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- 15.08.2002 -

 

 

 

 


 

Experte: In Neubaugebieten blieb Hochwasserschutz unberücksichtigt

Bei der Planung von Neubaugebieten in Flussnähe ist in der Vergangenheit nach Einschätzung von Experten der Hochwasserschutz nicht gebührend berücksichtigt worden.

Stuttgart (dpa) - Trotz jahrzehntelanger Erfahrungen mit Überschwemmungen sei an vielen Orten in Deutschland immer näher an die Ufer und Auen gebaut worden. «Auch bekannte Flächen, die jahrzehntelang nicht vom Fluss in Anspruch genommen werden, zählen schließlich vielerorts zu Risikogebieten», sagte der Leiter des Instituts für Wasserbau an der Universität Stuttgart, Jürgen Giesecke, in einem dpa-Gespräch.

Bei der Stadt- und Raumplanung sind mancherorts nach seiner Erfahrung weitere Versäumnisse beim Hochwasserschutz gemacht worden: «Wenn Wälder abgeholzt werden, um beispielsweise Platz für Äcker, Felder und Siedlungen zu schaffen, geht wichtiges Wasserspeichervermögen vor Ort verloren», erklärte der Professor. Bei begradigten Flüssen steige unter anderem die Fließgeschwindigkeit des Wassers - bei Hochwasser sei dann das Wasser häufig zu schnell, um in Rückhalteflächen zu fließen.

Überregionale Hochwasser haben nach der Einschätzung Gieseckes weniger mit der Versiegelung von Böden zu tun, als vielfach angenommen: «Bei einem großen Hochwasser in Köln kam das Wasser größtenteils von der Mosel - dort ist lediglich vier Prozent des Einzugsgebiets versiegelt.»

Giesecke empfahl: «In Siedlungen sollte Regenwasser dennoch nicht direkt in die Kanalisation geleitet werden, sondern in den Untergrund einsickern können.»

Bei Studien an seinem Institut seien die rund 150 und 180 Kilometer langen Flusssysteme der baden-württembergischen Gewässer Kocher und Jagst untersucht worden. Ergebnis: Einige Häuser und Siedlungen in Ufernähe müssten eigentlich aus Sicherheitsgründen zu Gunsten von Überschwemmungsfläche aufgegeben werden. «Man muss den Flüssen ihre Rückhalteräume belassen.»

 

 Mehr Informationen:

WWF

WWF-Auen-Institut

 

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