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Pulli statt Heizung:
TV-Moderatoren werben für Klimaschutz
Mit praktischen Tipps für
den Alltag wollen bekannte TV-Moderatoren die Menschen in Deutschland
in Zeiten von Flutkatastrophen und Treibhauseffekt zum Energiesparen
motivieren.
Von Sven Runde, dpa
Berlin/Hamburg (dpa) - ARD-Moderator
Ulrich Wickert zieht lieber einen Pulli an als zu heizen, Fernseh-Talkerin
Bärbel Schäfer kocht ohne Mikrowelle: Mit praktischen
Tipps für den Alltag wollen bekannte TV-Moderatoren die Menschen
in Deutschland in Zeiten von Flutkatastrophen und Treibhauseffekt
zum Energiesparen motivieren. «Ich finde es wichtig, gerade
jungen Leuten den Klimaschutz nahe zu bringen», sagte Wickert
der dpa in Berlin.
Der «Tagesthemen»-Mann
unterstützt gemeinsam mit prominenten Fernsehleuten wie ZDF-Moderatorin
Nina Ruge, ARD-Tagesschau-Sprecher Jo Brauner oder ProSieben-Showtalent
Tobi Schlegl die Klimaschutz- Kampagne der Deutschen Energie-Agentur
(dena). Angesichts des mangelnden Interesses gerade bei Jugendlichen
will die Aktion Klimaschutz mit einfachen Beispielen zum aktiven
Energiesparen auffordern.
Einer dena-Umfrage zufolge weiß
nur jeder Siebzehnte, dass er selbst zum Klimaschutz beitragen
kann. Daher zeigt die Agentur in Broschüren 25 Maßnahmen
für das private Umfeld auf, mit der eine vierköpfige
Familie ihren Ausstoß an Kohlendioxid (CO2) um rund ein
Drittel verringern kann.
«Wenn alle Kühlschränke
in den europäischen Haushalten durch moderne Geräte
der A-Klasse ersetzt würden, könnten dabei allein mit
der Stromeinsparung London, Berlin und Madrid ein Jahr lang versorgt
werden», sagt dena-Geschäftsführerin Kristina
Steenbock. Der Verzicht auf Standby-Schaltungen, etwa beim Fernseher,
würde nach Angaben des Umweltministeriums allein in Deutschland
das Treibhausgas CO2 tonnenweise und auf Dauer zwei Großkraftwerke
einsparen - und jedem Privathaushalt rund 75 Euro jährlich.
«Das kann man alles kombinieren»,
rät Wickert. Gute Ideen kennt er noch aus seiner Zeit als
ARD-Korrespondent in Frankreich: «Dort wurde die Heizung
vom 15. Mai bis zum 15. Oktober abgeschaltet. Da zieht man eben
einen Pulli an, wenn es mal kälter ist.»
Dass Aufklärung in Sachen
Energiesparen vonnöten ist, davon ist der passionierte Radfahrer
überzeugt. Laut dena haben unter den 16- bis 21-Jährigen
nur drei von zehn Befragten etwas über Klimaschutz gelesen
oder gesehen. Trotzdem sieht Wickert eine große Chance,
Jungen und Mädchen für das Thema zu begeistern: «Durch
das Hochwasser ist es näher an sie herangekommen.»
Und Steenbock fügt hinzu: «Erst die Flut hat deutlich
gemacht, dass in unseren Breiten mit Folgen gerechnet werden muss.»
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