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IEA-Prognose: Energieverbrauch steigt
bis 2030 um zwei Drittel
Der Energieverbrauch wird nach
jüngsten Prognosen in den kommenden Jahrzehnten weltweit
weiter dramatisch wachsen. Im Jahr 2030 benötigten die Menschen
zwei Drittel mehr Energie, vor allem Öl, Gas und Kohle.
Paris/Osaka (dpa) - Zu diesem
Ergebnis kommt die Internationale Energie-Agentur (IEA) in ihrer
Studie «Welt-Energie-Ausblick 2002», die am Samstag
in Osaka und Paris vorgestellt wurde. Zwar werde es an fossilen
Brennstoffen keinen Mangel geben, doch die Abhängigkeit von
den großen Erdöl- und Erdgas-Produzenten, den OPEC-Staaten
im Nahen Osten und Russland, verschärfe sich noch, sagte
IEA-Chef Robert Priddle.
«Die Europäische Union
(EU) muss 2030 voraussichtlich doppelt so viel Energie importieren
wie im Jahr 2000», sagte Priddle. China werde zum Netto-Ölimporteur
und kaufe dann annähernd so viel Erdöl ein wie die EU.
Ausstoß von CO2 steigt
um 70 Prozent
Besorgt äußerte sich
Priddle über die Auswirkungen des steigenden Energiebedarfs
auf die Umwelt. Der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid
(CO2) dürfte innerhalb der nächsten drei Jahrzehnte
um 70 Prozent zunehmen, warnte der IEA-Chef.
Zusätzliche Energie fragten
vor allem die Entwicklungsländer nach, die ihren Verbrauch
an denjenigen der OECD-Industriestaaten anpassten. Neben dem Umweltschutz
stelle die Strom-Versorgung der Menschen in den Entwicklungsländern
und die damit verbundenen gewaltigen Investitionen eine große
Herausforderung dar.
Erdöl bleibt wichtigster
Energieträger
Erdöl wird dem Bericht zufolge
auch in Zukunft mit Abstand wichtigster Energieträger bleiben.
Die Öl-Nachfrage dürfte um jährlich 1,6 Prozent
zunehmen und von täglich 75 Millionen Barrel (je 159 Liter)
im Jahr 2000 auf 89 Millionen Barrel 2010 und 120 Millionen Barrel
2030 steigen.
Noch vor 2010 werde Erdgas die
Kohle als zweitwichtigste Energiequelle verdrängen, heißt
es in der IEA- Studie. Obwohl die regenerativen Energien, wie
Windkraft, Solarenergie und Biomasse, relativ am stärksten
wachsen sollen, bleibe ihr Anteil gering und dürfte lediglich
von 2 Prozent (2000) auf 4 Prozent im Jahr 2030 steigen.
Für die Atomenergie sagt
die IEA einen Rückgang des Anteils von 7 Prozent auf 5 Prozent
bis 2030 voraus. Die Energie-Experten gehen davon aus, dass nur
wenige neue Kernkraftwerke gebaut und viele ältere Anlagen
abgeschaltet werden.
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