfe

 
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