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- 04.10.2002 -

 

 

 

 


 

Pulli statt Heizung:

TV-Moderatoren werben für Klimaschutz

Mit praktischen Tipps für den Alltag wollen bekannte TV-Moderatoren die Menschen in Deutschland in Zeiten von Flutkatastrophen und Treibhauseffekt zum Energiesparen motivieren.

Von Sven Runde, dpa

Berlin/Hamburg (dpa) - ARD-Moderator Ulrich Wickert zieht lieber einen Pulli an als zu heizen, Fernseh-Talkerin Bärbel Schäfer kocht ohne Mikrowelle: Mit praktischen Tipps für den Alltag wollen bekannte TV-Moderatoren die Menschen in Deutschland in Zeiten von Flutkatastrophen und Treibhauseffekt zum Energiesparen motivieren. «Ich finde es wichtig, gerade jungen Leuten den Klimaschutz nahe zu bringen», sagte Wickert der dpa in Berlin.

Der «Tagesthemen»-Mann unterstützt gemeinsam mit prominenten Fernsehleuten wie ZDF-Moderatorin Nina Ruge, ARD-Tagesschau-Sprecher Jo Brauner oder ProSieben-Showtalent Tobi Schlegl die Klimaschutz- Kampagne der Deutschen Energie-Agentur (dena). Angesichts des mangelnden Interesses gerade bei Jugendlichen will die Aktion Klimaschutz mit einfachen Beispielen zum aktiven Energiesparen auffordern.

Einer dena-Umfrage zufolge weiß nur jeder Siebzehnte, dass er selbst zum Klimaschutz beitragen kann. Daher zeigt die Agentur in Broschüren 25 Maßnahmen für das private Umfeld auf, mit der eine vierköpfige Familie ihren Ausstoß an Kohlendioxid (CO2) um rund ein Drittel verringern kann.

«Wenn alle Kühlschränke in den europäischen Haushalten durch moderne Geräte der A-Klasse ersetzt würden, könnten dabei allein mit der Stromeinsparung London, Berlin und Madrid ein Jahr lang versorgt werden», sagt dena-Geschäftsführerin Kristina Steenbock. Der Verzicht auf Standby-Schaltungen, etwa beim Fernseher, würde nach Angaben des Umweltministeriums allein in Deutschland das Treibhausgas CO2 tonnenweise und auf Dauer zwei Großkraftwerke einsparen - und jedem Privathaushalt rund 75 Euro jährlich.

«Das kann man alles kombinieren», rät Wickert. Gute Ideen kennt er noch aus seiner Zeit als ARD-Korrespondent in Frankreich: «Dort wurde die Heizung vom 15. Mai bis zum 15. Oktober abgeschaltet. Da zieht man eben einen Pulli an, wenn es mal kälter ist.»

Dass Aufklärung in Sachen Energiesparen vonnöten ist, davon ist der passionierte Radfahrer überzeugt. Laut dena haben unter den 16- bis 21-Jährigen nur drei von zehn Befragten etwas über Klimaschutz gelesen oder gesehen. Trotzdem sieht Wickert eine große Chance, Jungen und Mädchen für das Thema zu begeistern: «Durch das Hochwasser ist es näher an sie herangekommen.» Und Steenbock fügt hinzu: «Erst die Flut hat deutlich gemacht, dass in unseren Breiten mit Folgen gerechnet werden muss.»

 

 Mehr Informationen:

Aktion Klimaschutz

vista verde:
Klima und Energie
 

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