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- 23.09.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

IEA-Prognose: Energieverbrauch steigt bis 2030 um zwei Drittel

Der Energieverbrauch wird nach jüngsten Prognosen in den kommenden Jahrzehnten weltweit weiter dramatisch wachsen. Im Jahr 2030 benötigten die Menschen zwei Drittel mehr Energie, vor allem Öl, Gas und Kohle.

Paris/Osaka (dpa) - Zu diesem Ergebnis kommt die Internationale Energie-Agentur (IEA) in ihrer Studie «Welt-Energie-Ausblick 2002», die am Samstag in Osaka und Paris vorgestellt wurde. Zwar werde es an fossilen Brennstoffen keinen Mangel geben, doch die Abhängigkeit von den großen Erdöl- und Erdgas-Produzenten, den OPEC-Staaten im Nahen Osten und Russland, verschärfe sich noch, sagte IEA-Chef Robert Priddle.

«Die Europäische Union (EU) muss 2030 voraussichtlich doppelt so viel Energie importieren wie im Jahr 2000», sagte Priddle. China werde zum Netto-Ölimporteur und kaufe dann annähernd so viel Erdöl ein wie die EU.

Ausstoß von CO2 steigt um 70 Prozent

Besorgt äußerte sich Priddle über die Auswirkungen des steigenden Energiebedarfs auf die Umwelt. Der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) dürfte innerhalb der nächsten drei Jahrzehnte um 70 Prozent zunehmen, warnte der IEA-Chef.

Zusätzliche Energie fragten vor allem die Entwicklungsländer nach, die ihren Verbrauch an denjenigen der OECD-Industriestaaten anpassten. Neben dem Umweltschutz stelle die Strom-Versorgung der Menschen in den Entwicklungsländern und die damit verbundenen gewaltigen Investitionen eine große Herausforderung dar.

Erdöl bleibt wichtigster Energieträger

Erdöl wird dem Bericht zufolge auch in Zukunft mit Abstand wichtigster Energieträger bleiben. Die Öl-Nachfrage dürfte um jährlich 1,6 Prozent zunehmen und von täglich 75 Millionen Barrel (je 159 Liter) im Jahr 2000 auf 89 Millionen Barrel 2010 und 120 Millionen Barrel 2030 steigen.

Noch vor 2010 werde Erdgas die Kohle als zweitwichtigste Energiequelle verdrängen, heißt es in der IEA- Studie. Obwohl die regenerativen Energien, wie Windkraft, Solarenergie und Biomasse, relativ am stärksten wachsen sollen, bleibe ihr Anteil gering und dürfte lediglich von 2 Prozent (2000) auf 4 Prozent im Jahr 2030 steigen.

Für die Atomenergie sagt die IEA einen Rückgang des Anteils von 7 Prozent auf 5 Prozent bis 2030 voraus. Die Energie-Experten gehen davon aus, dass nur wenige neue Kernkraftwerke gebaut und viele ältere Anlagen abgeschaltet werden.

 

 Mehr Informationen:

IEA: Kurzfassung der Studie (PDF)

vista verde: Energie

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