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- 08.08.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

Gute Chancen für Windkraft:

Offshore-Parks als nächster Schritt

Windkraft und andere erneuerbare Energien haben nach Einschätzung von Experten in den kommenden Jahren enorme Marktchancen. Auch in der Finanzwirtschaft stoßen Offshore-Windparks zunehmend auf Interesse.

Hamburg/Osnabrück (dpa) - «Trotz enttäuschender Ergebnisse beim UN- Weltgipfel in Johannesburg sind wir für die weitere Entwicklung erneuerbarer Energien weltweit und in Deutschland optimistisch», sagte Peter Ahmels vom Bundesverband WindEnergie am Dienstag in Osnabrück. «Die Menschen werden weiter Druck auf ihre Regierungen ausüben, um die Energiewende zu schaffen.»

Die geplanten Offshore-Windparks vor den deutschen Küsten stoßen auch in der Finanzwirtschaft zunehmend auf Interesse. In Hamburg gaben am Dienstag führende Dienstleister und die Vereins- und Westbank die Gründung eines «Offshore Finance Circle» bekannt, der die Chancen und Risiken der geplanten Großprojekte ausloten soll.

«Wir wollen gewappnet sein, wenn die Finanzierung ansteht», sagte Rolf Kirchfeld aus dem Vorstand der Bank. Dem Zirkel, der bis zum nächsten Sommer ein Ergebnis seiner Arbeit vorlegen will, gehören zudem Finanzberater PricewaterhouseCoopers und Versicherungsmakler Marsh an.

Insgesamt sind rund 30 große Windparks vor der Küste im Gespräch, die jeweils einen Kapitalbedarf von rund einer Milliarde Euro oder noch mehr nach sich ziehen. «Sicherlich werden nicht alle Projekte realisiert», sagte Norbert Allnoch vom Internationalen Wirtschaftsforum regenerative Energien (IWR), der die Schirmherrschaft über das Projekt übernommen hat.

Beim UN-Weltgipfel hat sich die Staatengemeinschaft lediglich formal auf den Ausbau erneuerbarer Energien geeinigt. Ein konkreter Zeitplan, wie von der Bundesregierung vorgeschlagen, scheiterte jedoch vor allem am Widerstand der USA und der OPEC-Länder. Bei Umweltschützern wurde die Entscheidung von Johannesburg als bloßes Lippenbekenntnis und Rückschritt in der Entwicklung gewertet.

Die Windenergie-Experten gehen davon aus, dass die Windenergie in Deutschland und weltweit ein großes Zukunftspotenzial besitzt. Nach einer Studie des IWR wird sich die installierte Gesamtleistung von 50.000 Megawatt im Jahr 2005 bis 2010 auf 110.000 Megawatt mehr als verdoppeln. Bislang ist Deutschland mit einer installierten Leistung von 9800 Megawatt im Weltmaßstab führend und hat daher einen Wissensvorsprung, was den Bau und Betrieb von Windkraftanlagen angeht.

Mit dem Schritt hinaus aufs Meer sind jedoch völlig neue technische und finanzielle Risiken verbunden. Die Anlagen sollen deutlich größer werden - bis zu fünf Megawatt je Windrad - und im 40 Meter tiefen Wasser errichtet werden. Bestehende Anlagen in Dänemark sind halb so groß und in Küstennähe im zehn Meter tiefen Wasser gebaut. «Viele Fragen sind zur Zeit noch offen», sagte Kirchfeld. «Dazu gehören Technik, Netzanbindung, rechtliche Fragen, Wartung und Logistik sowie Versicherungsschutz.»

Von den rund 30 Windkraftparks in der deutschen Bucht und der Ostsee steht bislang nur eine Pilotanlage bei Borkum möglicherweise vor der Realisierung. Die übrigen Projekte sind noch nicht genehmigt. Die Finanzunternehmen gehen denn auch davon aus, dass erst in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts Finanzierungen in größerem Umfang nachgefragt werden könnten. Unerlässliche Voraussetzung dafür sei, dass die politische Förderung der Windkraft durch Subventionen beibehalten werde.

 

         vista verde special: Weltgipfel in Johannesburg

vista verde special: Weltgipfel in Johannesburg

 

 Mehr Informationen:

Bundesverband WindEnergie

IWR

vista verde: Wind


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