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- 01.10.2002 -

 

 

 

 

 



 

Geothermie: Pilotkraftwerk in Betrieb genommen

In Altheim in Oberösterreich ging das erste geothermische Stromkraftwerk nördlich der Alpen in Betrieb. Kernstück der Anlage ist eine neuentwickelte Turbine, die sich bereits mit Temperaturen um 100 Grad Celsius begnügt, um daraus knapp ein Megawatt elektrischen Strom zu erzeugen.

(jkm) - In Altheim wird bereits seit mehreren Jahren 104 Grad Celsius heißes Wasser aus einer Tiefe von mehr als 2000 Metern gefördert. Ein Fernwärmenetz versorgt damit rund 2000 Menschen mit sauberer Heizenergie aus der Tiefe. Künftig wird das Stromkraftwerk zwischengeschaltet. Das Wasser, dass dann die Turbine verlässt, ist immer noch heiß genug, um die Altheimer Haushalte zu beheizen, versprechen die Entwickler.

Um die Wärmeversorgung erweitern und die Stromproduktion einrichten zu können, wurde eine zweite Bohrung abgeteuft. Eine dient nun dazu, das heiße Wasser an die Oberfläche zu holen, über die zweite wird es ausgekühlt wieder in den Untergrund verpresst.

Das unscheinbare Kraftwerk befindet sich in einem kleineren Gebäude mitten im Ort, am Rande eines Parkplatzes hinter dem Rathaus. Auffällig sind allein die beiden der Anlage vorgelagerten Köpfe von Förder- und Verpresssonde. Das Thermalwasser wird, nachdem es aus der Tiefe gefördert und in Strom- und Wärmeversorgung ausgekühlt wurde, wieder in den Untergrund zurückgeschickt, um das hydraulische Gleichgewicht in der Wasser führenden Schicht zu erhalten.

Das Vorhaben wurde in einem internationalen Forschungsverbund mit Beteiligten aus Österreich, Deutschland, Italien und Frankreich und mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union umgesetzt. Der Clubobmann der ÖVP im oberösterreichischen Landtag, Dr. Josef Stockinger, erklärte zur Eröffnung des Pilotkraftwerks, Oberösterreich wolle den Anteil an grünem Strom von gegenwärtig 1 auf 4 Prozent am Energieverbrauch steigern.

Weltweit werden bereits über 8000 Megawatt elektrischer Leistung aus geothermischen Ressourcen erzeugt. Doch bisher waren der Technik noch enge Grenzen gesetzt. Mit der Anlage in Altheim stößt die Nutzung der Erdwärme neue Türen auf, hofft Dr. Burkhard Sanner, Vorsitzender der deutschen Geothermischen Vereinigung.

Sanner verweist auf Neustadt-Glewe in Mecklenburg-Vorpommern, wo vorgesehen ist, ähnlich dem Altheimer Projekt eine Turbine in eine bestehende Fernwärmeversorgung zu integrieren. In einem zweiten Projekt in Landau in der Pfalz wollen der Energieversorgung Südwest und die Pfalzwerke Wärme aus dem Oberrheingraben nutzen. Dazu werden derzeit aber erst Standortuntersuchungen vorgenommen.

 

 Mehr Informationen:

Geothermische Vereinigung

OPET Austria

vista verde: Geothermie

 

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